Business Intelligence ist längst keine Geheimwissenschaft mehr, in der Berufene für uns den Würfel drehen. Über die Informationsbedürfnisse des Managements und das engagierte BI-Projekt der Kapsch BusinessCom sprachen wir mit Herwig Fritzl, von der Management Factory.

Herr Fritzl, Sie treten auf der diesjährigen BI-Konferenz Ende November gemeinsam mit Ihrem Kunden, der Kapsch BusinessCom AG, auf. Was zeichnet die von Ihnen dort umgesetzte BI-Lösung aus und was waren die großen Hürden, die zu überwinden waren?

imageHFritzl (im Bild): Die Lösung zeichnet sich einerseits durch einen sehr intuitiven und einfachen Zugang für die Anwender aus, andererseits durch die allgemein gültige Sprach- und Datenbasis für unternehmensweites Reporting - mit  eindeutig definierten betriebswirtschaftlichen Begriffen bzw. Kennzahlen. Die Schaffung dieser einheitlichen und eineindeutigen Begriffswelt war gleichzeitig auch unsere größte Hürde, da sich bei der Kapsch BusinessCom (KBC) im Laufe der Zeit in einzelnen Unternehmensbereichen für denselben Begriff ähnliche – aber eben nicht identische – Bedeutungsinhalte für wichtige Unternehmenskennzahlen entwickelt hatten.

Zentral bei dieser Lösung ist ein State-of-the-Art Management-Cockpit, wie Sie es nennen. Welche Informationen kann das Management heute realistischer Weise einfordern und wie viel Aufklärungsbedarf braucht es dabei von der IT-Abteilung?

HFritzl: Generell kann man heute davon ausgehen, dass praktisch alle relevanten Daten irgendwo im Unternehmen vorhanden sind. Aber eben als Daten und (noch) nicht als Information, die für das Management aufbereitet ist. Der Knackpunkt liegt meist darin, in einem ersten Schritt zu entscheiden, welche Informationen für die Steuerung des Unternehmens benötigt werden. Es geht also primär um Selektion und die Schaffung einer Art Informationspyramide, um nicht in einer Informationsflut zu ersticken. Erst dann werden diese Daten (in Form von gut durchdachten und sauber strukturierten Berichten) so aufbereitet, dass sie für das Management ein Instrument zur Unternehmenssteuerung sind.

Wie mir scheint, reden wir hier schon von Aufgaben, die von der IT-Abteilung allein nicht mehr zu leisten sind ...

HFritzl: Das ist richtig. Die zentrale Rolle kommt dabei der Fachabteilung zu! Natürlich ist für die Umsetzung der technischen Lösung die Einbindung der IT-Abteilung unumgänglich, aber die betriebswirtschaftlich-inhaltliche „Richtlinienkompetenz“  muss in der Fachabteilung liegen! Grundsätzlich sind solche Projekte umso erfolgreicher, je besser diese beiden Abteilungen zusammenwirken. Das hat übrigens bei der KBC auch ganz hervorragend geklappt.

Wie komplex gestaltet sich das Thema der Integration, wenn es darum geht, unterschiedliche Daten in unterschiedlichen Formaten den Mitarbeitern unterschiedlicher Abteilungen über Anwendungen und Plattformen hinweg zur Verfügung zu stellen?

HFritzl: Im Falle der KBC waren wir im Wesentlichen ja „nur“ mit einem einzigen Vorsystem konfrontiert. Wenn es jedoch darum geht, Daten aus unterschiedlichen Systemen zu vereinheitlichen, zusammenzuführen und den Anwendern in unterschiedlichen Formaten – wie beispielsweise Top-Management-Cockpit, Standardberichte und Ad-hoc-Analyse-Möglichkeiten – zur Verfügung zu stellen, dann ist ein Datawarehouse-Ansatz unumgänglich. Wobei in einem solchen Fall sowohl dem Konzeptionsteil als auch dem ETL-Prozess eine noch größere Bedeutung zukommt.

Danke für das Gespräch.