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Interview: Das .NET Micro Framework in der Praxis

Interview: Das .NET Micro Framework in der Praxis

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Kürzlich traf ich Rainer Stropek, einen alten Bekannten – Software Architect und Entrepreneur. Nicht im wirklichen Leben, sondern auf der Social Networking Plattform LinkedIn. Dabei beließen wir es nicht beim Aktualisieren der Kontaktinformationen und führten ein interessantes, jedoch zeitversetztes Gespräch, das ich hier für den ReadyBlog in Auszügen wiedergeben will.

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ReadyBlog: Rainer, was tut sich so bei Dir?

RStropek: Im Moment spielen wir gerade mit dem neuen .NET Micro Framework herum.

ReadyBlog: Ihr habt Zeit zum Spielen?

RStropek: Na ja. Mit Spielen meine ich, dass es 1. großen Spaß macht, 2. recht kreativ ist und 3. der Ausgang ziemlich offen bleibt. Denn manchmal ist es gar nicht gut, wenn man immer schon genau weiß, was am Ende dazustehen hat. Das schränkt die Kreativität ein. Wir geben bei diesen Spielereien eher die ungefähre Richtung vor und schauen dann, wohin es geht und welche Schlüsse wir daraus für konkrete Anwendungen ziehen können.

ReadyBlog: Jetzt aber bitte die Katze aus dem Sack!

RStropek (lacht): Konkret haben wir ein Tahoe Development Board mit einem U-BLOX SuperSense GPS Device verbunden und daraus einen GPS-Datenrekorder gebaut.

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Im Bild: links die Versuchsanordnung, rechts die Aufzeichnung einer Testfahrt


ReadyBlog:
Meinst du eine Art Geotagging-Device?

RStropek: Genau!

ReadyBlog: Gab es einen konkreten Anlass für dieses Projekt?

RStropek: Na, ja: Die Big>Days nahen und ist schon mittlerweile schon gute Tradition, dass wir uns gemeinsam mit unseren Freunden von cubido dafür was ganz besonderes ausdenken. Vor zwei Jahren bauten wir mit Lego Robotics und MS BizTalk Server einen Hochregallager-Roboter. Letztes Jahr programmierten wir mit Silverlight 2.0 das C# Pirates Spiel. Heuer wollen wir wieder was Spielerisches und Spannendes – da kam uns das Micro Framework gerade recht.

ReadyBlog: Aber einfach einen GPS Data Logger für die BigDays bauen wird es alleine wohl nicht sein, oder? Solche Geräte gibt es ja streng genommen schon.

RStropek: Wir wollten zum einen ein Spiel, bei dem die Besucher der BigDays mitspielen können, zum anderen ein Proof-of-Concept, um die Indoor-Tauglichkeit von modernsten GPS-Chips zu testen. Die gibt es noch in keinem fertigen Data Logger! Also bauten wir uns einen. Dabei wurde in C# mit .NET Micro Framework eine Anwendung entwickelt, die über serielle Schnittstelle (UART2) mit dem U-BLOX GPS Empfänger kommuniziert (NMEA Protokoll) und die gültigen Positionen (Fixes) alle 10 Sekunden im Speicher protokolliert. Auf der PC Seite wurde eine Anwendung in C# mit .NET Framework 3.5 (WPF, MS Virtual Earth zur Visualisierung eingebettet) entwickelt, die mit dem Programm auf dem Data Logger ebenfalls über eine serielle Schnittstelle (RS232) kommunizieren und die gesammelten Positionen auslesen kann. Die Positionsdaten werden zeitlich geordnet in einem Polygon in MS Virtual Earth dargestellt.

ReadyBlog: Was waren die Ergebnisse?

RStropek: Während es beim Aufbau der Versuchsumgebung und bei der Entwicklung der Anwendungen sowohl auf Basis .NET Micro Framework als auch auf Basis des .NET Frameworks keine nennenswerten Hürden oder Probleme gab, kam es bei den Testfahrten vor allem innerhalb von Gebäuden zu größeren Ungenauigkeiten als wir gehofft hatten. Nachdem jedoch die Versuchsumgebung in eine Kartonschachtel verpackt und das Gebäude verlassen war, konnten die einzelnen Fixes (Positionen) binnen weniger Sekunden und sehr exakt ermittelt werden.

ReadyBlog: Ist damit das BigDays-Spiel gestorben?

RStropek: Keineswegs! So schnell geben wir nicht auf. Wir haben schon eine Idee, wie wir unser Spiel erstellen können, ohne auf Indoor GPS angewiesen zu sein. Wir wollen noch nicht zu viel verraten. Es wird RFID im Spiel sein, wie genau ist noch streng geheim!

ReadyBlog: Habe gehört, das Projekt feierte bereits seinen ersten großen Erfolg?

RStropek: Ja! Die Kollegen von cubido und wir sind sehr stolz, dass wir mit dem Projekt bereits das Semifinale des weltweiten „Dare to Dream Different Contest“ von Microsoft erreichen konnten. Die BigDays-Installation wird der Beitrag sein, der uns hoffentlich ins Finale bringt!

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ReadyBlog: Und wenn aus dem Spiel ernst wird - an welche Einsatzszenarien denkst Du?

RStropek: Das .NET Micro Framework schließt eine aus unserer Sicht wichtige Lücke für embedded-Anwendungen mit .NET. Dort, wo vollwertige PCs viel zu teuer und selbst Windows Mobile noch zu groß ist, genau dort finden .NET Micro Framework Systeme ihren Platz. Während in der Vergangenheit dieser Bereich den Assembler- und C++ Entwicklern vorbehalten war und meist stark abgespeckte Linux-Varianten zu Einsatz kamen, können Softwareentwickler mit Microsoft-Hintergrund jetzt dieses Terrain erobern. Das Besondere ist die von .NET und Visual Studio gewohnte Produktivität, die man in den neuen Bereich mitnimmt. Beeindruckend kann ich nur sagen!

ReadyBlog: Für mich auch. Wünsche euch viel Erfolg - beim Contest und bei den Big>Days 2009!

Das Interview führte Wolfgang Tonninger

Neugierig geworden? Hier gehts zur Anmeldung für die Big>Days 2009!

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  • Wer durch das Interview mit Rainer Stropek inspiriert wurde, dem bietet das brandneue Microsoft Innovation

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