Laut Beratungsunternehmen Gartner werden im Jahr 2013 50% der Nutzer mit den Services unzufrieden sein, die ihre IT-Abteilung bietet (heute sind es 30%). Als Grund wird in der Computerwoche "die wachsende Bereitschaft der Nutzer" genannt, "aufgrund ihrer zunehmenden Technik-Affinität Web-basierende Alternativen zu dem zu verwenden, was ihnen die IT vorsetzt."

Die Rede ist von einer durch und durch digital sozialisierten Anwendergeneration, die in den Unternehmen zunehmend für Unruhe sorgt, weil sie einfach nicht mehr bereit ist, den ihr vorgesetzten IT-Einheitsbrei aus Anwendungen, Funktionen und Möglichkeiten zu schlucken. Ein Mix wohlgemerkt, der vor 10 Jahren durchaus seine Berechtigung hatte, heute jedoch nur mehr jene zufrieden stellt, die es sich leisten können, weiterhin mit der Technik auf Kriegsfuß zu stehen und nur 10% der ihnen angebotenen Potenziale zu nutzen.

Vor diesem Hintergrund empfiehlt Gartner den IT-Abteilungen in Unternehmen damit aufzuhören, alle Nutzer über einen Kamm zu scheren. "Was der IT-Abteilung auf den ersten Blick das Leben leichter macht, kann die Nutzerunzufriedenheit unnötig erhöhen", warnt Tom Austin, Vice President und Fellow bei Gartner. "Strategien, Technik einheitlich überall auszurollen, funktionieren einfach oft nicht, weil einige Nutzer zu lange auf neue Technik warten müssen, während der Fortschritt auf der anderen Seite für andere zu schnell kommt."

Da ist sie wieder die alte Schere, mit der IT-Verantwortliche zu kämpfen haben: sie sollen mehr Services mit kleineren Budgets liefern. Wer sich dieser Herausforderung stellt, dem hilft nur die Flucht nach vorn, indem er die neuen Technologien, die für viele schon längst zum Alltag geworden sind, für den Unternehmenseinsatz nutzbar macht.

posted by Wolfgang Tonninger