Seit es das Internet gibt, gibt es Versuche, diese Welt abzubilden, ein Pendant zu schaffen zu den Landkarten unserer Erde. Eine Welt mit zahllosen Verbindungen, aber scheinbar ohne Distanzen. Ein pulsierendes Etwas ohne Zentrum? Mitnichten. Ein neuer Versuch, das digitale Universum topologisch in den Griff zu bekommen, zeigt nicht nur eine zentralisierte Struktur des Internet, sondern auch, dass Peer-to-Peer-Verbindungen in diesem Gewebe immer wichtiger werden, wenn es darum geht, Datenstaus im Kern zu umgehen bzw. Ausfälle desselben zu neutralisieren.

Die Bilderfolge zeigt die hierarchische Struktur des Internet, die sich aus den Verbindungen zwischen einzelnen Knoten - autonome Systeme (ISPs) - ergibt.

universe4


Dabei lassen sich 3 Regionen unterscheiden: ein innerer Kern von massiv verbundenen Knoten, eine äußere Hülle von isolierten Netzwerken und ein Mantel von Knoten, die über Peer-to-Peer-Verbindungen zusammen halten. Entscheidend bei diesem Modell ist, dass nicht nur die Anzahl der Verbindungen für die Einstufung eines Knoten bedeutsam ist, sondern auch seine Entfernung zum Zentrum.

Der Kern: Im Zentrum des Internet sind cirka 80 so genannte Kernknoten, über die der meiste Datenverkehr läuft. Die Größe der Knoten spiegelt die Anzahl seiner Verbindungen. Knoten, die ganz nahe am Zentrum sind, sind mit Knoten verbunden, die bessere Verbindungen aufweisen als solche an der Peripherie. Wenn der Kern entfernt wird, sind 70% der übrigen Knoten (im Kern und im Mantel) immer noch imstande über Peer-to-Peer-Verbindungen weiter zu funktionieren.

Die Peripherie: Am äußersten Rand des Internet gibt es cirka 5,000 isolierte Knoten (das sind ca. 30 Prozent), die nur vom Kern abhängig sind. Wenn dieser wegfällt, verlieren diese sich im Nirgendwo.


posted by Wolfgang Tonninger