“Eigentlich muss man verrückt sein, wenn man Unternehmer werden will: Zwölf bis 14 Stunden pro Tag müsse man arbeiten, kein Urlaub in den nächsten Jahren, wenig oder kein Privatleben mehr. Man riskiert, Freunde oder Partner an weniger gestresste Menschen zu verlieren. Morgens im Büro der Erste, und abends der Letzte. Von Buchhaltung sollen Sie was verstehen und von Bilanz. Vom Steuerrecht müssen Sie Ahnung haben, vom Unternehmensrecht, vom Arbeitsrecht, aber auch vom Vertragsrecht. Personal sollen Sie führen können. Und auch mit den Finanzinstitutionen sprechen und geschickt verhandeln. Natürlich müssen Sie gutes Marketing betreiben, Ihren Laden instand halten und scharf kalkulieren. Risiken kommen auf Sie zu, und zwar zuhauf. Überhaupt: Ihre Überlebenswahrscheinlichkeit im Markt liegt bei weniger als 50 Prozent. Manche Studien sagen, dass sogar 80 Prozent der Gründer spätestens nach fünf Jahren gescheitert sind. In Aussicht steht also ein Bankrott – jedenfalls statistisch – für all die wahnsinnigen Mühen, die eben aufgezählt wurden. Um es im Klartext zu sagen: In unserer Gesellschaft und bei dem hohen Niveau von sozialstaatlicher Fürsorge, das wir erreicht haben, muss jemand eigentlich verrückt sein, wenn er ein eigenes Unternehmen gründet.”
Das sind die einführenden und wenig ermutigenden Worte, die Günter Faltin, Professor für Entrepreneurship in Deutschland, seinem neuen Buch KOPF SCHLÄGT KAPITAL voranstellt. Ein Buch für Masochisten sollte man meinen, wären da nicht ein Untertitel, der Hoffnung gibt: Die ganz andere Art ein Unternehmen zu gründen.
Hannes Offenbacher tut es. Burkhard Schneider tut es. Und ich werde es auch bald tun: Dieses Buch verschlingen, um danach vielleicht noch entschiedener aus alten Denk- und Handlungsmustern auszubrechen und das zu tun, was auf der Hand liegt. Eine Pflichtlektüre auch für alle KMUs.
posted by Wolfgang Tonninger