Am 21. Oktober wird das neue Microsoft Innovation Center am Wienerberg eröffnet. Wir sprachen mit Harald Leitenmüller (im Bild, Quelle Fotodienst), Innovationssprecher Microsoft Österreich und Projektverantwortlicher, über den Stand der Dinge.

ReadyBlog: Herr Leitenmüller, in wenigen Wochen soll das neue Microsoft Innovation Center (MIC) eröffnet werden. Was kann man sich darunter vorstellen und wie ist der Erster Microsoft Innovation Center in WienStand der Bauarbeiten?

HLeitenmüller: Erfreulicherweise liegen wir voll im Plan. Das MIC wird ein modernes Kommunikationszentrum, das optimale Räume für produktive Wissensarbeit bietet.

Gleichzeitig soll das MIC viel mehr als ein Bauwerk sein; d.h. über den Standort hinaus ein Impulsgeber für Österreichs Wirtschaft, wenn es darum geht, Themen wie Interoperabilität, Standardisierung, Ausbildung von Fachkräften oder Frauen in der IT durch konkrete Arbeitsprogramme voranzutreiben.

ReadyBlog: Als die Firma Junghans 1927 in einem Katalog die erste Armbanduhr zeigte, taten dies "Experten" als "vorübergehende Modenarrheit" ab, "eine Uhr an der unruhigsten und den größten Temperaturschwankungen ausgesetzten Körperstelle zu tragen". Wie sehen sie die Innovationskultur in diesem Land?  Teilen Sie meinen Eindruck, dass wir zu viele Experten und zu wenig Innovatoren haben - vielleicht auch deshalb, weil wir in uns eine so große, tief sitzende Angst tragen, uns zu blamieren?

HLeitenmüller: Das Junghans-Beispiel ist ja kein Einzelfall, dem kann man einige andere Prognosen über angeblich "nutzlose" Technologien wie Telefon, Radio, Computer und nicht zuletzt das Internet an die Seite stellen, die sich als ebenso falsch herausgestellt haben. Insofern sind ja oft die angeblichen Experten die blamierten, nicht die Innovatoren.

Microsoft_Persp2_MailIch glaube, es ist wichtig, Innovation vor dem Hintergrund von Kreativität und Unternehmergeist zu sehen. Innovation entsteht nicht nur auf Grund der Forschungsleistung eines Landes.

Entscheidend sind auch
die Infrastruktur, der Entwicklungsstatus der Wissensgesellschaft und das Entrepreneurship im allgemeinen. Und eben da wollen wir mit dem MIC vorangehen, um das Feuer zu entfachen und Menschen zu motivieren, innovativ zu sein.

ReadyBlog: Als Teil eines weltweiten Netzwerks steht das MIC ja nicht alleine da.
Wie kann Österreich bzw. wie können Partner und Besucher des MIC von diesem weltweiten Netz profitieren?

HLeitenmüller: Die mittlerweile mehr als 120 MICs in über 30 Ländern spielen für Microsoft eine zentrale Rolle, wenn es darum geht, gemeinsam mit lokalen Partnern aus der öffentlichen Verwaltung, akademischen Einrichtungen und der Industrie das Thema Innovation weltweit voranzutreiben.

Entscheidend ist dabei, dass jedes MIC sein Arbeitsprogramm auf die Bedürfnisse vor Ort maßschneidert - und das werden wir auch für Österreich tun. Auf der anderen Seite besteht natürlich auch ein sehr enger Austausch innerhalb des internationalen MIC-Netzwerkes und wir können auf die weltweiten Ressourcen, Experten und Erfahrungen zugreifen.

Zu guter letzt werden wir als europäisches Kompetenzzentrum für Unified Communication (UC) auch einen internationalen Beitrag leisten.

ReadyBlog: Wie kann man mit dem MIC in Beziehung treten bzw. welche Formen der Partnerschaften wird es geben?

HLeitenmüller: Wir bieten heimischen Unternehmen und Organisationen interessante Möglichkeiten für gemeinsame Projekte, Initiativen oder langfristige Partnerschaften in unterschiedlichen Abstufungen.

Dazu haben wir ein ausgereiftes Partnerprogramm entwickelt, das je nach gewünschter Intensität der Zusammenarbeit unterschiedliche Formen der Kooperation anbietet: Für wenige, selektierte Partner wird es ein Angebot geben, sich in enger strategische Zusammenarbeit über einen langfristigen Zeitraum zu engagieren; für mittelfristig orientierte Partner wird es die Möglichkeit geben, einen Schwerpunkt auf die Gestaltung und Ausrichtung eines Arbeitsprogramms zu legen; und für das Einbringen einzelner Services wird eine kurzfristige Netzwerkpartnerschaft ermöglicht werden.

Alle gemeinsam haben über die Nutzung der Innovationsplattform hinausreichende Vorteile, etwa den Zugriff auf das umfangreiche Microsoft Partner-Wirtschaftssystem, auf umfangreiche Marketing- und PR-Aktivitäten und bessere Voraussetzungen für Förderungen.

ReadyBlog: An wen wendet man sich, wenn man MIC-Partner werden will?

HLeitenmüller: Erstinformationen kann man sich auf der MIC Webseite (die jedoch erst kurz vor dem Launch online sein wird!) abholen. Darüber hinaus steht das MIC-Team gerne für Anfragen zur Verfügung. EMail an: atmic@microsoft.com.

ReadyBlog: Danke für das Gespräch!

Das Interview führte Wolfgang Tonninger