Angesichts des Hypes rund um Google Buzz geht eine Entwicklung aus dem Hause Microsoft hierzulande beinahe unter: die Rede ist von dem Outlook Social Connector (OSC), den Microsoft im November 2009 vorstellte und der seit heute auch als Public Beta zum Download bereitsteht.
Was Google mit Gmail kann, schafft Microsoft mit Outlook: nämlich die vorhandenen E-Mail Kontakte in ein soziales Netz zu integrieren und damit die beiden wichtigsten Kommunikationsweisen des modernen Internet zusammenzuführen.
>>> zum Video
Das Praktische dabei: “Nutzer verschiedener Social Networks können bei eingehenden Nachrichten im Outlook gleich auch im Web die Kontakte knüpfen. Mit einem Mausklick.”
Doch hier geht es um viel mehr als um praktische Dinge. Es geht darum, aus welche Applikation in Zukunft unser zentraler Einstieg in die Welt der sozialen Netzwerke sein wird. Und da hat Microsoft mit Outlook und einer betont leisen Testphase, in der auch die Privacy-Issues der User sehr ernst genommen werden, keine schlechten Karten – wie auch Mary-Jo Foley heute in einem ZDNet-Artikel betont:
“Google Buzz has been panned widely by users for violating privacy concerns and complicating their inboxes, instead of simplifying them. The Office of the Privacy Commissioner in Canada is currently investigating Google Buzz for privacy-related violations. Microsoft takes a lot of heat for pre-annoucing products and holding back from introducing them until they’ve conducted months of beta testing. Sounds like Google might do well to take a page from Microsoft’s book on that front, given that Buzz seemingly never made it into public beta before its introduction….
Zugegeben: ich bin zerrissen, was dieses Thema angeht. Auf der einen Seite bin ich davon überzeugt, dass solchen News-Aggregatoren die Zukunft gehört. Auf der anderen Seite wäre es mir lieber, wenn wir einen anderen Container als das Mail-System dafür nutzen würden.
Denn diese Integration könnte mehr Fluch als Segen bringen, wenn unsere zeitversetzte Kommunikation über E-Mail permanent mit Status-Meldungen aus den sozialen Netzwerken überlagert wird. Es bleibt abzuwarten, wer dann noch produktiv sein und sich als reifer Anwender behaupten kann. Provokativ formuliert: Wer zwischen Business-Social-Media (LinkedIn) und Junk-Social-Media (Facebook) unterscheiden kann.
Können Sie es? Bzw. glauben Sie, dass diese Unterscheidung wichtig ist?
posted by Wolfgang Tonninger