Heute mal ein etwas anderer Beitrag: Armin Wegner (Services Account Manager, s.u.) im Gespräch mit Ralf Essbaumer (Premier Field Engineer innerhalb des Premier Supports von Customer Services & Support) über das Thema Windows 7 Deployment:

Armin Wegner, Microsoft Premier Services: Ralf, wie lange bist du schon bei Microsoft und welche Aufgaben hast du im Speziellen?

RE: Ich bin seit 5 Jahren bei Microsoft und habe als Support Engineer Themen wie Performance Probleme, Bluescreen Analysen und weitere Aufgaben zum Thema Server und Client Betriebssysteme bearbeitet. Seit drei Jahren bin ich in der PFE (Premier Field Engineer) Organisation. Als PFE bin ich proaktiv und reaktiv beim Kunden vor Ort, und unterstütze ihn dabei unsere Produkte auszurollen.

AW: Mit welchen Angeboten unterstützt Microsoft beim Windows 7-Deployment?

RE: Im Rahmen des Premier Supports haben wir eine Vielzahl von Optionen die wir unseren Kunden anbieten können. Beispielsweise haben wir einen „Windows 7 Essentials“ Workshop, den wir in der frühen Windows 7 Projektphase beim Kunden ausliefern. Ziel von diesem Workshop ist es, den Kunden die neuen Features von Windows 7 näher zu bringen. Im laufenden Projekt haben wir Consulting und auch DSEs (Dedicated Support Engineers) die den Kunden vor Ort begleiten. Als nächsten Schritt haben wir einen Health Check im Sortiment, der den neuen Windows 7 Client von unserem Kunden auf Herz und Nieren testet. Somit kann unser Kunde sicher sein, dass der Client, der kurz vor dem Deployment steht, „Gesund“ ist.

AW: Wie läuft so ein Health Check genau ab?

RE: Der Health Check wird bei uns als Windows Desktop Risk Assessment Program (WDRAP) geführt. Wenn eine Anfrage für einen WDRAP bei uns eingeht, setzten wir gemeinsam mit den Technical Account Manager (TAM) eine kleine Telefonkonferenz auf und besprechen die Details.

Der Kunde bekommt von uns vorab ein kleines Tool, den er auf einem Client installiert und von diesem Client aus wird dann später dieser WDRAP beim Kunden durchgeführt. Der erste Tag, den ich dann beim Kunden bin, werden wir gemeinsam alle Logs und Informationen vom Client ziehen, die wir brauchen. Am zweiten Tag werten wir alles gemeinsam aus. Es ist sehr wichtig, dass der Kunde hier mit uns eng zusammen arbeitet. Ein Wissenstransfer ist ein wesentlicher Bestandteil eines WDRAPs. Am dritten Tag besprechen wir die ersten Ergebnisse in einer kleinen Runde durch. Der vierte und letzte Tag des WDRAPs ist eine Präsentation beim Management über die Ergebnisse des WDRAPs.

AW: Welches sind die größten „Stolpersteine“ bei der Windows 7-Einführung

RE: Da der Client ein komplexes Thema ist und ich noch nie einen Client bei einem Kunden komplett identisch bei einem anderen Kunden gesehen habe gibt es keinen typischen „Fehler“.

Dennoch gibt es zwei Themen die mir am Herzen liegen, die jedoch bei dem einen oder anderen Kunden übersehen werden.

Das erste Thema ist der Internet Explorer. Der Umstieg auf Windows 7 bedeutet, dass mindestens die Version 8 des Internet Explorer zum Einsatz kommt. Leider nutzten einige Kunden häufig noch IE Versionen wie den IE6. Zwischen den IE6 und IE8/9 gab es einen großen Technologiesprung und somit müssen alle Intranet Seiten auf Funktion geprüft werden.

Das zweite Thema ist Printing. Auch hier sollte man nicht die Arbeit unterschätzen, die in der Prüfung von Treibern, 32 Bit und 64 Bit, und älteren Druckern in Verbindung der Kompatibilität von Windows 7 steht.

AW: Beim Thema Printing hast du 64 Bit angesprochen. Findest du es sinnvoll Windows 7 in 64 Bit auszurollen?

RE: Einige Kunden schrecken es etwas davor zurück, Windows 7 mit 64 Bit auszurollen. Natürlich gibt es hier einen Mehraufwand der im Projekt anfällt. Beispielsweise ist zu prüfen, ob es für die Hardware die eingesetzt wird alle Treiber in 64 Bit vorliegen. Aber auch die Applikationen müssen getestet werden, ob alles Fehler frei läuft.

Jedoch gibt es mit der 64 Bit Architektur viele Vorteile, die diesen Mehraufwand meiner Meinung nach aufwiegen.

AW: Welchen Mehrwert hat der Kunde durch die Unterstützung eines Premier Field Engineers (PFE) bei der Einführung von Windows 7?

RE: Ganz klar nenne ich da „Erfahrung“ als ersten Mehrwert. Die PFE Organisation unterstützt viele Großkunden beim Ausrollen neuer Produkte. Die Herausforderungen die bei einem Rollout auftreten, entstehen gelegentlich auch bei anderen Großkunden. Somit kann man Sätze häufig beginnen wie „bei einem anderen Kunden haben wir das Problem so lösen können…“

Als weiteres Plus ist es, dass wir der Hersteller von Windows 7 sind und somit letztendlich bis zum Programmierer gehen können. Somit haben wir natürlich Zugriff auf alle Ressourcen die man sich als Techniker nur wünschen kann.

Gastautor Armin Wegner, Services Account Manager – Microsoft Premier Services, bei der Microsoft Deutschland GmbH, hat dieses Interview für das Windows 7-Blog geführt. Sie erreichen den Autor unter https://www.xing.com/profile/Armin_Wegner2 oder direkt über armin.wegner@microsoft.com
Kontakt Ralf Essbaumer: ralf.essbaumer@microsoft.com

 

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