3 Fragen an Karl Knall, Artaker Computersysteme 

ReadyBlog: Herr Knall, in Ihrem Vortrag bei der BI-Konferenz geht es vor allem um die Visualisierung und Aufbereitung von Information. Wie viel Vereinfachung vertragen komplexe Daten?

KKnall: Es ist eine große Herausforderung, riesige Datenmengen zu analysieren, zu interpretieren und punktgenau im Unternehmen zu verteilen. Weil ein Bild mehr sagt als tauknallsend Datenbankeinträge, ist es nahe liegend, dass man bei der Analyse versucht, visuelle Reize zu schaffen, die wir leichter verarbeiten können. Sich bei einer anstehenden Entscheidung auf das Wesentliche zu konzentrieren ist eine Kunst, die gelernt sein will. Das wusste auch Albert Einstein, der bemerkte: “It´s the theory which determines what we can observe”. Wie weit man Daten zurechtstutzen darf, wenn man zufrieden stellende Ergebnisse erzielen will, hängt ganz von der konkreten Fragestellung ab. Auf diesem Weg müssen Kunden sehr behutsam und individuell begleitet werden.

Bild: Dipl.-Ing. Dr. Karl Knall, GF bei Artaker

ReadyBlog: Eine Ihrer Schwerpunkte sind Lösungen zum Dokumentenmanagement - Stichwort: die Spedition Schenker. Wo hört DM auf und wo fängt BI an?

KKnall: Schenker hatte eine klassische Anforderung an ein Workflow- und Dokumentenmanagement-System: Es ging darum, allen Mitarbeitern einen standortunabhängigen, von externer Stelle kontrollierbaren Zugriff auf sämtliche Belegarten des Unternehmens zu bieten. Business Intelligence fängt dort an, wo die Verwaltung der Dokumente endet. Die Anzeige über ein Dashboard, wie viele Belege täglich in welcher Abteilung anfallen, kombiniert mit CRM-Daten und abgebildet als Key Performance Indicator (KPI) wäre eine klassische BI-Thematik.

ReadyBlog: Artaker ist in Österreich ein Urgestein unter den IT-Systemhäusern. Wie hat sich der Zugang Ihrer Kunden zum Thema BI in den letzten Jahren geändert?

KKnall: Dass Business Intelligence oder Corporate Performance Management Systeme (CPM) heute gefragter sind denn je, hat auch mit einem technischen Reifeprozess zu tun. Denn erst mit dem Aufkommen von Netzwerken und einzelnen, vertikalen Softwareapplikationen entwickelte sich die Anforderung, über das gesamte Unternehmen hinweg eine einheitliche horizontale Sicht auf die Unternehmensdaten bereitzustellen. Dazu kommt, dass heute Business Intelligence Projekte auch von den Kosten her ohne Hexerei umzusetzen und eigentlich für jedes Unternehmen durchführbar sind.

ReadyBlog: Danke für das Gespräch.

Die Fragen stellte Wolfgang Tonninger