Neu in Windows Azure: VM Role

Neu in Windows Azure: VM Role

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Windows Azure bietet für Applikationen als Platform viele Vorteile, z.B. vollständig automatisierte Skalierbarkeit und Redundanz. Der Entwickler muß sich um diese Faktoren nicht selbst kümmern, sie sind Bestandteil der Windows Azure-Platform. Allerdings müssen natürlich, genau wie bei jeder anderen Platform auch, gewisse Vorgaben berücksichtigt werden, damit eine Applikation auf Windows Azure lauffähig ist. Eine für Windows Server oder Windows Client entwickelte Applikation kann nicht ohne weiteres auf Windows Azure ausgeführt werden.

Mit der neuen VM-Rolle ist es möglich, in Windows Azure Virtuelle Maschinen auszuführen. Diese werden mit Hyper-V in der eigenen Infrastruktur erstellt und dann in Windows Azure hochgeladen. Mit der nächsten Version des System Center Virtual Machine Manager können Virtuelle Maschinen auch direkt von dort in eine VM-Rolle hinein erstellt werden. Das Betriebssystem in dieser Virtuellen Maschine muß Windows Server 2008 R2 sein, zu einem späteren Zeitpunkt werden zusätzlich Windows Server 2008 und Windows Server 2003 R2 unterstützt.

Im Vergleich mit den Web- und Worker-Rollen, bei denen sich Windows Azure (stark vereinfacht ausgedrückt) verhält wie eine Betriebssystem-Instanz, setzt die VM-Rolle eine Schicht niedriger an und verhält sich wie eine Hypervisor-Instanz.

Die VM-Rolle ist nicht als Ersatz für Hosting-Angebote gedacht. Da man in der VM-Rolle ein normales, unverändertes Windows Server-Betriebssystem ausführt, können dort natürlich auch Windows-Applikationen ohne weiteres ausgeführt werden. Einen Punkt gilt es allerdings zu beachten: Die Virtuelle Maschine muß ‘stateless’ sein, also keine Daten oder Einstellungen auf der Betriebssystem-VHD speichern. Denn bei einem Neustart der Virtuellen Maschine würden diese verloren gehen. Daten und Einstellungen können u.a. auf einer Windows Azure Disk, auf Windows Azure Blob Storage oder z.B. in SQL Azure gespeichert werden. Kein Problem ist das z.B. für eine Webserver-Farm, einen Media Streaming Server oder einen High Performance Compute-Cluster. Auch viele Failover Cluster-Resourcen arbeiten so. Andere Windows-Applikationen müssen ggf. angepaßt werden.

Die VM-Rolle ist vor allem gedacht als Unterstützung für Entwickler, für bestehende Applikationen Cloud Computing mit weniger Aufwand nutzbar zu machen. Die Vorteile von Cloud Computing nutzt man am besten, wenn Applikationen von Grund auf für Windows Azure entwickelt werden. Es ist jedoch in manchen Fällen – etwa bei High Performance Computing-Applikationen – sehr viel einfacher, diese mit Hilfe der VM-Rolle auszuführen. Damit haben unsere Kunden nun eine zusätzliche Alternative für den Weg in die Cloud.

Weitere Informationen zu Windows Azure finden Sie hier: http://www.microsoft.com/windowsazure/, eine Beschreibung der Web-, Worker- und VM-Rollen gibt es unter http://www.microsoft.com/windowsazure/compute/.

Mit freundlichen Grüßen!

 

Ralf M. Schnell

Comments
  • Bei der PDC10 haben wir viele Neuerungen zu Windows Azure angekündigt. Seit dieser Woche stehen einige

  • Hallo Ralf,

    ich stelle mir die Frage, wie sich die VM Role auf das Lizenzrecht auswirkt.

    Eine WS2008R2 Std/Ent/DCtr Lizenz bzw. deren Instanz muss man einem Gerät zuweisen oder nutzt die VM dann die Windows Server Lizenz, die in Azure bereits mit im Preis enthalten ist? Letzteres wäre ja extrem toll, da man sein eigenes Windows Srv Image Infrastruktur-Like , aber pay per use on demand rapide zum High Performance Cluster ausbauen könnte.

    Wird es auch eine ADFS/ADDS Azure Implementierung geben?

    LG Raphael

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