Nun gut, es soll Leute geben, die sich durch häufigen Twitter-Gebrauch jünger und lebendiger fühlen. Unterm Strich führt Twitter in eine nervöse Einsamkeit, die therapiert gehört - sagen die anderen, mitunter auf ziemlich humorvolle Art und Weise.

 
So steht auch der Sieg von Asthon Kutcher gegenüber CNN nicht ernsthaft als Sieg von Social Media über Broadcast-Media zu Buche. Er beweist nur, dass Celebrity-News besser ablenken können als Nachrichten - wie sehr diese auch versuchen, im Seitenblicke-Milieu zu wildern. Die Janusköpfigkeit der Web2.0-Stenografie bringt Nicholas Carr wie folgt auf den Punkt: "The great paradox of "social networking" is that it uses narcissism as the glue for "community." Being online means being alone, and being in an online community means being alone together."

Kein Wunder, dass Microsoft mit seinem neuen Service Vine, dessen Beta-Version seit heute getestet werden kann, versucht, sich durch seinen persönlicheren Ansatz vom Twitter-Hype abzugrenzen, wie Mary-Jo Foley auf ZDNet betont: "Just don’t call Vine another social-networking tool. Microsoft prefers it be known as a “societal networking” service."

Die Unterscheidung könnte in Zukunft wichtig sein. Denn bei VINE geht es nicht darum, auf Stalker-Millionen stolz zu sein, sondern mit kleinen Gruppen von Leuten, die einem wichtig sind, - auch in Notsituationen - in Kontakt zu bleiben. Vielleicht gelingt es ja damit, Twitter vom Kopf auf Füße zu stellen. Eco-Twittering also - in Anlehnung an Slow-Blogging. Werden sehen.

posted by Wolfgang Tonninger