Interview: 4 Fragen an Stefan Sexl, pmOne

ReadyBlog: Viele Leute glauben noch immer, dass Business Intelligence und SQL Server Synonyme sind. De facto reden da Produkte wie SharePoint Server oder Performance Point Server ein wichtiges Wort mit. Wo beginnt für Sie Business Intelligence und wo endet sie?

SSexl: BI und auch Performance Management sind Analysten-getriebene Gattungsbegriffe, die oft noch nicht bei den Anwendern angekommen sind – das belegt auch eine aktuelle Barc Studie zu BI im Mittelstand - und durch die imageMarketingmaschinerien vieler Anbieter in dichten Nebel gehüllt wurden.

Die Anwender selbst denken nach wie vor in Planung, Reporting, Scorecards, Konsolidierung und Analyse - also in den Anwendungen, die sie zur Steuerung ihres Unternehmens benötigen. Und für die braucht man eben BI-Technologie und die genannten Produkte. Wo dabei BI exakt beginnt und endet, kann ich Ihnen nach 18 Jahren Praxis auch nicht zweifelsfrei definieren. Fragen Sie einfach in 10 Jahren nochmals nach!

Bild: Stefan Sexl, Chief Marketing Officer, pmOne AG

ReadyBlog: Ihr Thema bei den Big>Days 2008 ist Business Intelligence und wie man eine solche End-to-End-Lösung implementiert. An welche Enden denken Sie?

SSexl: Der Anfang ist der Willen des Anwenders, mehr über sein Geschäft zu erfahren und es besser planen zu können. Das Ende ist ein zufriedener Referenzkunde!

ReadyBlog: End-to-End-Lösung heißt ja auch, dass der Informationsfluss über alle Systeme hinweg nahtlos funktioniert. Wie beurteilen Sie vor diesem Hintergrund den Bereich SAP:Duet?

SSexl: BI ist etwas, das in allen möglichen Systemen zur Verfügung gestellt werden sollte und eigentlich keine spezialisierten, eigenen Front-Ends benötigt. Dies wird beispielsweise durch in Excel integrierte BI-Produkte unterstrichen, die bei den Anwendern die mit Abstand populärsten sind. Warum? Weil die Anwender BI dort wollen, wo sie ohnehin schon sind: in den Werkzeugen, die sie täglich benutzen. Das selbe Prinzip gilt auch in anderen Bereichen: Die Anwender wollen möglichst viel Funktionalität aus ein paar Desktop-Werkzeugen wie Exchange und Office steuern. Daher ist Duet eine aus unserer Sicht logische und gute Sache.

ReadyBlog: Was sind die häufigsten Fehler, die IT-Pros beim Einsatz von Business Intelligence Systemen machen?

SSexl: Der größte Fehler liegt wahrscheinlich schon in Ihrer Fragestellung: BI ist ein Werkzeug zur Unterstützung von Fachanwendern, und diese sollten BI treiben. Wir sehen es als Aufgabe der IT, eine professionelle Infrastruktur bereitzustellen, in der sich Fachabteilungen schnell und möglichst autonom „bedienen“ können. Der Ansatz, BI-Systeme wie ERP-Systeme einzuführen – also als umfangreiches, langwieriges Projekt, bei dem die Fachabteilung konzipiert und die IT-Abteilung umsetzt  – funktioniert bei den schnellebigen BI-Systemen erfahrungsgemäß nicht.

ReadyBlog: Danke für das Gespräch.

Die Fragen stellte Wolfgang Tonninger