Gastposting von Oliver Scheer, Developer Evangelist - Windows, Silverlight und UI-Technologien bei der Microsoft Deutschland GmbH.
Nur noch 38 Tage bis zum Windows 7 Launch.
Heute dreht sich alles um die kleinen netten Systemtools, die für die Administration und Ressourcenverwaltung zuständig sind.
Ausführen
Für Shell-Fans, also keine Fans der Tankstelle, sondern Fans des schwarzen Textbildschirms aus alten Zeiten, ist dieses Miniprogramm absolute Pflicht. Durch die Tastenkombination Windows+R oder den Befehl Run/Ausführen im Suchfeld des Startmenüs wählt man sich das Programm „Ausführen“ aus.
Es ist vielleicht eines der einfachsten Windows-Programme aller Zeiten, denn es hat nur eine Funktion: das Starten von anderen Programmen oder das Ausführen von Befehlen. Schnelltipper benutzen es ganz gerne, um mal eben Programme, deren „DOS“-Namen sie in- und auswendig kennen, schnell zu starten, z.B. mit „CMD.exe“, „fdisk“, „xcopy c:\daten d:\Daten“, “Format C:”, usw..
Aufgabenplanung
Die Aufgabenplanung, englisch Task Scheduler genannt, ist für die Verwaltung von regelmäßigen Aufgaben zuständig. Unter regelmäßigen Aufgaben werden Dinge wie z.B. das tägliche Prüfen der Festplatten, wöchentliches Defragmentieren, usw. verstanden.
Über die Aufgabenplanung kann man sehr genau sehen, wann Windows 7 welche Tätigkeiten ausführt, z.B. wann Microsoft ForeFront seine Virensignaturen aktualisiert.
In der Aufgabenplanung kann man aber auch eigene Aufgaben integrieren. Dabei steht jedem ein sehr mächtiges Regelwerk zur Verfügung. Es kann in regelmäßigen Abständen (x Tage/Woche/Monat), zu bestimmten Uhrzeiten, nach einer bestimmten Zeit des Leerlaufs oder nach einen bestimmten Ereignis (z.B. Login) eine Tätigkeit gestartet werden.
Computerverwaltung
Die Computerverwaltung ist eine Übersichtsanwendung, in der viele, teilweise schon beschriebene, Werkzeuge zusammengefasst sind. Dazu gehört zum Beispiel die Ereignisanzeige, auf der man sehen kann, was eigentlich so alles im System passiert. Dort sind in der Regel Protokolle von Anwendungen und Diensten zu finden. Interessant für Entwickler ist, dass man sich mittels einer einfachen API in diese Anzeige einklinken und dort seine Protokollierungen eintragen kann. Damit hat der Anwender die Möglichkeit, alle Protokolle an einer zentralen Stelle zu sehen. Aber auch der Geräte-Manager für alle an den PC angeschlossenen Erweiterungen ist über die Computerverwaltung zugänglich.
Weitere Features der Computerverwaltung sind: Aufgabenplanung, Ereignisanzeige, freigegebene Ordner, lokale Benutzer und Gruppen, Leistungsüberwachung, Datenträgerverwaltung, Dienste und Anwendungen.
Datenträgerbereinigung
In Zeiten von Giga- und Terrabyte ist dieses Tool nicht weniger wichtig geworden. Vielen Benutzern fällt auf, dass nach längerem Gebrauch von Windows die Festplatte eventuell immer weniger Festplattenplatz aufweist. Warum ist das so? Dafür gibt es diverse Gründe, wie z.B. das Speichern von Wiederherstellungspunkten, Fehlerbenachrichtigungen für Microsoft, die noch nicht übertragen wurden, temporäre (Internet-)dateien, Spielstatistiken, uvm. Möchte man allerdings gerne etwas Speicher auf seiner Platte freigeben, weil man gerade ein sehr großes Programm wie z.B. Visual Studio installiert, dann ist die Datenträgerbereinigung sehr hilfreich. Sie durchsucht die „üblichen“ Verdächtigen und bietet dem Benutzer an, Dateien aus verschiedenen Kategorien zu bereinigen.
Das habe ich gerade eben mal getestet und prompt 1,35 GB mehr Platz auf meiner Platte.
Defragmentierung
Ein Klassiker und Mythos unter den Systemwerkzeugen, wer erinnert sich nicht an gerne an die alten Zeiten als diverse Defragmentierungstools stundenlang bunte Blöcke von rechts nach links und von oben nach unten verschoben haben. Beim Defragmentieren werden einzelne Dateien, die über verschiedene Blöcke auf der Festplatte verteilt sind, so angeordnet, dass sie direkt nebeneinander liegen und damit schneller zu lesen sind. So wird verhindert, dass sich der Lesekopf der Festplatte nicht unnötig hin und her bewegen muss.
Inzwischen ist es weitaus weniger spektakulär geworden, denn der Defragmentierer von Windows 7 überprüft schnörkellos den Defragmentierungsgrad der Festplatte und bietet ein direktes oder zeitgesteuertes Defragmentieren an. Die ganze Prozedur ist recht aufwändig, da nahezu jedes Bit auf der Festplatte angefasst wird.
Ressourcenmonitor
Der Ressourcenmonitor entspricht einfach formuliert einem Taskmanager mit zuviel Koffein. Er analysiert und dokumentiert den Ressourcenverbrauch des Systems. Dazu gehören CPU, Festplatten, Netzwerk und Speicherverbrauch.
Dort kann man z.B. relativ leicht sehen, welches Programm wieviele Bytes pro Sekunde auf die Festplatte speichert oder wer wieviele Daten über das Netzwerk schickt.
Gerade für das das Aufspüren von „Ressourcenfressern“ sehr gut geeignet. Ich zeige das Programm immer gerne den Leuten, die meinen mich anmeckern zu müssen und sagen „Mein Windows ist zu langsam“. So müssen sie sehen, welche ihrer tollen „Super-Duper-Mega-Unnötigen-Programme-auf-Zeitschriften-Beilegern-die-man-gar-nicht-braucht“-Tools, die eigentlich als „Wow-Ich-mach-dein-Windows-zig-Mal-schneller“-Geniestreich angepriesen werden, unglaublich viele Ressourcen benötigen, um überhaupt zu starten.
PS: Während des Screenshots habe ich gerade ein Video encoded.
Systeminformationen
Was für eine Hardware habe ich eigentlich? Welche Komponenten sind in meinem Rechner eingebaut? Wie ist eigentlich mein Arbeitsspeicher genau belegt? Auf welcher Speicheradresse hat sich der Grafikkartentreiber platziert? Welche Umgebungsvariablen habe ich im System gesetzt? Welche Programme befinden sich in der Autostartgruppe? Welche Windows-Fehlerberichte wurden noch nicht gesendet? Wie lautet die Antwort auf alle Fragen? 42 und das Programm Systeminformationen.
Systemwiederherstellung
Windows 7 hat das Treibermodell von Windows Vista übernommen. Das bedeutet, dass Treiber, die unter Vista liefen, dies in der Regel auch mit Windows 7 tun. Trotzdem schaffen es immer noch diverse Hersteller und Anbieter von Software, Dinge dort einzubauen, die das System beeinträchtigen können. Das liegt zum einen daran, dass der Benutzer/Besitzer/Administrator sich gerne Software installiert, die manchmal nicht so ganz konform mit dem Treibermodell von Windows ist, oder aber Systemkomponenten austauscht, die eigentlich nicht berührt werden sollten.
Was kann man tun, wenn dies passiert ist, und das System leider nicht mehr so stabil ist wie vor der Installation? Man verwendet die Systemwiederherstellung – diese erlaubt es an jeden beliebigen Wiederherstellungspunkt (vor der Installation) zu springen und damit die Installation rückgängig zu machen.
Zeichentabelle
Mindestens einmal im Leben eines Entwicklers oder auch Anwenders steht man vor einem Zeichen, das man eintippen muss, aber es „verdammt nochmal“ nicht auf der Tastatur findet. Wie tippt man nun dieses Zeichen ein? Und welche Zeichen gibt es eigentlich sonst noch?
Hier hilft die Zeichentabelle weiter: In dieser befinden sich alle Schriftarten des Systems. Dort kann man nach jedem Zeichen blättern und sich das gesuchte Zeichen herauskopieren. Ohne dieses Tool hätte ich dieses Zeichen nicht tippen können: Ω.
Remote-Desktop-Verbindung
Für mich ein sehr wichtiges Werkzeug, denn ich bin faul und habe meistens keine Lust, zu meinen diversen Rechnern und Servern zu laufen. Bei meinem Webserver wäre das auch sehr aufwändig , denn dieser steht nämlich in Karlsruhe.
Mithilfe der Remote-Desktop-Verbindung hat man die Möglichkeit, sich von seinen normalen Desktop-PC mit jedem anderen im Netz verfügbaren Rechner zu verbinden und ihn über seinen eigenen Desktop zu steuern. Dieser „Remote-Desktop“ wird auf dem Benutzer-PC als ganz normales Fenster oder im Vollbildmodus angezeigt. Auf dem Remote-Desktop kann man alles tun, was auch auf dem lokalen Rechner möglich wäre. Eignet sich unter anderem sehr gut dazu, den eigenen Webserver zu kontrollieren und gegebenenfalls eine Installation auf diesem durchzuführen.
Das Video des Tages
Hier geht es zum 7×7 Countdown
Es gefällt mir gut, wie diese Tools erreichbar gemacht werden. Danke für den Beitrag.
The world in a nutshell! Both little helpers explain very well how to use those tools in WIN 7 - and what I appreciate is the fact that most of them have been transfered from the older OS's.