Veröffentlichung des Originalartikels: 23.04.2011

Ich heiße Alistair Speirs und bin Senior Product Manager im Office-Team. Meine persönliche Philosophie lautet, dass mindestens zwei wichtige Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit Mitarbeiter ihre bestmögliche Leistung bringen: 1.) eine gesicherte Versorgung mit gutem Kaffee und 2.) ein aufgeräumter Desktop-PC mit einem modernen Office-Programmpaket. Fehlt eines von beiden, lässt die Produktivität nach (jedenfalls bei mir). Während Getränke in den Bereich der Büroorganisation fallen, ist es unsere Hauptaufgabe als IT-Experten, dafür zu sorgen, dass den Benutzern ein modernes und sicheres Office-Programmpaket zur Verfügung steht. Die beiden folgenden Fragen werden mir von IT-Fachleuten häufig gestellt:

F: Ich möchte Office 2010 in meiner Organisation bereitstellen.... Wo fange ich an?

A: Machen Sie sich zunächst mit Ihrer Umgebung vertraut!

Machen Sie sich eingehend mit Ihrer Umgebung, d. h. Hardware, Anwendungen und Dateikompatibilität, vertraut. Office 2010 wurde für die Zusammenarbeit mit Hardware entwickelt, die Sie bereits haben, doch viele Neuentwicklungen haben dafür gesorgt, dass Office 2010 nun wesentlich schneller ausgeführt wird. Überprüfen Sie als ein Beispiel das Tempo der Neuberechnung einer unserer Testkalkulationstabellen, eine Monte Carlo-Simulation mit über einer Million Datenzeilen:

Und es wäre nicht fair, über Leistung zu sprechen, ohne die Office-Anwendung zu erwähnen, die wahrscheinlich länger ausgeführt wird als Ihre Mitarbeiter wach bleiben: Outlook. Office 2010 bietet ein wesentlich höheres Tempo beim Start, bei der Synchronisierung und beim Herunterfahren:

 

Outlook 2010 RTM

Outlook 2007 SP2

Verbesserung in %

Start (kalt)

7,6 Sek.

10,3 Sek.

26 %

Start (warm)

0,53 Sek.

0,77 Sek.

31 %

Postfach vollständig synchronisieren: 1 GB

12,7 Min.

18,6 Min.

32 %

Postfach vollständig synchronisieren: 2 GB

26,8 Min.

28,3 Min.

5 %

Reaktionsverhalten des Workflows (Anzahl der Pausen)

27

41

34 %

Herunterfahren

0,64 Sek.

1,17 Sek.

45 %

Die Office 2010-Systemanforderungen unterscheiden sich kaum von denen von Office 2007, sodass Office 2010 problemlos auf Computern (selbst auf Netbooks und Tablet-PCs mit Atom-Prozessor) ausgeführt werden kann, die in den letzten vier Jahren beschafft wurden. Auf Softwareseite muss herausgefunden werden, welche anderen Desktopanwendungen von Office abhängig sind. Viele CRM-Systeme sind mit Outlook, Analyseprogramme mit Excel und Datensatzverwaltungssysteme mit Word integriert. Die größte Herausforderung besteht wohl darin, sich einen Überblick über den Dokumentbestand zu verschaffen. Wo sind Dokumente gespeichert? Wem gehören sie? Enthalten sie Makros? Nach gewonnenem Überblick über den Dokumentbestand können Sie bessere Entscheidungen dahingehend treffen, ob eine Umwandlung in neue XML-Dateiformate erfolgen soll, bestimmen, welche Makros von welchen Benutzern Probleme verursachen, und die zu konfigurierenden Einstellungen auswählen, z. B. die standardmäßigen Speicherformate und -orte.

Die gute Nachricht ist, dass es Tools gibt, mit deren Hilfe Sie sich mit Ihrer Umgebung besser vertraut machen können. Das Tool zur Bewertung der Office-Umgebung (OEAT) durchsucht Clientcomputer nach Add-Ins und Anwendungen, die mit Office 97 bis 2010 interagieren. Der Office Migration Planning Manager (OMPM) unterstützt Sie beim Untersuchen von Dateien auf Konvertierungsprobleme, Erstellen von Berichten und Konvertieren von Dokumenten in die neuen Open XML-Dateiformate. Die Empfehlung hierzu lautet, nicht zu versuchen, alle Dateien im Unternehmen zu untersuchen. Stattdessen sollten nur eine Untermenge oder nur Dateien untersucht werden, die sich in den letzten zwölf Monaten geändert haben. Der Office Code Compatibility Inspector (OCCI) untersucht VBA-Makros und VSTO-Code auf bekannte Kompatibilitätsprobleme, z. B. Objektmodelländerungen oder 64-Bit-Kompatibilitätsprobleme.

F: Muss ich, wenn ich 64-Bit-Windows 7 bereitstelle, 64-Bit-Office 2010 bereitstellen?

A: Verwenden Sie 32-Bit-Office 2010 unter 64-Bit-Windows 7.

Auch wenn die Systemanforderungen denen von Office 2007 entsprechen, nutzt Office 2010 neue Hardware mit hochmodernen Grafikkarten, Mehrkernprozessoren und Geräten mit anderer Bauform aus. Meistenteils handelt es sich um automatische Verbesserungen, doch ob 64-Bit- oder 32-Bit-Office bereitgestellt werden soll, muss von IT-Verantwortlichen im Vorfeld entschieden werden. Die ausdrückliche Empfehlung lautet, 32-Bit-Office einzusetzen. Wenngleich 64-Bit hilfreich ist, wenn eine Kalkulationstabelleninstanz mehr als 2 GB Speicher belegt, ist dies in der Praxis nicht oft der Fall. Der Nachteil von 64-Bit ist, dass alle VBA-Makros aktualisiert werden müssen (es sei denn, Ihre Entwickler haben in weiser Voraussicht Variablen mit sicheren Zeigern deklariert, was ich nicht glaube), und Nicht-VSTO-Add-Ins müssen neu geschrieben werden. Dies bedeutet viel Arbeit bei sehr wenig Nutzen. 32-Bit-Office 2010 profitiert trotzdem von der Ausführung unter einem 64-Bit-Betriebssystem, da der größere maximale Arbeitsspeicher die Ausführung von mehr Anwendungen erlaubt.

Sie können sich also das Leben leichter machen, indem Sie sich mit den von Microsoft bereitgestellten Tools mit Ihrer Office-Umgebung vertraut machen, 32-Bit-Office 2010 unter 64-Bit-Windows 7 bereitstellen und guten Kaffee trinken. Weitere Einzelheiten zu diesem Themen (ohne Kaffee) und andere Office IT Pro-Aspekte finden Sie auf der Office Technet-Website www.officeitpro.com oder unter Windows Phone 7 App. Gutes Gelingen bei der Bereitstellung!

Es handelt sich hierbei um einen übersetzten Blogbeitrag. Sie finden den Originalartikel unter Common questions when planning Office 2010 deployments.