3 Fragen an David Schwingenschuh und Wilfried Mausz, cubido business solutions - gestellt auf der TechEd Developers in Barcelona.

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ReadyBlog: In Ihrem Vortrag auf der Microsoft Business Intelligence-Konferenz geht es um "Real-Time BI" und das "State-of-the-Art-Data Warehouse (DWH)". Was macht denn ein modernes DWH aus?

Im Bild (v.l.n.r): David Schwingenschuh und Wilfried Mausz, Software Architects, cubido business solutions

DSchwingenschuh: Entscheidungsträger wollen Zugriff auf Informationen haben, die sie auch wirklich interessieren und wollen diese - so wie auf einer personalisierten MySite - schnell und einfach abrufen können. Und zwar nicht nur statisch, sondern auch mit der Möglichkeit, bei Bedarf in die Daten hineinzudrillen. SharePoint Server 2007 bietet tolle Möglichkeiten zum Anzeigen und Veröffentlichen von KPIs (Key Performance Indicators). Bei der Konzeption einer solchen Lösung ist es die Synthese aus dem Know-how der Fachabteilung und der technischen Umsetzung durch die IT, die ein erfolgreiches DWH-Projekt ausmacht.
WMausz: Wichtig ist, dass ein DWH nicht nur zuvor definierte Fragen beantwortet, sondern auch so konzipiert wird, dass Informationen vorhanden sind, die man als Entscheidungsträger für zukünftige Auswertungen oder Ad-hoc Reports benötigen könnte; Stichwort Ad-hoc Reports - also Berichte, die sich die Endbenutzer bei Bedarf einfach über SQL Server Report Builder oder klassische Frontends, wie z.B. Excel selbst zusammenstellen können. Zusätzlich muss ein DWH natürlich skalierbar und ausfallssicher sein, sowie Zugriffsberechtigungen und Personalisierung für die unterschiedlichen Benutzergruppen ermöglichen.

ReadyBlog: Warum reicht es nicht mehr, monatliche oder wöchentliche Reports von der IT ziehen zu lassen und seine Entscheidungen basierend darauf zu treffen?

WMausz: Der Sinn eines DWH ist es, die Entscheidungsträger zu unterstützen. Manche Entscheidungen können einfach nicht warten - Unternehmen wollen ihre Prozesse optimieren, und zwar während sie laufen!
DSchwingenschuh: Ein Beispiel ist die Industrie - dort werden oft im 3-Schicht-Betrieb an verschiedenen Standorten uniforme Produkte hergestellt. Meist verfügen, historisch bedingt, nicht alle Standorte über ein gemeinsames Produktivsystem. Somit wird in vielen Fällen die gemeinsame Datenbasis des DWH genutzt, um dem Produktionsmanagement mit einer Verzögerung von wenigen Stunden bspw. Auskunft über Produktivität & Ressourcenengpässe der gesamten Produktionslinien zu geben. Diese Informationen fließen dann nahtlos in die Planung der nächsten Schichten - denn Daten werden nur dann zu Informationen, wenn man daraus Entscheidungen ableiten kann.

ReadyBlog: Viele Unternehmen haben SQL Server bereits im Einsatz - haben sie damit auch schon ein modernes DWH?

DSchwingenschuh: SQL Server ist eine technische Plattform, mit der man ein DWH bauen kann, nicht das DWH selbst. Man hat mit SQL Server ein starkes Framework für Datenintegration, -analyse und -reporting, das mit weiteren Komponenten des Microsoft BI-Portfolios bereichert werden kann. Und da in SQL Server bereits alles enthalten ist, ergeben sich gegenüber dem Mitbewerb natürlich auch Vorteile bezüglich Preis-Leistungsverhältnis.
WMausz: Unser Kunde Verkehrsbüro, setzt bei seinem DWH und den darauf basierenden BI-Lösungen ausschließlich auf Microsoft-Produkte. Sie verwenden SQL Server 2005 als Datenbank, SQL Server Analysis Services für OLAP-Cubes, SQL Server Integration Services für ETL (Extract, Transform, Load)-Prozesse, SQL Server Reporting Services für die Berichtsbereitstellung und ProClarity und Excel als Frontends für Ad-hoc Reporting. Wir haben in diesem Projekt ein SQL Server DWH eingeführt und dabei Legacy-Datenbanken und SAP eingebunden, sowie die bestehende Konzernstruktur im Active Directory als Basis für die Zugriffsberichtungen in den BI-Anwendungen herangezogen. So bekommt jeder Benutzer seine Reports schnell und aktuell - und nur für die Bereiche, die ihn auch wirklich interessieren. Damit haben wir das Ziel erreicht, Reports zur Verfügung zu stellen, die leicht zu verwenden, leicht zu warten und schnell zu entwickeln sind. Und das auch noch hochperformant mit einer großen Anzahl an Datensätzen und ca. 5.000 Berichtsabfragen im Monat.

ReadyBlog: Vielen Dank für das Gespräch.

Die Fragen stellte Martin Zimmermann