Dass wir in einer Welt permanenter Veränderung und Innovation leben, klingt heute beinahe schon wie eine Binsenweisheit. Die Frage ist nur, ob der Einzelne auch bereit ist, sich in der neuen Kreativitätswirtschaft zu behaupten. Lebenslanges Lernen? Klar! Lebenslanges Erfindertum? Schon weniger. Wolf Lotter sieht als "eines der wichtigsten Merkmale der dabei entstehenden neuen Klasse die Fähigkeit, weitgehend selbstständig und unabhängig von vorgefertigten Arbeitsabläufen zu entscheiden, welche Lösung für ein aktuelles Problem die richtige ist. Das ist so neu, dass einem ganz schwindelig wird."

Wer von Wissensgesellschaft spricht, meint genau das - man könnte sie
das Zeitalter der selbstständigen und kreativen Problemlösung nennen. Die entscheidende Zusatzfrage: Was macht uns kreativ? Richard Florida hat in seinem Buch "The Rise of the Creative Class" nachgewiesen, dass tolerante und offene Gemeinschaften die Grundvoraussetzung für den Erfolg kreativer Wirtschaft sind. Borniertheit und Intoleranz, ganz gleich, ob gegen gesellschaftliche Minderheiten oder Intellektuelle, sind hingegen Faktoren, die diese Entwicklung massiv behindern.

Im jüngsten brandeins finden sich ein paar interessante Zahlen zum Stand der Ideenwirtschaft. Vermutung über die Platzierung Österreichs in diesem Ranking werden gerne entgegen genommen ...

Zahl der Patentanmeldungen von Einheimischen pro Milliarde US-Dollar des BIPs 2004 in Schweden: 11,3
Zahl der Patentanmeldungen von Einheimischen pro Milliarde US-Dollar des BIPs 2004 in Deutschland: 22,6
Zahl der Patentanmeldungen von Einheimischen pro Milliarde US-Dollar des BIPs 2004 in Japan: 107,3
 
 
posted by Wolfgang Tonninger