Wer die ersten Tests und Gehversuche mit Office 365 und speziell mit Exchange Online gemacht hat, der kommt vielleicht früher oder später an den Punkt an dem z.B. ein Multifunktionsgerät oder eine Applikation über SMTP Nachrichten über Exchange Online verschicken müssen. Natürlich kann Exchange Online auch Emails von und an solchen Absendern verarbeiten, aber es gibt es paar Punkte die zu Bedenken und zu Beachten sind.
Dabei gilt für Office 365 genau wie für es für BPOS der Fall war, dass für eine Weiterleitung von Emails an externe Empfänger nur authentifizierte und über TLS gesicherte Verbindungen auf Port 587 erlaubt sind. Für BPOS findet man eine die notwendigen Infos hier: http://blogs.technet.com/b/msonline_deutschland/archive/2009/09/03/smtp-relay-mit-exchange-online.aspx bzw. hier: http://technet.microsoft.com/en-us/library/ff535993.aspx Für Office 365 folgt die offizielle Dokumentation noch, aber mit diesem Artikel bekommt man auch die notwendigen Informationen.
Die meisten Produkte und Geräte unterstützen heute TLS und SMTP Authentication. Es gibt aber eine Reihe von Gründen, warum man vielleicht doch noch einen SMTP Relay Server in seinem Netzwerk vorhalten möchte. Dazu gehören zum Beispiel:
Office 365 beinhaltet immer die Microsoft Forefront Online Protection für Exchange – kurz FOPE. Dies ist ein AntiSpam und AntiVirus Dienst der einzeln bezogen werden kann um beliebige selbstbetriebene Mailsysteme zu schützen. Mehr Informationen über das Produkt findet man hier: http://www.microsoft.com/germany/forefront/serversecurity/exchange-online/default.mspx
Was in diesem Artikel nicht weiter betrachtet wird, ist die Möglichkeit in Office 365 Enterprise einen SMTP Relay mit einer statische Absender IP Adresse und entsprechenden DNS Einträgen als “Incoming Connection” in FOPE zu konfigurieren. Wenn Emails nur an interne Empfänger gesendet werden sollen, dann ist dies auch eine Option. Die meisten Multifunktionsscanner erlauben aber auch eine manuelle Adresseingabe und man kommt schnell zu dem Punkt an dem man über Exchange Online die Weiterleitung machen möchte. In der Office 365 Small Business Variante geht das prinzipiell auch – man hat aber keinen Zugriff auf FOPE und muss (eigentlich wie immer) darauf achten, dass der eigene Relay nicht auf einer Spam Blacklist landet.
Wie konfiguriert man nun einen Relay mit Authentifizierung? Dazu kann ein bereits existierendes Benutzerkonto in der Online Services benutzt werden, ratsam ist aber ein separates Konto anzulegen, damit der Absendername in Exchange Online eindeutig ist und damit man ein separates Kennwort für dieses Konto benutzt. Dieses Konto benötigt nur eine Exchange Online Kiosk Lizenz.
Die für den SMTP Relay wichtige Smarthost Adresse findet man über Outlook Web Access. Dazu einfach die Optionen aufrufen und “Alle Optionen anzeigen…” lassen.
Die Installation des Windows SMTP Dienst ist je nach Windows Server Version etwas unterschiedlich. Ab Windows Server 2008 kann man den Dienst als “Feature” wählen. Die weiteren Screenshots für die notwendigen IIS Komponenten fehle an dieser Stelle – sie sind aber selbsterklärend. Auch ein Windows Server 2003 R2 könnte für diese Aufgabe herhalten. In kleineren und mittleren Netzwerkumgebungen bieten sich der Dirsync Server oder der ADFS Server bzw. die NLB Farm für ADFS an.
Diese Anleitung ist die Grundlage für weitere Lösungen mit Office 365. Office 365 Enterprise bietet mit FOPE erweiterte Möglichkeiten. Die Möglichkeiten für den SMTP Mailflow sollten bei einem Test von Office 365 bzw. Exchange Online erkundet werden, denn häufig kann man signifikante Verbesserungen der bisherigen Infrastruktur durch Exchange Online und FOPE erreichen.