ReadyBlog: Herr Fritzl, in Ihrem Vortrag auf der Business Intelligence Konferenz sprechen Sie über „State-Of-The-Art Unternehmensplanung“ – dumm gefragt: was bietet eine solche Lösung den Unternehmen, die sie einsetzen – und nicht zuletzt den Anwendern?

 HFritzl: Nun, eine State-Of-The-Art-Lösung zur Unternehmenssteuerung bzw. Unternehmensplanung bietet Fritzl_HerwigUnternehmen bzw. den Anwendern ganz konkreten Nutzen. So greifen alle Anwender greifen auf eine abgestimmte, einheitliche und konsistente Datenbasis zu – sowohl bei der Planung als auch im Reporting. Damit verbunden sind (1) Verbesserte Unterstützung bei der Datenverteilung bzw. der Zusammenführung der Teilpläne, (2) Verbesserung bei der Qualität der Planungsergebnisse und (3) Verkürzung der Planungszyklen – besonders wichtig in den „Knetphasen“.

Im Bild: Herwig Fritzl, Business Unit Manager CPM/Datawarehousing, Management Factory

Dabei ist die Datensicherheit und Verlässlichkeit gewährleistet durch einheitliche, aktuelle und geprüfte Daten. Das bringt eine wesentliche Zeitersparnis auf allen Anwenderebenen und führt zu mehr Effizienz im bestehenden Reporting bzw. bei Datenanalysen und bei der Planung. Das Schöne daran ist, das es durch den Einsatz von vertrauten Tools zu nur geringen Einarbeitungszeiten kommt - das funktioniert durch die Nutzung von bereits vorhandenem Know-how, beispielsweise durch Microsoft Office Excel als Anwender-Frontend.

ReadyBlog: Klingt gut in der Theorie, scheint aber auch in der Praxis zu funktionieren: Sie präsentieren ein erfolgreiches Kundenprojekt im Bereich Planung, das Sie beim Kunden Kapsch CarrierCom (KCC) durchgeführt haben. Was war konkret die Herausforderung? Und was war der Schlüssel zum Erfolg?

HFritzl: Die konkrete Herausforderung bestand darin, dass das alte Reporting-System in der Kapsch CarrierCom AG aus einer Vielzahl von Microsoft Office Access-Datenbanken und Microsoft Office Excel-Dokumenten bestand. Dieses historisch gewachsene System mit rund 70 verschiedenen Datenbanken und hunderten Files hatte natürlich einige Nachteile: Unübersichtlichkeit, Fehleranfälligkeit und großer Aufwand bei der Erstellung der Berichte und beim „Zusammentragen“ der Daten. Bei Ausfall der zuständigen Mitarbeiter waren Daten schwer zugänglich und schwer auffindbar. Bis zu 30 MB große Excel-Dokumente mussten jeweils per Mail an die zuständigen Mitarbeiter verschickt werden. Dies war nicht nur unhandlich, sondern belastete auch das Mailsystem sehr stark!

Der Schlüssel zum Erfolg war, die alte „Black-Box“-Lösung durch eine moderne, zeitgemäße Datawarehouse-Architektur zu ersetzen. Insbesondere die Workflow-Funktionalitäten des Microsoft Office PerformancePoint Server (PPS) ermöglichten eine den Bedürfnissen der KCC entsprechende Planungslösung! Die Planungslösung konnte innerhalb von 3 Monaten umgesetzt werden und ist seit Jänner 2008 in Betrieb. Beispielsweise erfolgt die Umlegung der rund 30 sekundären Kostenstellen, wie Gebäude oder Energie, auf primäre nun praktisch per Knopfdruck. Damit erspart sich die KCC pro Erwartungsrechnung zwei Wochen Arbeitszeit über deutlich verkürzte Planungszyklen.

ReadyBlog: Es war dies eines der ersten Projekte in Österreich basierend auf PerformancePoint Server – wenn Sie PerformancePoint in drei Worten jemandem beschreiben müssten, der noch nie etwas davon gehört hat – welche wären das?

HFritzl: Innovatives BI-Werkzeug, das vor allem für Workflow-gestützte Planungslösungen (wie zum Beispiel Kostenstellen-Planung) super geeignet ist. Davon habe ich seit mehr als 15 Jahren geträumt! PPS zeichnet sich aus durch: Hohe Benutzerakzeptanz durch die gewohnte Excel-Umgebung und damit verbunden den geringen Schulungsaufwand, die umfassende Workflow-Unterstützung bei Planungszyklen sowie die einfache Modellierungsumgebung. Gut, statt drei Worten sind es drei Sätze geworden – aber damit ist wirklich alles gesagt!

ReadyBlog: Ich hoffe nicht - sonst wird Ihr Vortrag eher kurz ausfallen :). Aber noch eine letzte - seriöse - Frage: der Slogan der Management Factory ist „The CFO Company“ – was kann man sich darunter vorstellen? Und wie schaffen Sie den Spagat zwischen IT-Beratung und Relevanz für den Fachbereich?

HFritzl: CFOs werden oftmals mit Aufgaben konfrontiert, die sie mit ihrer eigenen Mannschaft aus fachlichen bzw. kapazitativen Gründen nicht bewerkstelligen können. Die Management Factory unterstützt in solchen Fällen die CFOs bei der Umsetzung dieser Aufgaben. Unser Dienstleistungsportfolio erstreckt sich dabei von Mergers & Acquisitions über Restrukturierung bis hin zu Organisational Effectiveness. Oftmals ist es aus der Unternehmenssituation (z.B. Krisensituation) heraus sinnvoll bzw. notwendig, in Unternehmen operativ die CFO-Agenden zu übernehmen. Unter dem Produkt „Rent-a-CFO“ stehen wir dann als „Innenminister“ zur Verfügung. Die Mitarbeiter der Management Factory übernehmen dabei auch meist Organfunktionen (Vorstand, Geschäftsführer) auf Zeit. Wir sind also das Beratungshaus, das umfassend Dienstleistungen für den CFO bieten – „The CFO Company“!

Management Factory sieht seine Kompetenzen in der Verbindung zwischen betriebswirtschaftlichem Fachwissen, technologischer bzw. technischer Kompetenz, Organisationsverständnis, emotionaler Intelligenz und Projektmanagement-Know-how. Besonders wichtig ist dem Unternehmen die Fokussierung auf die Geschäftsanforderungen und Wertschöpfungsmöglichkeiten seiner Kunden sowie die strikte Vermeidung jeglicher Technikverliebtheit.

ReadyBlog: Vielen Dank für das Gespräch.

Die Fragen stellte Martin Zimmermann.