Virtualisierung ist eines der großen Buzzwords der IT. Denn sie verspricht uns nicht weniger als die Erlösung von alten Abhängigkeiten im Umgang mit Computern und Applikationen und eine neue Freiheit bei der Nutzung von Ressourcen - wie verschieden sie auch sind. 

image Nicholas Carr spricht in seinem Buch "The Big Switch" in diesem Zusammenhang vom Utility-Model, das Unternehmen dazu veranlasst einen völlig neuen Blick darauf zu werfen, wie sie Informationstechnologie beziehen und einsetzen: "Rather than devoting a lot of cash to purchasing computers and software programs, they´re beginning to plug into the new grid. That shift promises not only to change the nature of the corporate IT departments but to shake up th entire computer industry."

Wenn die Computerleistung nicht mehr an einzelnen Geräten hängt, sondern im World Wide Web zu Hause ist, wird das Thema Virtualisierung um eine weitere Facette reicher; wobei hier mit "Computerleistung" eine Funktion, ein Programm, ein Prozessor, ein Speicherplatz oder eine Datenbank gemeint sein kann, die wir nutzen.

Wir sprechen heute vom World Wide Web und vergessen dabei, dass es mit dem, was Tim Berner Lee 1990 erfunden hat, nur mehr wenig gemein hat. Denn das World Wide Web ist heute weit mehr als eine riesige Online-Bibliothek. Es ist zu einer Maschine geworden, einem World Wide Computer, der Informationen nicht nur bereitstellt, sondern auch verarbeitet. Denn immer mehr, was wir mit unseren Computern anstellen, passiert nicht mehr in ihnen, sondern außerhalb von ihnen.

Und weil die Übertragungsgeschwindigkeiten mittlerweile so hoch sind, ist es egal, ob dieses Außerhalb ein paar Kilometer entfernt ist oder auf der anderen Seite der Welt. Für den Anwender bedeutet das, dass er einfach nicht mehr daran denken muss, wo die Verarbeitung stattfindet. Software aus der Steckdose also - einfach nutzbar wie der Strom, bei dem wir uns ja auch nicht fragen, von welchem Kraftwerk er kommt.

posted by Wolfgang Tonninger