Armer Jan Dittberner! (oder: Deutsches Institut für Normung spricht sich für Open XML aus)
Armer Jan Dittberner!
Herr Jan Dittberner ist der Ansprechpartner im DIN Normenausschuss Informationstechnik und Anwendungen im DIN (NIA). Damit ist er auch der Ansprechpartner in Deutschland zur Entscheidung der DIN, dass Office Open XML als ISO Standard gutgeheißen wird. Und durch die positive Entscheidung der DIN für Office Open XML ist Herr Dittberner jetzt sicher zum Feindbild Nummer 1 der FFII Horden geworden.
Die ersten Fanatiker haben ja auch schon prompt reagiert. Die netten Herrschaften der FFII haben in bewährt blumiger Sprache sofort wieder Ihre Verschwörungstheorien ausgepackt. Ist aber auch zu verstehen. Wo doch sämtliche nationalen Standard Gremien ohnehin nur Marionetten von Microsoft sind.
Beispiele gefällig?
German DIN has fallen in the Microsoft trap
It seems that Microsoft has good connexions in Germany, the technical committee voted 17 for against 4.
Germany is probably not the country of open standards.
oder
Unfortunatelly for Germany, DIN is a private entity that seems to care more about its own business than about German interests. The facts talk by themselves.
Was genau hat jetzt den Unmut der FFII erweckt? Ganz einfach. Dieses Posting der DIN:
Deutschland wird die Übernahme von Office Open XML als Internationale Norm unterstützen – allerdings mit einer Reihe von Verbesserungsvorschlägen.
(2007-08-22) Der Prozess der internationalen Normung sieht vor, dass auf nationaler Ebene die Meinungsbildung über aktuelle Normungsvorhaben in so genannten Spiegelgremien stattfindet. So auch im Fall des von Ecma International initiierten Schnellverfahrens zur Übernahme der Spezifikation ECMA-376 „Office Open XML“ als Internationale Norm, ISO/IEC 29500. Alle 103 Vollmitglieder der International Organization for Standardization (ISO) dürfen bis zum 2. September 2007 darüber abstimmen – pro Land, eine Stimme. ...
Das zuständige Gremium des Normenausschusses Informationstechnik und Anwendungen (NIA) im DIN hat nach monatelangen intensiven Vorarbeiten zum Thema Office Open XML am 21. August 2007 in Berlin getagt. Anwesend waren Vertreter von Softwareanbietern, Anwendungsentwicklern, wissenschaftlichen Instituten, Ministerien und Behörden.
Nach ausführlicher und konstruktiver Diskussion der eingegangenen Stellungnahmen beschloss der Ausschuss, der Annahme des Entwurfs der ISO/IEC 29500 mit Kommentaren zuzustimmen. Angesichts des großen Umfangs des Dokumentes umfassen die deutschen Kommentare zur technischen Verbesserung des Ecma-Standards mehrere Dutzend Seiten. Diese Verbesserungsvorschläge werden bei der ISO eingereicht.
Deutschland verägert also die FFII, weil die Standartisierungs Experten der DIN doch wirklich meinen, dass Office Open XML einen guten Standard abgibt.
Interessanterweise vergisst die FFI diesmal ganz darauf, Ihre Anhänger zum E-Mail Protest aufzurufen. Wahrscheinlich sind die alle viel zu beschäftigt andere gemeine Standardisierungs-Institute niederzuspammen. So ist man bei der FFII zum Beispiel sehr unzufrieden mit Finnland, Kenia, den Niederlanden, oder auch Italien.
Gerade Kenia hat die FFII sehr enttäuscht. Die stimmen doch glatt für Open XML. Wo man doch extra einen deutschen IBMer die Kommentare schreiben lies. Da war dann die IBM trotzdem ziemlich die einzige, die gegen Open XML stimmte. Wieder einmal. Aber das ist eine andere Geschichte.
Zurück zu den Spam Mails der FFII.
Also wenn man da zig E-Mails einer aufgepeitschen Masse bekommt, die meisten davon in rüpelhaften Tonfall bis hin zu Drohungen und Korruptions Vorwürfen, dann kann ich mir schon vorstellen, dass es sehr schwer fällt zu seiner eigentlichen Meinung zu stehen.
Um so wichtiger ist es, dass die nationalen Standardisierungs Gremien sich nicht von vereinzelten fanatischen Gruppen beirren lassen, und im Sinne der breiten Mehrheit für den Fortschritt stimmen. So wie es eben jetzt in Deutschland passiert ist.
Deutschland stimmt also für den ISO Staandard Open XML. Deutschland stimmt damit für offene Standards. Für wichtige Standards die anbieterunabhängig weiterentwickelt werden. Deutschland stimmt für Interoperabilität und Fortschritt.