Veröffentlichung des Originalartikels: 15.06.2011

Die Anwendungsvirtualisierung ist eine Technologie, von der wir hier im Office-Team wirklich begeistert sind. Aufgrund der engen Interaktion von Office 2010 mit dem Betriebssystem, den Servern und sonstigen Anwendungen, stellt diese Interaktion jedoch eine besondere Herausforderung dar. Einige dieser speziellen Anforderungen können durch das Office 2010 Deployment Kit for App-V und Featureproxys erfüllt werden, doch für mich stellt die Sequenzierung von Office 2010 für App-V eine echte "Kunst" dar. Deshalb haben wir uns an die App-V-Künstler Matt und Jason von 43Tc gewendet, damit sie ihre praktischen Erfahrungen mit Office 2010 und App-V an uns weitergeben und uns bei der Sequenzierung von Office für App-V behilflich sind. In Teil 1 stellen wir allgemeine Überlegungen im Zusammenhang mit Office 2010 und App-V an.

Office 2010 und App-V 4.6 SP1 bringen die Fähigkeit der Integration einer virtuellen Version von Office 2010 enger mit dem Betriebssystem zusammen.  Durch diese Verbesserung ist es in Schlüsselszenarien möglich, Fähigkeiten zur Betriebssystemintegration wie die schnelle Suche, E-Mail-Konfiguration, SharePoint-Integration sowie die Integration der neuen Volumenaktivierung bereitzustellen.  Um diese neuen Schlüsselfunktionen zu ermöglichen, ist eine korrekte Sequenzierung von Office 2010 unter Verwendung des Office 2010 Deployment Kit for App-V erforderlich. 

In diesem Beitrag wird davon ausgegangen, dass Sie bereits Anwendungen für App-V sequenziert haben.  Es wird nicht empfohlen, für erste Sequenzierungsversuche Office 2010 zu verwenden.  Die Sequenzierung von Office 2010 ist besonders komplex und fällt aus dem Rahmen einer typischen Sequenzierung heraus. Zweck dieses Dokuments ist es, die komplexeren Aspekte zu vereinfachen, indem Sie von Anfang bis Ende durch die Prozesse der Entscheidungsfindung, Sequenzierung und Bereitstellung begleitet werden. Dabei wird AUSSCHLIESSLICH App-V 4.6 SP1-Sequencer verwendet.  Pakete, die mit App-V 4.6 SP1-Sequencer sequenziert wurden, können auf App-V 4.6-Clients korrekt ausgeführt werden.

Wenn Sie noch nie eine Anwendung sequenziert haben und/oder Hilfe beim richtigen Setup des Sequenzcomputers benötigen, wird DRINGEND empfohlen zunächst den App-V 4.6 SP1 Trial Guide von Microsoft durchzuarbeiten.

Halten Sie die Anleitungen in dieser Blogreihe genau ein!  Sie sequenzieren Office 2010 zum ersten Mal, deshalb sollten Sie dieses Mal nicht kreativ oder abenteuerlustig sein, sondern den Anleitungen genau folgen.  Wir haben uns die Zeit genommen, den Ablauf genau zu dokumentieren; Sie sollten also zumindest beim ersten Mal keine eigenen Wege gehen. In Ordnung? Glauben Sie mir, Sie werden uns dankbar sein.

Hauptaufgaben bei der Sequenzierung von Office 2010:

  1. Allgemeine Überlegungen und Entscheidungsfindung
  2. Vorbereiten des Sequenzcomputers mithilfe des Office 2010 Deployment Kit
  3. Sequenzieren von Office 2010
  4. Vorbereiten der Clients auf das Office 2010-Paket
  5. Fertigstellung

Allgemeine Überlegungen und Entscheidungsfindung

Für die Sequenzierung von Office 2010 müssen verschiedene Überlegungen angestellt werden, und wenn Sie diese Entscheidungen bereits vorab fällen, wird der Sequenzierungsvorgang dadurch deutlich einfacher. Diese allgemeinen Überlegungen werden ausführlich auf der TechNet-Website für Office 2010 App-V behandelt, doch ist es sinnvoll, die wichtigsten Punkte hier nochmals aufzuführen.

Office 2010 kann nur mithilfe der App-V Sequencer-Versionen 4.5 SP2 und 4.6 sowie 4.6 SP1 sequenziert werden.

Welche Office 2010-Version soll sequenziert werden?

Sowohl die Version x86 als auch x64 kann sequenziert werden.  Featureproxys, die Ihnen die optimale Nutzung der Integrationsfeatures einschließlich der SharePoint-Integration ermöglichen, werden allerdings nur von der Version x86 von Office 2010 unterstützt.  Featureproxys werden unter x64-Versionen von Office 2010 nicht unterstützt.  Darüber hinaus kann eine unter einem x86-Betriebssystem sequenzierte Anwendung zwar unter einem x64-Betriebssystem ausgeführt werden, aber eine unter einem x64-Betriebssystem sequenzierte Anwendung kann niemals unter einem x86-Betriebssystem ausgeführt werden.

Angesichts dieser Tatsache wird dringend empfohlen, die x86-Version auf einem Sequenzcomputer unter einem x86-Betriebssystem zu sequenzieren, um alle Office-Features vollständig nutzen zu können und um über eine Sequenz zu verfügen, die sowohl unter einem x86- als auch einem X64-Betriebssystem verwendet werden kann.

Um an dieser Stelle ein Dokument bereitzustellen, dass sowohl einfach auszuführen ist als auch das häufigste Szenario widerspiegelt, beziehen sich die Anleitungen in diesem Dokument nur auf die Sequenzierung der x86-Version von Office unter einem x86-Betriebssystem.

Nur Volumenlizenzversionen von Office 2010 können sequenziert werden

  • Die Aktivierung mithilfe eines Schlüsselverwaltungsservers (Key Management Server, KMS) oder eines Mehrfachaktivierungsschlüssels (Multi-Activation Key, MAK) wird unterstützt.
  • Es ist nicht möglich, MSDN und TechNet bereitgestellte Mehrfachaktivierungsschlüssel zu verwenden, da sie nicht funktionieren werden.  Sie müssen die Softwarebits und -schlüssel von einer gültigen Volumenlizenzquelle beziehen - Testversionen, MSDN/TechNet-Abonnements, Versionen aus dem Handel sowie Office 365-Versionen von Office werden bei der Sequenzierung nicht unterstützt.
  • Wenn MAK gewählt wird, beachten Sie, dass die Benutzer bei der Bereitstellung zur Aktivierung aufgefordert werden.
  • In den Anleitungen für KMS wird davon ausgegangen, dass Office 2010 ProPlus sequenziert wird.
  • Außerdem wird in der Befehlssyntax davon ausgegangen, dass der KMS-Server mit DNS konfiguriert wurde und den Standardport 1688 verwendet.
  • Sie können die Aktivierungskonfiguration später ändern.  Wenn Sie eine anfängliche Machbarkeitsstudie einrichten möchten, empfehlen wir, KMS zu verwenden.

Allgemeine Überlegungen zum Feature "An OneNote senden" sowie Einschränkungen

Wenn Sie die Verwendung des Features "An OneNote senden" aktivieren möchten, steht Ihnen diese Möglichkeit offen.  Sie sollten jedoch einige Einschränkungen oder Komplexitäten berücksichtigen, die dieses Feature bei der Bereitstellung der Office 2010-Sequenz auf Ihren Clients mit sich bringt.

Die Schwierigkeit hängt mit der Anforderung zusammen, dass das Feature "An OneNote senden" nur dann ausgeführt werden kann, wenn die Sequenz mithilfe von SFTMIME /global auf den Clients bereitgestellt wird.  Dies ist in der Regel ein automatisierter Veröffentlichungsvorgang, der im Hintergrund abläuft.  Das Problem liegt darin, dass /global von SFTMIME nur dann standardmäßig angewendet wird, wenn die Ankündigung für die SCCM-Bereitstellung an Computer (anstatt an Benutzer) gerichtet ist und nicht bei Verwendung einer vollständigen App-V-Infrastruktur erfolgt.

Zeit für eine weitere Entscheidung:

  • Bereitstellung über SCCM
    • Sie müssen die Ankündigung des Office 2010-Pakets an Computer richten.
    • Es ist nicht möglich, die Ankündigung des Office 2010-Pakets an Benutzer zu richten.
    • Bereitstellung über eine vollständige App-V-Infrastruktur
      • Sie müssen Ihren Clientcomputern den folgenden Befehl entweder über ein Anmeldeskript oder ein App-Standardpaket unter Verwendung einer ESD-Technologie (Electronic Software Distribution) wie den Konfigurations-Manager bereitstellen.

SFTMIME ADD PACKAGE:”Office2010_x86” /MANIFEST \\\\app-v.management.server.address.here\content\Office2010_x86\Office2010_x86.manifest.xml /GLOBAL

Hinweis: Die Anwendung OneNote muss von jedem Benutzer einmal gestartet werden, ehe dieser Benutzer das Feature "An OneNote senden" nutzen kann.

Andere Schnittstellenprogramme oder Add-Ins

Übrigens, wenn Sie auch Office-Plug-Ins oder Programme, die mit Office zusammenarbeiten, einschließen möchten, sollten diese Komponenten unmittelbar nach der Sequenzierung von Office installiert werden. Fahren Sie dann mit dem Vorgang wie beschrieben fort.  Im Rahmen dieses Dokuments möchten wir Sie jedoch bitten, KEINE Office-Plug-Ins oder Add-Ons beim ersten Durchgang durch das Dokument hinzuzufügen.

Zusammenfassung:

Wenn die Schritte in dieser Blogreihe genau eingehalten werden, erhalten Sie ein Office 2010-Paket mit allen verfügbaren Features, das sowohl auf einem x86- als auch x64-Client ausgeführt werden kann, und reduzieren gleichzeitig die Komplexität und Mehrdeutigkeit.

Beachten Sie Folgendes:

  • Es wird hier die x86-Version von Office 2010 mithilfe der x86-Version von App-V 4.6 SP1 Sequencer unter einem x86-Betriebssystem sequenziert. 
  • Es werden alle Featureproxys eingeschlossen und entweder KMS oder MAK zur Aktivierung verwendet. Es werden dabei AUSSCHLIESSLICH die Volumenlizenzversionen Office 2010 ProPlus oder Standard verwendet.
    • Bei der MAK-Aktivierung ist die Interaktion des Benutzers bei der ersten Verwendung erforderlich.
    • Für KMS wird die automatische Aktivierung im Hintergrund verwendet (keine Interaktion des Endbenutzers erforderlich).
    • Wenn das Feature "An OneNote senden" verwendet werden soll, wirkt sich dies auf Ihre Bereitstellungsoptionen aus.

Wie gesagt, wenn Sie zum ersten Mal Office 2010 sequenzieren, HALTEN SIE SICH GENAU an diese Anleitung.  Sobald Sie über mehr Erfahrung mit der Sequenzierung von Office 2010 verfügen, können Sie jederzeit die Informationen in den oben aufgeführten Links verwenden, um Ihre Sequenzierung im Detail an Ihre Anforderungen anzupassen.  Wir denken jedoch nicht, dass das erforderlich ist.

Weitere Informationen finden Sie unter Teil 2 - Vorbereiten des Sequenzcomputers.

Über die Autoren

Jason Welton ist Principal Consultant bei 43Tc.  Vor 43Tc arbeitete Jason für Microsoft und Softricity, dem Entwickler von SoftGrid, was nach der Übernahme von Softricity durch Microsoft in App-V umbenannt wurde.  Jason unterstützt und berät seit 2005 für App-V.

Matt McDermott ist Practice Manager für 43Tc und App-V MVP.  Matt ist seit mehr als zehn Jahren in der Technologieberatung tätig und hat für Microsoft Dokumentationen und Courseware-Unterlagen erstellt sowie an der Lieferung von Lösungen mitgewirkt.

43Tc ist ein Unternehmen aus dem Bereich der Virtualisierungsdienste mit dem Schwerpunkt auf Microsoft- und Citrix-Technologien in benutzerstatus-, anwendungs-, sitzungs-, VDI- und serverbasierten Lösungen.

Es handelt sich hierbei um einen übersetzten Blogbeitrag. Sie finden den Originalartikel unter Sequencing Office 2010 for App-V - Part 1: Considerations.