Es wird ja immer wieder diskutiert, ob sich die klassischen Kommunikationswege überholt haben. Wer kauft noch ein Buch oder eine CD, DVD, Zeitung – gibt doch alles online und meistens “umsonst”. In gewisser Weise stimmt das sicherlich auch. Gab es früher die berühmten Meterware namens Redbooks, findet man heute Dokumentationen (von wichtigen Warnhinweisen mal abgesehen) meistens nur elektronisch oder online. Hat ja auch Vorteile – man muss nicht mehr nachsehen, ob man auch die aktuelle X.te Auflage hat oder aber monatlich mühsam Loseblattsammlungen aktualisieren, es gibt alles per Online Suche in der hoffentlich aktuellen Form. Einen Nachteil gibt es aber auch, in der schnelllebigen IT Welt aber (noch) weniger relevant: Ein 10 Jahre altes Druckwerk steht vielleicht noch im Regal oder wurde in einem kalten Winter einer anderen Verwendung zugeführt, ältere elektronische Dokumentation ist häufig genug aber gar nicht mehr aufzutreiben, da auch die Caches der Suchmaschinen nur eine begrenzte TTL (time to live) haben.

Mit der “Erfindung”, man sollte wohl besser sagen der “zweckgebundenen Entdeckung” von Blogs wurde vieles an Dokumentation an Blogs ausgelagert. Viele Leute machen viele Erfahrungen. Auf diese Weise ergibt sich durch Aggregation das vollständige Bild. Mag ja auch stimmen. Irgendwann kommt dann nur die Frage, welche Aussage denn jetzt als verbindlich betrachtet werden darf…

Was mich dann aber doch ein wenig überrascht hat, war die Tatsache, dass jetzt technisches Know-How sogar über die “sozialen Medien”, in diesem Fall Facebook, verbreitet werden. Soll nicht heißen, dass ich das schlecht finde – es hat mich einfach überrascht. In diesem Fall positiv, weil mir ansonsten die Info nicht so schnell aufgefallen wäre. Daher hätte es einen Blogpost von mir dann vermutlich auch nicht, oder zumindest nicht jetzt, gegeben. So bin ich aber bei Facebook über einen Eintrag von Torsten Meringer gestolpert, seines Zeichens Microsoft MVP (Microsoft Most Valuable Professional) für den System Center Configuration Manager. Das wiederum hat mich dann zu einem ergänzenden Blogpost motiviert…

Was spricht aber für die weitere Existenz der gedruckten harten Ware? Ich denke, dafür muss man nur mal Bus oder Bahn fahren. Ich glaube kaum, dass man dort elektronische Kopien beliebter beBILDerter Werke finden wird, selbst wenn betroffene Fachleute davon ausgehen, dass bald das ePaper billiger als das Bedrucken von konventionellem Papier sein wird.