Windows 7

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Versionitis

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Gastbeitrag von Georg Binder, selbständiger IT-Dienstleister und Autor von windowsblog.at. 

Ich habe in letzter Zeit viele Anfragen bekommen bezüglich “welche Version” und “was kostet es wirklich”. Ich werde in diesem Artikel mal die Versionen vereinfacht beleuchten, die Unterscheidung zwischen 32 und 64 Bit sowie die Kosten kommen extra,…  Tja, so ist das, es hat 6 verschiedene XP Versionen gegeben, es gab 6 verschiedene Vista Versionen und es gibt 6 verschiedene Windows 7 Versionen. Gerüchteweise sogar noch mehr. Aber diesmal finde ich es eigentlich einfacher…

Einfacher?

Eine höhere Version von Windows 7 beinhaltet auch alles der “niedrigeren”. Das ist anders als bei Vista, wo zum Beispiel das Media Center zwar in Home Premium drin war, aber nicht in (der teureren) Business. Demzufolge gibt es kein entweder oder, sondern nur die genaue Betrachtung, ob man denn wirklich mehr ausgeben will oder muss.

Warum gibt es unterschiedliche Versionen?

Die wohl wenig marketinglastige aber ehrliche Antwort: Weil Microsoft was verdienen möchte. Und das ist nicht verwerflich, dafür braucht Microsoft auch keine Staatshilfen (…). Wer mehr will, darf mehr zahlen. Auf der anderen Seite: wem der ja durchaus stattliche Funktionsumfang einer Home Premium reicht, zahlt weniger,…

Die Liste hier ist nicht komplett (absichtlich), sondern hat nur die *wirklichen* Gründe (aus meiner Sicht).

  • Home Premium
    Hat alles für den Heimbereich von den Heimnetzgruppen über das Media Center,… im Prinzip sollten “alle” Privatbenutzer mit dieser Version überglücklich werden. Jeder Heimnutzer, der eine “höhere” Version braucht, muss mir Rede und Antwort stehen :) Nein, Spaß, Microsoft freut das natürlich ungemein, wenn man mehr ausgibt, aber notwendig erscheint es mir für Heimbenutzer nicht.
  • Professional
    Grund nicht Home Premium zu nehmen, sondern Professional:
    • Domain Join – und damit ganz klar. Ein Unternehmen, das Active Directory nutzt z.B. über einen Small Business Server und Gruppenrichtlinien nutzen will, braucht (mindestens) Professional. So wie bei XP,…
    • XP Mode: für einzelne (bestimmte und begrenzte) Anwendungsfälle kann der XP Mode dazu verwendet werden, XP Anwendungen, die nicht unter Windows 7 laufen, weiterzuverwenden. Nett: die XP Lizenz für die Verwendung innerhalb von Virtual XP gibt’s gleich dazu. Für große Firmen ungeeignet, da der Managementteil fehlt (dazu gibt es MDOPs MED-V). Der XP Mode ist nicht für Spiele zu gebrauchen(Trio S3 Grafikkarte,…) und macht alleine schon deshalb keinen Sinn in einer Home Version.
    • Weitere Funktionen beinhalten das Image-Backup über Netzwerk, Schattenkopien, Remote Desktop Host,…
  • Enterprise
    Grund nicht Professional zu nehmen, sondern Enterprise :
    • IT/Client-Management ist ein Thema im Unternehmen.
    • DirectAccess, BranchCache, AppLocker, BitLocker, Mehrsprachigkeit, VHD Boot, 4 Lizenzen,..
    • Optimized Desktop Szenarien mit MDOP (NUR mit Enterprise zu erwerben!), App-V, MED-V, DaRT, AIS, DEM,  AGPM.
  • Spezialversionen
    • Starter
      Für Ultra-Low-Cost PCs, nur vorinstalliert, d.h. die kann man nicht “kaufen”. Gut genug, um mal eMail zu schreiben oder zu surfen (und man kann auch auf einer Starter “alles” installieren, von da her keine Begrenzung), aber kein Aero, keine Desktopdesign (keine Möglichkeit das Hintergrundbild zu ändern),… ich sehe es so: besser als gar nix, fällt vom Preis her nicht sonderlich ins Gewicht, aber eben wirklich nur für einen sehr begrenzten Einsatzbereich.
    • Home Basic
      Gibt’s bei uns nicht.
    • Ultimate
      Sonderversion für den Fall, dass man als (Klein-)Unternehmen oder Privater den Funktionsumfang der Enterprise Version braucht. Achtung: bis auf den Umstand, dass man aus psychologischen Gründen unbedingt die “beste” Version braucht, gibt es hier IMHO kaum Gründe für Ultimate. BranchCache, AppLocker, DirectAccess,… das sind Funktionen für “große” Unternehmen, komplett ohne Anwendungsfall für eine Einzelperson. Mir fallen hier zwei Anwendungsfälle (Gründe) ein: Man braucht die Mehrsprachigkeit und/oder man möchte BitLocker nutzen. (Aktuelle Rootkits mal abgesehen, als Einzelperson kann man auch TrueCrypt nutzen, bleibt also die Mehrsprachigkeit.)

Fazit

Dadurch ergibt sich folgende “Empfehlung”:

  • Als Privater –> Windows 7 Home Premium
  • Als Kleinfirma –> Windows 7 Professional
  • Als Firma –> Windows 7 Enterprise

Ergänzungen gerne gesehen, aber ich glaube dass man es letztlich auf diese einfache Formel (und dennoch korrekt) vereinfachen.

Comments
  • Für mich als Privat-/Büro-Anwender kommt trotzdem nur die Enterprise in Frage. Und zwar wegen NFS-Unterstützung. Meine private Netzwerkstruktur basiert auf Linux und wenn ich die Möglichkeit habe, NFS zu verwenden, will ich mich nicht mit Samba rumschlagen müssen.

  • NFS ist meines Wissens in Windows 7 Professional, Ultimate und Enterprise drin. Du mußt auch beachten: Windows 7 Enterprise kanst Du nur über einen Volumenlizenzvertrag mit Software Assurance beziehen. Das wird für einen Privatanwender schwierig.

    VG, Daniel

  • Sicher, dass NFS auch in Pro dabei ist? Hätte gedacht, dass das ein Feature des "Subsystem for UNIX-based Applications" bzw. neuer Name "Services for Unix" ist - und damit wäre es nur in Enterprise/Ultimate.

  • Ich habe dazu in der Tat bisher widersprüchliche Informationen bekommen. Auf dem SFU-Blog habe ich jetzt gefunden, dass NFS in Professional NICHT dabei ist:

    # Ashish said on July 7, 2009 2:31 PM:

    Win 7 Ultimate and Enterprise will get NFS but Professional will not. Seems like sufficient information was not present to make it happen.

    http://blogs.msdn.com/sfu/archive/2009/01/23/nfs-and-sua-in-windows-7.aspx

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