Seit ein paar Jahren stellen immer mehr Verwaltungen aller Ebenen ihre Informationsschätze als Open Data ins Netz. Der große Unterschied dieser Öffnung im Gegensatz zu der erzielten, eher überschaubaren Wirkung von Informationsfreiheits- und Informationsweiterverwendungsgesetzen, besteht neben einigen anderen Aspekten darin, dass die Verwaltungen ihre Daten nun proaktiv, in Rohform und maschinenlesbar bereit stellen (eine umfassendere Beschreibung von Open Data und den Open Data Prinzipien findet sich hier).

Open Data schafft die Voraussetzung für mehr Transparenz, neue und bessere Services und häufig die Grundlage für eine konstruktive, informierte Bürgerbeteiligung. Auch in den diversen digitalen Initiativen, Agendas und Gesetzen spielt Open Data inzwischen eine zunehmende Rolle. So heißt auch im aktuellen Entwurf der Digitalen Agenda der Bundesregierung: „Durch Open Data, d. h. die maschinenlesbare Öffnung staatlicher Daten im Netz, werden wir für mehr Transparenz sorgen und neue digitale Dienste befördern.“

Regierung und Verwaltungen sind nicht selber auf diese gute Idee gekommen, das jahrhundertealte „Amtsgeheimnis“ in Frage zu stellen. Vielmehr wurde der Anspruch international aus der Zivilgesellschaft heraus entwickelt, seit einigen Jahren gibt es auch in Deutschland viele Initiativen und zivilgesellschaftliche Vereine, die sich engagiert dem Thema widmen. Inzwischen gibt es aber auch innerhalb der deutschen Verwaltungen, insbesondere auf der Kommunalebene – gerade dort, wo offene Verwaltungsdaten die größte Alltagsrelevanz und den engsten lokalen Bezug haben -, viele überzeugte Verantwortliche und Mitarbeiter, die diesen frischen Wind begrüßen und sich in die Suche nach den Datenschätzen stürzen. Schöne Beispiele dazu kommen aus Moers, Bremen, Bonn, Hamburg oder auch Berlin.

Die Angebote und Sammlungen von Open Data wachsen allerorten – es gibt nur einen Haken.

Die Bereitstellung von Open Data ist kein Selbstzweck. Offene Daten stiften nur dann Nutzen, wenn sie auch aufgegriffen werden, wenn sie miteinander verknüpft, analysiert und die gewonnenen Erkenntnisse verständlich visualisiert und kommuniziert werden. Das scheitert bislang in der Breite aber eben an der Natur von Open Data – es sollen möglichst unbearbeitete Rohdaten sein, die ohne Aufbereitung und Analyse kaum interpretierbar sind.

Auch wenn es inzwischen einige gute Beispiele für Anwendungen gibt, die auf offenen Daten beruhen (zum Beispiel auf Open Data Showroom), so lässt das versprochene Feuerwerk von Open Data basierten Demokratie- und Wirtschaftsimpulsen aber bislang eher noch auf sich warten. Während auf Govdata.de, dem offiziellen Datenportal für Deutschland, bislang ca. 7.200 Datensätzen zu finden sind, sieht es mit den Anwendungen, also den Open Data basierten Apps, übersichtlicher aus – Govdata.de listet hier gegenwärtig 19 Anwendungen, alleine 9 davon im Bereich von Umwelt- und Klimadaten. Neelie Kroes, Vizepräsidentin der europäischen Kommission und zuständig für die Digitale Agenda Europas, hat 2011 den möglichen jährlich wirtschaftlichen Nutzen aus Open Data mit ca. 40 Milliarden Euro beziffert. Das ist möglich – aber nur mit der Bereitstellung von Open Data sind solche Werte nicht zu realisieren.        

Es ist eben bislang schwieriger, aus den offenen Daten etwas zu machen und Apps zu entwickeln, als die Open Data Prinzipien zu erklären und die Bereitstellung der Daten durch die Verwaltung zu fordern – große Halden offener Verwaltungsdaten nützen aber niemandem.

Die Erschließung und Nutzung von Open Data muss daher deutlich vereinfacht werden und nicht überwiegend davon abhängen, dass sich in bestimmten Interessenbereichen sachkundige Entwickler finden, die sich entweder aus zivilgesellschaftlichem Engagement heraus oder zur Umsetzung einer Geschäftsidee an die Entwicklung von Apps machen.

Mein Kollege Martin Ihrke zeigt in seinem aktuellen Webcast, wie man quasi mit Bordmitteln auf der Basis von Microsoft Excel in Verbindung mit den neuen Self Service Business Intelligence Ergänzungen PowerQuery, PowerPivot und PowerView, den Nutzen von Open Data ganz erstaunlich erschließen kann, auch wenn man selber kein Programmierer ist. So lassen sich in Zukunft viele Erkenntnisse aus Open Data gewinnen – übrigens auch für die Verwaltung selber-, ohne dass man erst auf die passenden Apps dafür warten muss. Mehr zu PowerBI finden Sie auch unter www.powerbi.com.