Joseph Weizenbaum, einer der Väter der Artificial Intelligence starb Anfang März. Mein Nachruf ist spät aber nicht zu spät, weil tot und dem Vergessen ausgeliefert ist man ja bekanntlich länger.

Dieser Joseph Weizenbaum schrieb - nachdem er am MIT bereits 1965 mit seinem Programm Eliza für großes Aufsehen gesorgt hatte - 1976 ein Buch mit dem  Titel "Computer Power and Human weizenbaumReason" (Die Macht der Computer und die Ohnmacht der Vernunft) - ich kaufte es vor Jahren, blätterte darin herum, aber richtig lesen tue ich es erst seit wenigen Tagen. Was heißt lesen? Jede Seite steck ich mir in den Mund und kaue sie bis die Zähne wackeln. Mache also exakt das, was man mit Binsenweisheiten tun sollte, wenn sie einem zu vertraut geworden sind. Denn "dass der Mensch keine Maschine ist", ist nur für den belanglos, dem seine Maschinennatur weit mehr ist als eine zweite Haut.

Bild: http://www.ilmarefilm.org

Die zweite These, die er im Buch verfolgt, ist weniger allgemein, aber um nichts weniger aktuell: "dass es bestimmte Aufgaben gibt, zu deren Lösung keine Computer eingesetzt werden sollten, ungeachtet der Frage, ob sie zu deren Lösung eingesetzt werden können." Das erinnert mich an ein Gespräch mit Peter Pallierer, von dem sie in diesem Blog noch einiges hören werden. Er erzählte mir neulich, dass seine Hauptsorgen mit der SharePoint-Technologie kultureller Natur sind, weil die Leute oft nicht wissen, wann und wo man diese Technologien am besten einsetzt und wann nicht.

Da ist sie wieder: die Eier-legende Wollmilchsau, die mich mit großen Augen anschaut und so tut, als ob ich auf sie gewartet hätte. Hab ich nicht!!! Technologie hält für mich per se nur Teillösungen parat. Und deshalb wird sie immer nur Werkzeug sein, das man auch mal aus der Hand legt. Im Zeitalter des Cloud Computing wird das ein schwieriges Unterfangen. Sie werden sehen. 

Während ich dies schreibe, stolpere ich über ein wunderschönes Zitat, das mir wieder mal David Ramble über seinen wunderbaren Blog zugespielt hat. Es ist von Mitch Hedberg und geht so: "I like an escalator because an escalator can never break, it can only become stairs. There would never be an escalator temporarily out of order sign, only an escalator temporarily stairs. Sorry for the convenience."

No problem!

posted by Wolfgang Tonninger