Windows7

Am Tag 2 zeigt Microsoft auf der Professional Developers Conference (PDC) in Los Angeles zum ersten Mal die nächste Version seines Clientbetriebsystems: Windows® 7. Alle Teilnehmer der PDC erhalten heute ab 13:00 Uhr Ortszeit eine pre-beta Ausgabe, was natürlich auch bedeutet, dass das Produkt noch nicht fertig ist und bis zur Verfügbarkeit des finalen Produkts durchaus auch gravierende Änderungen noch möglich sind. Diese Version soll primär einen Einblick in den aktuellen Entwicklungsstand geben und aufzeigen, in welche Bereiche der Entwicklung Microsoft investiert und was Kunden von Windows 7 an neuen Funktionen erwarten können.

Die Kernarchitektur von Windows 7 wird sich nicht stark verändern. Sie baut auf die Grundlagen auf, die mit Windows Vista und Windows Server 2008 geschaffen wurden. Unser Ziel hierbei ist die höchste Kompatibilität zu Anwendungen und Treibern. Alles, was für Windows Vista zertifiziert wurde, soll ohne Änderung auch auf Windows 7 laufen. Diese Aussage ist vor allem vor dem Hintergund bestehender Vista Migrationsprojekte wichtig, da dadurch der Umstieg auf Windows 7 wesentlich sanfter und potentiell problemfreier erfolgen kann.

Das Entwicklungsteam hatte als erste und wichtigste Vorgabe ‘the fundamentals' im Blick: Performance, Anwendungs- und Treiberkompatibilität, Zuverlässigkeit, Sicherheit und Energieverbrauch. Diese Entwicklungsaufgaben wurden vor allem auf Basis von Telemetriedaten über die tatsächliche Nutzung der PCs möglich, die wir mit dem Windows Customer Experience Improvement Program von Teilnehmern, die sich aktiv bereit erklärt haben, ihre Daten Microsoft zur Verfügung stellen zu wollen, sammeln konnten. Natürlich habe wir nicht erst mit der Entwicklung von Windows 7 angefangen, in diesen Gebieten Fortschritte zu erzielen. Die Entwicklung von Windows 7 ist hier mehr die Fortführung der Arbeit, die wir schon für Windows Vista SP1 begannen.

Was sind nun die Highlights von Windows 7 für Administratoren?

Verwaltbarkeit

Windows Vista brachte große Fortschritte für die zentrale Verwaltung von Computern durch signifkikante Verbesserungen im Bereich der Gruppenrichtlinien. Windows 7 führt diese Entwicklung nahtlos fort. Wir machen noch mehr Einstellungen und Komponenten verwaltbar mit diesem mächtigen Tool.

Eine besondere Herausforderung spielen dabei mobile PCs. Mittlerweile werden mehr Laptops als Desktops weltweit verkauft. Die meiste Zeit ist ein Laptop aber naturgemäß nicht unbedingt mit dem Netzwerk verbunden, das ihn verwalten kann. Die für mich größte Neuerung in Windows 7 wird eine Funktion mit dem Namen DirectAccess sein. DirectAccess erlaubt mir, an meinem Laptop von überall arbeiten zu können, als wenn ich mit dem Firmennetzwerk verbunden wäre. Ich brauche mir keine Gedanken mehr darüber zu machen, ob ich einen VPN-Tunnel aufbauen muss. Sobald ich eine Internetverbindung habe, kann ich auf Firmenressourcen transparent zugreifen.

Eine weitere Neuerung ist die Integration der Powershell v2. Die nächste Version bringt einen grafischen Editor mit zur Automatisierung sich wiederholender Aufgaben, auch wenn man nur über minimale Kenntnisse in Scripting-Techniken verfügt.

Security und Compliance

Windows Vista war Microsofts erster Schritt zum Nutzen des Systems mit nicht-administrativen Berechtigungen. User Account Control (UAC) als Technologie dahinter sorgte für heisse Diskussionen. Das Ziel dieser Änderung ist das Etablieren des Standard User Modes gewesen. BitLocker® Drive Encryption in Windows Vista und die Erweiterung zum Schutz von non-boot Volumes in SP1 boten erstmals hohe Sicherheit für vertrauliche Daten auf mobilen PCs.

Mit Windows 7 wird insbesondere UAC verändert. Administratoren bekommen mehr Eingriffsmöglichkeiten in die Vorgehensweise von UAC zum Finetuning. BitLocker erlaubt zukünftig auch die Verschlüsselung von Wechseldatenträgern. Es sind Gruppenrichtlinien möglich, die zum Beispiel das Schreiben von Daten auf USB-Sticks nur erlauben, wenn der Stick mit BitLocker verschlüsselt ist.

Bereitstellung

Windows Vista führte zur Bereitstellung das Windows Imaging Format (WIM) ein. Es erlaubt das Erstellen von hardware- und sprachunabhängigen Images. In vielen Umgebungen mußte man dadurch nur noch ein Image erstellen für eine weltweite Organisation. In Windows 7 wird diese Technology erweitert durch Dynamic Driver Provisioning, Deployment Image Service and Management tool, Multicast Multiple Stream Transfer und Verbesserungen für den User State Migration.

Weitere Informationen über Windows 7, Windows Vista und alle Windows Client-Technologien werden unter den Ressourcen zur Einführung von Windows Vista (Springboard) veröffentlicht.

P.S.: Steve Sinofsky, Senior Vice President Windows and Windows Live Engineering Group, zeigte zum Schluß Windows 7 auf einem Netbook mit 1GHz CPU und 1GB RAM. Es ist die Hälfte des Hauptspeichers nach dem Booten frei - Windows 7 wird also auch auf Netbooks performant laufen. Mehr zu den Änderungen vor allem an der Oberfläche in einem späteren Postings.