Horizons2020. Ein Szenario als Denkanstoß für die Zukunft, nennt sich eine aktuelle Studie von tns infratest, deren Ergebnisse und Prognosen beinahe 300 Seiten füllen. Zentral dabei - Sie haben es erahnt - die Frage, wie das Internet der Zukunft ausschauen und unsere sozial-ökonomischen Lebenswelten beeinflussen wird.

image Don Tapscott würde es MASS COLLABORATION nennen, Josh Bernoff THE GROUNDSWELL - "a social trend in which people use technologies to get the things they need from each other, rather than from traditional institutions like corporations." Fakt ist, dass wir auf der Schwelle zu einer neuen Zeit stehen, in der die Art, wie wir leben, arbeiten und Information austauschen, durch eine Art "soziales Rauschen" grundlegend neu definiert wird.

In solchen Umbruchphasen gibt es natürlich auch jede Menge Unfug - ich denke an den inflationären und zumeist kaum reflektierten Einsatz von Twitter & Facebook-Poking und Co -, aber der wird sich - so meine These - durch das flächendeckende Burnout der Proponenten vermutlich von selbst lösen.

In diesem Zusammenhang verweise ich auch auf Richard Joerges Replik auf die obengenannte Studie im Business-IT-Blog von zdnet, in der er künftig 2 Arten von Unternehmen unterscheidet:

1. Solche, die den Prinzipien des Enterprise 2.0 folgend partizipativ und offen agieren und 2. die Gegenbewegung der Verweigerer, die sich IT-mäßig vollständig abkoppeln. Computer werden nur noch dort eingesetzt, wo sie unbedingt notwendig sind, wie etwa in Forschung, Entwicklung oder Controlling. Offene Kommunikation über das Netz wird so gut wie nicht stattfinden. Warum? Weil ich diesen Trend auch für das Privatleben vorhersage. Die Leute werden sich aus der Öffentlichkeit zurückziehen. Es wird schick sein, nicht in sozialen Netzen a la Xing, Facebook und Co. vertreten zu sein. Direkter menschlicher Kontakt wird das A und O sein. Alles andere wird als Verletzung der Privatsphäre gelten.

Bin gespannt auf die Beispiele, in denen diese beiden Pole intelligent UND sensibel miteinander verbunden werden. Denn auf diese warte ich noch ...

posted by Wolfgang Tonninger