In einschlägigen Kreisen gehört die Devise "Do more with less" nach wie vor zu den ungeschriebenen Gesetzen der IT-Strategieentwicklung. Kaum jemand, der Mühe und Zeit aufwenden würde, diesen auf den ersten Blick so plausibel wirkenden Ansatz einer ernsthaften Prüfung zu unterziehen.

Benny Sisko von TechRepublic tut es und kommt zu dem Schluss, dass man auch bei diesem Prinzip den Bogen überspannen kann und damit erst das Problem schafft, das man zu bekämpfen vorgibt. Denn solange IT als bloße Kostenstelle betrachtet wird, passiert es immer wieder, dass Einsparungen nur gemacht werden, um die Dashboards des Managements kurzfristig zu frisieren, nicht jedoch um Wertsteigerungen entlang von Geschäftsprozessen herbeizuführen, die nachhaltig wirken.

Dieser Gefahr kann begegnet werden, wenn CIOs ihre Verantwortung für den Unternehmenserfolg ernst nehmen und bereit sind, mit dem CEO nicht nur ihre Rotstiftsammlung, sondern eine ganzheitliche Perspektive zu teilen, die zwischen sparen und optimieren zu unterscheiden weiß.

Im zweiten Teil seiner Ausführungen - Doing more with more! - erzählt Benny Sisko von seinem CIO-Freund und was er richtig gemacht hat:

1) Er konzentrierte sich bei seinem Budget-Antrag auf intelligente Verbesserungen bei den Geschäftsprozessen, weil er wusste, dass sie seinem CEO ein Anliegen sind.

2) Er trat nicht als Bittsteller auf, sondern präsentierte eine Komplettlösung mit Zahlen und konkreten Perspektiven für das tägliche Geschäft - was auch die Kommunikation zwischen den beiden nachhaltig verbesserte.

3) Und er überzeugte schließlich den CEO von den notwendigen Strukturanpassungen, weil sein Chef erkannte, dass es hier eben nicht um  Eitelkeiten der IT-Abteilung geht, sondern um den Erfolg des Unternehmens.

Unterm Strich wird klar: Für etwas, das nicht richtig bewertet (positioniert) ist, ist jeder verwendete EURO eine Ausgabe zuviel.

posted by Wolfgang Tonninger