Vor gut einer Woche sorgte Amazon CTO Werner Vogel für einen Paukenschlag in der IT-Welt, indem er verkündete, dass noch diesen Herbst Microsoft Windows Server und SQL Server auf der Elastic Compute Cloud (EC2) von Amazon - die bislang Unix- und Linux-basierten Systemen vorbehalten war - als Web-Service für Unternehmen und Entwickler verfügbar gemacht werden.

imageAmazon zufolge bietet EC2 mit Windows Server und SQL Server die ideale Umgebung für "ASP.NET Web Sites, High Performance Computing Clusters, Media Transcoding Solutions und jede Menge Windows-basierter Anwendungen."

Beinahe gleichzeitig kündigte Steve Ballmer in London an, dass Microsoft noch im Oktober das neue "Cloud Operating System" auf der großen Microsoft Entwicklerkonferenz vorstellen wird.

Es sieht also so aus, als nähme der Geist des CLOUD COMPUTING, der in der IT-Branche seit einiger Zeit umgeht, langsam Gestalt an - auch weil die Technologie - allen voran die Virtualisierungstechnologie - mittlerweile imstande ist, mit diesem großen Gedanken Schritt zu halten.

Damit jedoch Cloud Computing vom Modebegriff zur echten Alternative wird, müssen die Bedenken, die "in Bezug auf Sicherheit, Verfügbarkeit, Kapazitäten und Servicequalität" bestehen ernst genommen und seriös diskutiert werden. Besonders interessiert sind natürlich auch viele hellhörig gewordenen Anwender - allen voran Nicholas Carr -, wie sich dieses technologische Angebot auf die Lizenzierungsformen von Microsoft Software auswirken wird.

Aufzuhalten scheint die Entwicklung von pulsierenden Infrastrukturen, die den Anwender als Wolke oder was auch immer begleiten, jedenfalls nicht mehr. Denn der Cloud Computing Reality Check hat laut John Foley bereits stattgefunden: "One CIO said he increased network capacity by a factor of five when he moved some of his company's IT workload into Amazon's Elastic Compute Cloud. That's not a rule of thumb for everyone, but it's a good example of what one company had to do."

image Pikanterweise soll es laut Gartner Group (und IT-Times) gerade das schon in die Jahre gekommene E-Mail sein, das Cloud Computing zu einem Boom verhelfen wird: Wie es heißt, wird die Zahl der kommerziellen Email-Arbeitsplätze, die auf Cloud Computing-Modellen basieren, von einem Prozent im Jahr 2007 auf 20 Prozent bis zum Jahr 2012 steigen.

Mehr über Cloud Computing und die Rolle von "Microsoft in the New Software Economy" findet man im ausgezeichneten Interview, das Ann Winblad mit Microsoft CEO Steve Ballmer (siehe Foto oben) im Rahmen einer Veranstaltung des renommierten Churchill Club am 25. September 2008 führte. Hier geht es zum Video und hier gibt es - für Video-Müde - das Transkript des Interviews.

Ach ja, und am 23. Oktober gibt es in Wien den Virtualization Day 2008, wo Sie sich Ihr Virtualisierungsupdate holen können. Nicht versäumen!

posted by Wolfgang Tonninger