"You want us to pay? We want you to pay attention!", ist einer der Kernsätze des Cluetrain Manifesto, das vor nunmehr 8 Jahren weltweit Aufsehen erregte. Seitdem hat sich vieles verändert. Der Communication Highway, von dem damals noch viele träumten, wurde nie gebaut. Die große, globale Einbahnstraße zum Konsumenten, der nichts anderes als kaufen will, hat sich als Hirngespinst erwiesen. Warum? Weil aus dem dümmlichen Konsumenten unter der Hand ein umtriebiger Prosumer geworden ist, der eben nicht mehr mit Marketiers und Verkäufern reden, sondern sich in einem breiten Sinn mit anderen Menschen austauschen will.

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Da geht es um viel mehr als um den Hype, der uns zur Zeit rund um das Web 2.0 und Social Media verkauft wird. Da geht es auch um mehr, als um Strategien, diesen Hype zu instrumentalisieren und für den eigenen Unternehmenserfolg nutzbar zu machen. Denn wer im neuen "Mitmachweb" mitmischen will, muss seine Kommunikation überdenken - nach innen und nach außen. Wer seine Lektion gelernt hat, wird nicht einfach zu bloggen oder zu twittern beginnen, weil es gerade angesagt ist. Er wird beginnen, indem er zuhört. Nicht mehr und nicht weniger. Denn das ist im Web 2.0 mehr als die halbe Miete.

Leider gehört hierzulande das Cluetrain Manifesto nicht zur Pflichtlektüre von Managern. Das zeigt auch ein aktueller Blogeintrag von Hannes Treichl, der eine Studie der PPI AG zitiert, nach der für 43% der Bankenmanager das Thema Kundenbeziehungsmanagement absolute Priorität genießt, während dem Web 2.0 keine oder nur geringe Bedeutung beigemessen wird. Sehr interessant, denke ich mir. Kundenbeziehung also: "Ja", aber mit den Kunden reden: "Nein". Leads zu Haufen türmen: "Ja", aber die Daten einsetzen, um bessere Dialoge zu führen: "Nein".

Hannes Treichl und ich sind um die Wette fassungslos. Das neue Web? - ich nenne es ZUHÖRWEB!

posted by Wolfgang Tonninger