IPv6: Vorbereitung auf Windows Server 2008 R2 und Windows 7

Published 06 April 09 11:59 PM | dmelanchthon 

Gastbeitrag von Ralf Schnell, Technical Evangelist in der Developer Platform & Strategy Group und zuständig für Windows Server 2008, ITIL und das Microsoft Operations Framework.^

Die Vorbereitung Ihrer IT-Infrastruktur auf Windows Server 2008 R2 und Windows 7 beinhaltet ggf. auch eine zumindest teilweise Implementierung von IPv6. Einige der neuen Funktionen benötigen IPv6, zum Teil vollständig konfiguriert, zum Teil reicht die automatischen Konfiguration. Ein Beispiel hierfür ist BranchCache: hier verwendet der Windows 7-Client beim ‘Distributed Caching’ einen IPv6-Broadcast, und IPv6 muß dafür zumindest in der automatischen Konfiguration aktiv sein. Bei DirectAccess muß zumindest für den DirectAccess VPN-Server eine gültige IPv6-Konfiguration implementiert sein.

IPv6 ist eigentlich nicht schwer zu verstehen. Die Adressen werden zwar hexadezimal notiert, sind jedoch genauso übersichtlich wie IPv4-Adressen. Einer der wichtigsten Unterschiede: man konfiguriert in der Regel keine Adressen mehr, sondern nur noch IP-Subnets und Routing-Tabellen. Die Subnets konfiguriert man auf den Router-Interfaces und nicht – wie von IPv4 gewohnt – auf dem DHCP-Server. Die Adapter-Adressen selbst muß man gar nicht mehr konfigurieren und auch keinen Adress-Pool einrichten, die werden automatisch generiert und z.B. von den MAC-Adressen abgeleitet.

Stichwort Routing: Eine Implementierung von IPv6 in Ihrem Unternehmen bietet eine gute Gelegenheit, die Routing-Tabellen zu optimieren, indem man die IP-Subnets geographisch so zuordnet, daß im Idealfall nur noch 1-2 Einträge für IPv6-Routing pro Router-Interface notwendig sind. Das kann man zwar auch bei einer bestehenden IPv4-Infrastruktur machen, nur ist das meistens sehr viel aufwändiger, da man dann zum Teil im laufenden Betrieb IP-Subnets ändern muß.

Um Ihnen den Einstieg in das Thema IPv6 zu erleichtern, habe ich zur Konfiguration eines gerouteten Netzwerks ein Technet-Video produziert. Ich verwende dort Windows-Server als Router, die Konfiguration können Sie jedoch inhaltlich auf jeden anderen IPv6-fähigen Router übertragen. Die Folien und den Video-Download finden Sie hier.

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Mit freundlichen Grüßen!
Ralf M. Schnell

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About dmelanchthon

Daniel Melanchthon arbeitet als Senior Security Evangelist in der Developer Platform & Strategy Group bei der Microsoft Deutschland GmbH. Sein Aufgabenbereich umfasst neben den Spezialgebieten Security und Unified Communications die Windows Server- und Client-Plattform. Vor seinem Einstieg bei Microsoft im Februar 2005 arbeitete er mehr als zehn Jahre als Systemadministrator, Berater und IT-Projektleiter schwerpunktmäßig mit dem Windows Server System und Umgebungen im Unix-Umfeld.

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