Veröffentlichung des Originalartikels: 19.10.2011

Willkommen bei Teil 3 aus der Blogreihe zum Verwalten Ihrer Office-Objekte in einer Tablet-Umgebung. In Teil 1 habe ich in erster Linie die wichtigsten Methoden für die Verwendung von Office mit Rich-Clients, Remote-Rich-Clients, Office für Mac, Web Apps und Office auf dem Mobiltelefon vorgestellt. In Teil 2 habe ich die Verwendung von E-Mail auf Tablet PCs mithilfe von Exchange ActiveSync behandelt, die Kontrollmöglichkeiten anderer Plattformen mit Gruppenrichtlinien verglichen sowie Optionen zum Konfigurieren von Office beschrieben. In diesem Blogbeitrag werde ich die Office Web Apps als Bestandteil des SharePoint 2010- oder Office 365-Diensts behandeln.

Zugreifen auf Office auf verschiedenen Geräten mithilfe von Office Web Apps

Viele Benutzer meinen, Office 365 sei lediglich eine andere Bezeichnung für Office Web Apps. Auf die Office Web Apps wird in Wirklichkeit wahrscheinlich häufiger über Windows Live oder verwaltete Umgebungen mit SharePoint 2010 Infrastruktur zugegriffen. Office 365 bezieht sich auf das gesamte Angebot an E-Mail (über Exchange Online), Zusammenarbeit (über SharePoint Online), Instant Messaging/Besprechungsdienste/Sprache (über Lync Online) und Office-Clientanwendungen (über vollständige Office Professional Plus-Clients mit Abonnement- und benutzerpivotierter Aktivierung oder Office Web Apps). Nun, da wir wissen, wie wir auf Office Web Apps zugreifen, werden wir uns kurz mit den Office Web Apps befassen. Zu diesem Zweck werde ich zitieren, was mein Kollege im Office-Team in der TechNet-Dokumentation geschrieben hat:

„Microsoft Office Web Apps sind die Onlinebegleitprodukte zu Office Word-, Excel-, PowerPoint- und OneNote-Anwendungen, mit denen Benutzer von überall aus auf Dokumente zugreifen und diese bearbeiten können. Benutzer können Dokumente mit anderen Benutzern online auf PCs, Mobiltelefonen und im Internet anzeigen, freigeben und gemeinsam bearbeiten. Office Web Apps stehen Benutzern über Windows Live bzw. Unternehmenskunden mit Microsoft Office 2010-Volumenlizenzierung und Dokumentverwaltungslösungen basierend auf Microsoft SharePoint 2010-Produkte zur Verfügung.“

Interessant in diesem Zusammenhang ist Folgendes: A. Office 365 wird nicht einmal erwähnt (zu meinem vorherigen Punkt), und B., sie werden für Office-Vollanwendungen als „Begleitprodukte“ bezeichnet. Der Hauptgrund für die Bezeichnung „Begleitprodukte“ ist im selben Artikel erwähnt:

„Die Funktionen von Office Web Apps, Office Mobile 2010 und Office 2010 unterscheiden sich in einigen Punkten.“

Das Schlüsselwort hier ist „einige“. Wenn Sie den Office Web Apps-Featuresatz mit Office Mobile 2010 vergleichen, würde ich „einige“ als richtig und als ein Hinweis auf ähnliche Funktionalität interpretieren. Wenn Sie allerdings Office Web Apps mit einer Vollversion von Office Professional Plus 2010 oder sogar gleichwertigen Anwendungen in Version 2007 oder 2003 vergleichen, klingt „einige“ so, als ob diese beiden Dinge vergleichbar wären. Meiner Meinung nach ermöglichen die Office Web Apps die High-Fidelity-Darstellung und weisen ein paar zentrale Funktionen der vollständigen Clients auf. Ich würde aber niemandem empfehlen, Office-Vollanwendungen auf einem PC oder Mac (einschließlich einer derzeit unterstützten Office-Version) durch Office Web Apps zu ersetzen. Deshalb die Argumentation, sie als Begleitprodukte zu bezeichnen.

Da wir in diesem Blog im Prinzip über Begleitgeräte reden, gibt es eine gewisse Analogie. So wie Sie wahrscheinlich im Allgemeinen einen PC nicht vollständig durch ein reines Touchscreen-Slate-Gerät ersetzen würden, wenn Sie komplexe Aufgaben ausführen möchten (Erstellen von Dokumenten, statistische Analyse in einer Kalkulationstabelle, Erstellen einer Präsentation usw.), gilt dieselbe Regel auch für das Nichtersetzen von vollständigen Office-Clientanwendungen durch ihre Office Web Apps-Entsprechungen. Es gibt einige Benutzerrollen, bei denen die Benutzer keine komplexen Erstellungs- und Bearbeitungsaufgaben ausführen und möglicherweise mit einem reinen Touchscreen-Gerät oder den Office Web Apps zurechtkommen. Ich glaube aber, dass dies eher die Ausnahme als die Regel ist. Ich erinnere mich jedoch auch noch an die Zeit Ende der 1990er Jahre, als meine ehemaligen Vorgesetzten (bevor ich bei Microsoft angefangen habe) alle E-Mails ihren Sekretärinnen diktierten.

Office Web Apps bestehen im Allgemeinen aus einer Viewerkomponente (z. B. WordViewer.aspx), mit der das Dokument auf dem Server gerendert wird und eine Bilddatei (PNG oder XAML) per Push an den Browser übertragen wird, um die High-Fidelity-Darstellung sicherzustellen.

Da das Dokument auf dem Server remote gerendert wird und dieser Server unter Windows ausgeführt wird, kann das Dokument so gerendert werden, als ob es auf einem Computer unter Windows mit einer lokal installierten Office-Version geöffnet würde. Solange die Bilddatei auf dem Gerät angezeigt werden kann und die Informationen im Header verarbeitet werden können, kann das Dokument wie auf dem Computer unter Windows erstellt angezeigt werden. Etwas anders ist die Sache, wenn es um die Schaltfläche In Browser bearbeiten (Edit in Browser) geht, die in der obigen Abbildung dargestellt ist. Wenn ich auf diese Schaltfläche klicke, wird ein Bildschirm angezeigt, der so oder ähnlich aussieht:

Beachten Sie, dass im Bearbeitungsmodus SmartArt nicht gerendert wird und einige Formatierungen verlorengehen. Ich kann jedoch den Text mit einer eingeschränkten Anzahl von Steuerelementen bearbeiten. Vergrößern wir einmal diese Steuerelemente, um die Unterschiede im Vergleich zu einer vollständigen Office-Clientanwendung aufzuzeigen:

Hier das Menüband des vollständigen Microsoft Word-Clients:

Während die Registerkarte Start (Home) von Word ziemlich ähnlich aussieht, werden Sie bemerken, dass einige andere Registerkarten fehlen. Außerdem gibt es die benutzerdefinierte Registerkarte Berührung (Touch). Im nächsten Blogbeitrag werde ich diese Registerkarte und die Optimierung der Clientregisterkarten für die Touchscreen-Verwendung behandeln. Die Moral der Geschichte ist, dass wenn Sie Dinge schätzen, wie z. B. das Einrichten von Seiten und Drucklayouts, das Einfügen von Fußnoten oder Inhaltsverzeichnissen, den Seriendruck und die Nachverfolgung von Änderungen, Kommentare und eine Menge anderer Features, ist die Office Web Apps-Version von Word kein Ersatz für den vollständigen Client und wird deshalb zurückgestuft und als Begleitprodukt bezeichnet.

Da ich über die Verwendung von Office auf iPad- und Android-Slates sowie unter Windows schreibe, folgen ein paar Screenshots der Office Web Apps auf diesen Geräten:

Excel Office Web App im Bearbeitungsmodus auf einem iPad mit Safari

Word Office Web App im Viewermodus in einem Android-Browser

Während die Office Web Apps für die meisten Benutzer kein Ersatz für vollständige Office-Anwendungen sind, ermöglichen sie dennoch das Anzeigen und Bearbeiten von Dokumenten auf vielen Geräten sowie in vielen Formfaktoren und Browsern. Office Web Apps werden in verschiedenen PC-, Mac-, Linux- und mobilen Betriebssystembrowsern unterstützt (z. B. aktuelle Versionen von Internet Explorer, Chrome, Firefox, Safari und Opera).

Für manche Benutzer ist die wichtigste Frage, wie auf die Office Web Apps zugegriffen werden soll, da in der Regel eine Verbindung mit den internen SharePoint-Websites erforderlich ist, was wiederum lokal eine Art der Authentifizierung oder die Konnektivität innerhalb des Umkreisnetzwerks bedeutet. Für einen Sicherheitsverwalter mag dies beunruhigend klingen. Und während ich die Sicherheitssteuerelemente in Windows nicht replizieren kann, kann ich ein paar Maßnahmen ergreifen, um bösartige Aktivitäten zu erschweren. Im nächsten Blogbeitrag werde ich mich mit dem Konzept der Differenzierung des Zugriffs basierend auf der Geräte- oder Browservertrauensstellung und deren Umsetzung in einer Windows-Umgebung befassen. Lesen Sie unbedingt die Teile 1 und 2 dieser Blogreihe – Teil 3 wird demnächst veröffentlicht.

Vielen Dank, dass Sie diesen Beitrag gelesen haben.

Jeremy Chapman

Senior Product Manager

Office IT Pro Team

Es handelt sich hierbei um einen übersetzten Blogbeitrag. Sie finden den Originalartikel unter Windows, iPad and Android – Managing and Using Your Office Assets in a Tablet World (Part 3) – Accessing Office from the Browser