Gastbeitrag von Georg Binder, selbständiger IT-Dienstleister und Autor von windowsblog.at.

Nun, unbedarfterweise könnte man ja auf die Idee kommen und einfach einen Rechtsklick auf das Windows Verzeichnis zu machen und auf Eigenschaften zu gehen:

truesize

Demnach rund 15 GB und etwas über 86.000 Dateien. Dieser Wert ist… falsch.

Warum? Kann der Explorer denn etwa keine korrekten Werte zurückliefern? Und die Antwort: Kann er tatsächlich nicht, denn der Explorer kann weniger als das Dateisystem NTFS. Das merkt man eh an bestimmten anderen Erlebnissen, wie zum Beispiel das Kopieren von verschachtelten Ordnern, wenn die Pfadlänge zu lang wird. Auch hier streikt der Explorer, während es andere Tools können (wie zum Beispiel das Bordmittel robocopy).

In diesem Fall berücksichtigt der Explorer die Hard Links im Verzeichnis nicht. Hard Links sind – vereinfacht ausgedrückt – einfach Verweise auf eine bereits bestehende Dateien, d.h. anstatt eine Datei tatsächlich mehrfach auf der Platte zu haben, wird nur darauf verwiesen. Für ein Programm (wie auch den Explorer) scheint diese Datei dann auch tatsächlich mehrfach zu existieren,…

Hintergrundinfo zu Hard-Links und Symbolic Links:

Ok… und wie groß ist der Ordner jetzt wirklich?

Nachdem mich der Explorer also im Stich lässt, verwende ich beispielsweise das Kommandozeilentool ctTrueSize. Das kann die korrekte Ordnergrößen unter Berücksichtigung von NTFS-Spezialitäten wie Soft- und Hardlinks, komprimierten Dateien und Alternate Data Streams (ADS) berechnen:

truesize2

Und siehe da, es sind (“nur”) 11,6 GB statt 15 und immerhin 24.000 Dateien weniger…

Download: http://www.heise.de/software/download/cttruesize/50272