“The door is closed. The decision was not to use technology at all,” mit diesen Worten kommentiert Generalsekretär Jerome Valcke die Entscheidung der FIFA (Fédération Internationale de Football Association) vom März 2010, auch in Zukunft auf Technologien zu verzichten, die dazu beitragen, die Schiedsrichter bei Ihrer Arbeit zu unterstützen. Und er schließt sein Statement mit den Worten:

“Let’s keep the game of football as it is.”

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Was in diesem Zusammenhang erstaunt, ist nicht nur, dass wir das Jahr 2010 schreiben, sondern auch, dass Herr Valcke implizit unterstellt, dass es gerade die Fehlentscheidungen sind, die diesen Sport pikant und publikumswirksam machen.

Und dass damit ein mediales Missverhältnis zementiert wird, dass für einen Schiedsrichter die Arbeit immer unzumutbarer macht: auf der einen Seite das Publikum, das mit Superzeitlupe und allen technischen Feinheiten ausgestattet wird, um die Entscheidungen der Schiedsrichter, die nichts haben außer einen Funkkontakt untereinander, zu belächeln bzw. verteufeln zu können.

Wofür taugt Technologie eigentlich?

Für mich bedeutet diese Entscheidung, dass ich einige Annahmen, die bislang mein Handeln und Denken begleiteten, entschieden in Frage stellen muss. Ging ich doch bislang davon aus, dass eine der Hauptaufgaben der Informationstechnologie darin besteht, Menschen bei Ihrer Entscheidungsfindung zu unterstützen.

Oder gibt es Freiwillige, die dieses Einsicht genannte Allgemeingut zu den Leuten bei der FIFA tragen, die für solche Entscheidungen zuständig sind.

Übrigens: Wo ist das Spiel eigentlich?

Danke Gerry McGovern für den entscheidenden Hinweis!

posted by Wolfgang Tonninger