Überblick 3: Was ist eine Private Cloud und was brauche ich dafür?

Überblick 3: Was ist eine Private Cloud und was brauche ich dafür?

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Alle reden heutzutage von Cloud Diensten. In der Regel werden damit Dienste aus dem Internet gemeint, die hochskalierbar sind und einen klar definierten Funktionsumfang bietet. Diese Konzepte kann man aber auch ideal auf die eigene IT Umgebung übertragen und sich somit eine “Private Cloud” aufbauen. Für erste Testzwecke bietet sich hierfür eine TechNet Subscription an. Darin ist alles enthalten, was man für eine Private Cloud benötigt.

Was man für den Aufbau benötigt

Um sich eine eigene Private Cloud aufzubauen, benötigt man einige wichtige Komponenten:

1) Los geht es mit Virtualisierungstechniken als Grundlage für die Private Cloud.

2) Dazu benötigt man ein Management Tool, welches die Virtualisierungsserver überwachen kann. Idealerweise sollte das Tool aber auch die Services gleich mitüberwachen können, die man anbieten will. Denn schließlich gehören beide Komponenten doch irgendwie zusammen: physischer Host und (virtualisierter) Softwaredienst.

3) Die Dienste sollten sich einfach auf den Hosts verschieben lassen, entweder manuell oder automatisch basierend aufgrund fundierter Werte wie Hostauslastung etc.

4) Als letztes wäre eine Schnittstelle für eine Abrechnungskomponente noch hilfreich. Schließlich sollen auch die eigenen Kunden für die Dienstleistungen der „Private Cloud“ später einmal bezahlen.

Windows Server 2008 R2 bringt hier bereits viele der benötigten Funktionen mit; das SP1 erweitert sie um einige nützliche Details. Als TechNet Subscriber kann man sich ein entsprechendes Windows Server 2008 R2 Image aus dem persönlichen TechNet Bereich herunterladen und auch zeitlich unbegrenzt für diese Testimplementierung nutzen.

Der System Center Operations Manager 2007 R2 dient als Überwachungstool für die verwendete Hardware und Software. Neben dem Server selber werden dazu die passenden Management Packs verwendet, wie z.B. für HP Server, Netzwerk-Komponenten oder Storage Systeme. Auch die System Center Software ist im privaten TechNet Portal zu finden, während die Management Packs auch direkt aus dem Operations Manager heruntergeladen werden können.

Für die Virtualisierungsaufgaben kommt dann der System Center Virtual Machine Manager 2008 R2 (SCVMM) ins Spiel. Der SCVMM erlaubt die einfache Verwaltung aller Hyper-V Hosts, kann aber auch mit VMWare umgehen. Mit SCVMM kann man seine Hosts in unterschiedliche Ressourcengruppen einteilen und später einzelnen Abteilungen zuordnen. Außerdem können virtuelle Maschinentemplates hinterlegt werden, ISO Images zentral zur Verfügung gestellt werden und Berechtigungen für die jeweilige Nutzung definiert werden. Im Zusammenspiel mit dem Operations Manager, aber auch bereits mit SCVMM Bordmitteln können dann die Ressourcen überwacht werden: wie stark sind meine Hosts ausgelastet, was macht eine bestimmte VM, wo habe ich noch Platz oder Ressourcen frei und wo lege ich die nächste VM am besten an. Auf alle diese Fragen bietet SCVMM die passende Antwort. Auch SCVMM wird einfach über die TechNet Subscription bezogen.

Schlussendlich muss noch alles zusammen gebracht werden. Hierfür ist das System Center Virtual Machine Manager Self Service Portal 2.0 (SSP) die ideale Lösung. Das SSP ist von Microsoft explizit für diese Aufgabe entwickelt worden. Kurz gesagt können einzelnen Geschäftsabteilungen sich im SSP registrieren und anschließend über ein Webportal neue VMs auf den ihnen zugeteilten Hosts anlegen, verwalten und nutzen. Auf der anderen Seite kann die IT mit dem SSP eine Kostenabrechnung für die genutzten Ressourcen aufbauen. SSP steht als TechNet Solution Accelerator als Download bereit.

Aufbau der Lösung

Zunächst werden die Hosts mit Windows Server 2008 R2 installiert. Um SCVMM nutzen zu können, richtet der Installation Assistent noch einige weiteren Rollen und Serverfunktionen ein:

  • Hyper-V
  • Windows Remote Management Service (WinRM)
  • Internet Information Services (IIS) 7.0 Dazu gehört die Webserver Rolle und die folgenden Server Role Dienste:
  • IIS 6.0 Metabase Compatibility
  • IIS 6 WMI Compatibility
  • Static Content
  • Default Document
  • Directory Browsing
  • HTTP Errors
  • ASP.NET
  • .NET Extensibility
  • ISAPI Extensions
  • ISAPI Filters
  • Request Filtering
  • Microsoft Message Queueing (MSMQ)
  • Windows PowerShell 2.0
  • Microsoft .NET Framework 3.5 SP1 (bereits im Windows Server 2008 R2 enthalten)

Als letztes wird noch eine Datenbank für SSP und SCVMM benötigt. SCVMM kommt in einer Kleinstumgebung zwar mit der SQL Express Edition aus, SSP benötigt aber mindestens die Standard Edition. Da in der TechNet Subscription der SQL Server enthalten ist, kann man sich hier auch problemlos die Enterprise Edition herunterladen. Die eigentliche Installation ist dank der umfangreichen Installationsassistenten recht selbsterklärend

1) Windows Server 2008 R2 installieren

2) Hyper-V und IIS 7.0 Rollen mit allen Zusatzdiensten wie verlangt hinzufügen

3) Weitere Serverfunktionen und MSMQ hinzufügen

4) Active Directory installieren (AD DS)

5) SQL Server 2008 oder 2008 R2 installieren

6) Alle verfügbaren Updates installieren

7) SCVMM installieren

8) SCVMM Administrationskonsole installieren

9) Updates installieren

10) SSP Server Komponenten installieren

11) SSP Webseite & dafür nötige Komponenten installieren

Wenn man alles auf einer Maschine installieren will, muss man das Setup von SCVMM / SSP einfach mehrfach starten, da die Produkte ihre unterschiedlichen Rollen trennen, um sie so auf mehreren Maschinen verteilen zu können. Oft reicht 1 Server vollkommen aus; erst bei über 400 Hosts benötigt man z.B. die Trennung zwischen Datenbank und SCVMM Server.

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SSP – der „Kleber“ der alles zusammenbringt

Bis hierher war alles einfach nur Produktinstallation. Um die Private Cloud Funktionalität zu erreichen, braucht man nun SSP um alles zusammenzufügen. Hier handelt es sich nur um Software, sondern auch um Prozessimplementierungen: Mit dem SSP Webportal sollen einzelne Bereiche auf dedizierte Ressourcen zugreifen, die man vorab entsprechend zuweisen muss. Genauso muss man aber auch überlegen, wer der jeweilige Bereichsadmin wird und wie das Kostenmodell aussehen soll. Auf der „Getting Started“ Illustration kann man sehen, welche Aspekte hier alles beachten werden sollten.

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Die eigentliche Konfiguration von SSP ist nun sehr situationsspezifisch. Eine mögliche Konfiguration wird in einem späteren Blogeintrag beschrieben.

Gruß,
Frank Koch

Comments
  • <p>Vor einiger Zeit wurde ein neues Tool von Microsoft im Bereich Private Cloud veröffentlicht. Ich werde</p>

  • <p>An Cloud Computing kommt heutzutage eigentlich kein IT-Verantwortlicher mehr vorbei. Doch welche Dienste</p>

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