Wenn von den großen Herausforderungen die Rede ist, denen CIOs 2010 gegenüberstehen, dann streiten sich Virtualisierung und Cloud Computing im Normalfall um die vordersten Plätze. Übersehen werden dabei gerne die Digital Natives, die in der zweiten Reihe nicht mehr still sitzen, sondern aufstehen und zunehmend die Themen vorgeben, mit denen sich IT-Abteilungen heute und spätestens morgen zu beschäftigen haben.

Einen wichtigen Trend, dessen Motor sie sind, nennt Patrick Gray, von TechRepublic, BYOT – oder Bring Your Own Technology – und sieht ihn ihm das Zeichen, dass im Kampf um die besten Arbeitskräfte der Generationswechsel in vielen Unternehmen bereits in vollem Gange ist. BYOT meint im Grunde nichts anderes, als dass die Arbeitskräfte von heute nicht mehr bereit sind, sich von den IT-Abteilungen die Geräte vorschreiben zu lassen, mit denen sie arbeiten, und sich auch nicht mehr von der Meldung aus der gleichen Richtung abspeisen lassen, dass ein Device oder eine Anwendung und damit oft eine Arbeitsweise “in diesem Unternehmen nicht unterstützt wird.

Das Problem dabei aus der Sicht moderner Unternehmensführung: Die Digital Natives sitzen am längeren Ast. Denn sie wissen genau, was sie technologisch erwarten dürfen und werden, wenn sie gut sind, in jenen Unternehmen anheuern, wo sie die Arbeitsumgebung vorfinden, die sie brauchen, um kreativ/produktiv zu sein.

Unternehmen, die sich dagegen wehren, übersehen laut Gray einen entscheidenden Punkt: dass nämlich der BYOT-Trend langfristig zu einem Sinken der internen Support-Aufwände führt, weil eben die neuen User in Gestalt der Digital Natives eine enge Beziehung zu ihren persönlichen Werkzeugen haben und durchaus bereit und in der Lage sind, diese auch selbst zu warten. Vorausgesetzt natürlich, die IT-Abteilung bietet die Rahmenbedingungen für deren produktive Nutzung:

“In the long run, BYOT is actually a very good deal for IT. BYOT gets IT out of the role of supporting huge fleets of dull grey business laptops, and for the rather meager price of letting users choose a device that they feel a personal connection to, actually improves the image of corporate IT. A cost-neutral approach of letting people pick their own technology even becomes a big corporate differentiator, presenting your company as forward-thinking when all you’ve done is reduce your IT infrastructure and “bought users off” by letting them pick the hardware they actually choose to support themselves! Gone are the hoards of steely faces growling “unsupported,” and also gone are the IT headaches associated with the thankless job of supporting end-user hardware.”

Und wo stehen wir in Österreich? Spüren Sie diesen Trend?

posted by Wolfgang Tonninger