Wer heutzutage behauptet, dass Information ein wichtiges Unternehmensasset darstellt, dem kann es passieren, dass er nur müde belächelt wird. Dabei ist diese Aussage - umgeben von den Müllhalden der Informationsgesellschaft - heute viel weniger ein Gemeinplatz als eine Kampfansage.

Dazu passt  die brandneue Studie, die das Global Information Industry Center (GIIC) dieser Tage veröffentlichte. Unter dem Titel How Much Information. 2009 Report on American Consumers wird der Versuch unternommen, all die Arten von Information zu erfassen, die ein durchschnittlicher Amerikaner im Laufe eines Tages zu sich nimmt. Zu sich nimmt, wohlgemerkt, und nicht verdaut. Dafür sind 34 Gigabyte und 100.000 Wörter am Tag eindeutig zu viel.

Die New York Times vom 9. Dezember legt den Finger in die Wunde, wenn sie schreibt: "This doesn’t mean we read 100,000 words a day — it means that 100,000 words cross our eyes and ears in a single 24-hour period. That information comes through various channels, including the television, radio, the Web, text messages and video games.”

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Die Frage ist: Warum gibt es diesen unstillbaren Appetit nach Information? Und die Antwort ist leichter gefunden als gedacht: Denn vielleicht ist der Grund ein simpler Etikettenschwindel, dem wir alle tagtäglich auf den Leim gehen. Indem wir Informationen so behandeln, als wären sie Daten. Daten, mit denen man Maschinen füttert. Wir ernähren uns von Information und wir kleiden uns in sie. Wir scrollen und scannen sie, aber wir verarbeiten sie nicht mehr.

Die neue Welt des Arbeitens braucht keine Verdauungsmaschinen, sondern Menschen, die gut im Selektieren sind. Wir sind alle Information Worker. Die einen mehr, die anderen weniger. Damit beginnt die Geschichte. Und damit könnte sie „happy enden“.

posted by Wolfgang Tonninger