Als Öffentlicher-Schlüssel-Infrastruktur bzw. Public-Key-Infrastruktur (PKI, engl.: public key infrastructure) bezeichnet man in der Kryptologie und Kryptografie ein System, welches es ermöglicht, digitale Zertifikate auszustellen, zu verteilen und zu prüfen. Die innerhalb einer PKI ausgestellten Zertifikate sind meist auf Personen oder Maschinen festgelegt und werden zur Absicherung computergestützter Kommunikation verwendet.
Das Windows Server System bietet Ihnen die Möglichkeit eine solche PKI für Ihre Infrastruktur bereit zu stellen. Vor der Implementierung einer PKI sollte man in jedem Fall ein Verständnis für die Grundlagen der Kryptografie und der Infrastruktur öffentlicher Schlüssel mitbringen. Des weiteren kann ich das Whitepaper meiner Kollegen Carsten Kinder und David Cross als vertiefende Lektüre empfehlen: Optimale Methoden zum Implementieren einer Infrastruktur mit öffentlichem Schlüssel (PKI) unter Microsoft Windows Server 2003.
Nach erfolgreicher Installation der PKI ist der nächste Schritt das aktiveren der Protokollierung/Überwachung. Sie können unter Windows Server 2003 die Überwachung einer Zertifizierungsstelle aktivieren und erhalten dann für alle Verwaltungsaufgaben der Zertifikatdienste ein Überwachungsprotokoll. Zur Aktivierung der Überwachung müssen Sie bei einer Offline-Zertifizierungsstelle darauf achten, das in der lokalen Sicherheitsrichtlinie die Protokollierung von Erfolgen und Fehlern aktiviert ist, und bei einer Online-Zertifizierungsstelle, dass diese Protokollierung in einem Gruppenrichtlinienobjekt aktiviert ist, das mit der Organisationseinheit verknüpft ist, in der das Computerkonto der Zertifizierungsstelle liegt. Alle Überwachungsmeldungen der Zertifikatdienste werden im Sicherheitsprotokoll eingetragen und lassen sich in der Ereignisanzeige nachlesen.
Die folgenden Überwachungskriterien lassen sich für eine Zertifizierungsstelle aktivieren oder deaktivieren.
Hier eine Übersicht der Sicherheitsprotokolleinträge die bei der Überwachung der Zertifikatdienste anfallen:
772 - Die Zertifikatverwaltung hat eine anstehende Zertifikatanforderung abgelehnt.773 - Die Zertifikatdienste haben eine erneut eingereichte Zertifikatanforderung erhalten. [Das bedeutet, dass ein Zertifikatmanager ein Zertifikat ausgestellt hat, bei dem die Überprüfung des Antragstellers noch nicht abgeschlossen war.]774 - Die Zertifikatdienste haben ein Zertifikat gesperrt.775 - Die Zertifikatdienste haben eine Anforderung zur Veröffentlichung der Zertifikatsperrliste erhalten.776 - Die Zertifikatdienste haben die Zertifikatsperrliste veröffentlicht.777 - Eine Zertifikatanforderungserweiterung wurde geändert.778 - Ein oder mehrere Zertifikatanforderungsattribute wurden geändert.779 - Die Zertifikatdienste haben eine Anforderung zum Herunterfahren erhalten.780 - Die Sicherung der Zertifikatdienste wurde gestartet.781 - Die Sicherung der Zertifikatdienste wurde beendet.782 - Die Wiederherstellung der Zertifikatdienste wurde gestartet.783 - Die Wiederherstellung der Zertifikatdienste wurde beendet.784 - Die Zertifikatdienste wurden gestartet.785 - Die Zertifikatdienste wurden beendet.786 - Die Sicherheitsberechtigungen für die Zertifikatdienste wurden geändert.787 - Die Zertifikatdienste haben einen archivierten Schlüssel wiedergefunden.788 - Die Zertifikatdienste haben ein Zertifikat in die Datenbank importiert.789 - Der Überwachungsfilter für die Zertifikatdienste wurden geändert.790 - Die Zertifikatdienste haben eine Zertifikatanforderung erhalten.791 - Die Zertifikatdienste haben eine Zertifikatanforderung genehmigt und ein Zertifikat ausgestellt.792 - Die Zertifikatdienste haben eine Zertifikatanforderung abgelehnt.793 - Die Zertifikatdienste haben den Status einer Zertifikatanforderung als >anstehend<< festgelegt.794 - Die Zertifikatsverwaltungseinstellungen für die Zertifikatdienste wurden geändert.795 - Es wurde ein Konfigurationseintrag in den Zertifikatdiensten geändert.796 - Es wurde ein Eigenschaft der Zertifikatdienste geändert.797 - Die Zertifikatdienste haben einen Schlüssel archiviert.798 - Die Zertifikatdienste haben einen Schlüssel importiert und archiviert.799 - Die Zertifikatdienste haben das Zertifizierungsstellenzertifikat veröffentlicht.800 - Eine oder mehrere Zeilen wurden von der Zertifikatdatenbank gelöscht.801 - Die Rollentrennung wurde aktiviert. [Wenn die Rollentrennung aktiviert ist, lautet der Eintrag im Ereignisprotokoll Ja. Wenn sie deaktiviert ist, lautet der Eintrag Nein.]
Sobald Sie die Überwachung von Objektzugriffen bei Erfolg und Fehlschlag aktiviert haben, sorgt die folgende Zeile in einem Nachinstallationsskript dafür, das alle Überwachungskategorien aktiviert sind: certutil -setreg CA\AuditFilter 127
Protokollieren von ZertifikatsdienstenDie Zertifikatsdienste und zugehörigen Tools (wie z.B. Certificate Authority Monitor) generieren eine Reihe von Protokollen, die von unschätzbarem Wert für die Problembehandlung sind.
So aktivieren Sie die Debug-Protokollierung von Zertifikatsdiensten:
Führen Sie folgenden Befehl aus: certutil -setreg CA\Debug 0xffffffe3Die Protokolleinträge werden in %windir%\certsrv.log gespeichert.
So deaktivieren Sie die Debug-Protokollierung:
Führen Sie folgenden Befehl aus: certutil -delreg CA\Debug
Protokollieren der AutoregistrierungFür die Aktivierung der Protokollierung von Autoregistrierungsereignissen müssen Sie einen Wert in der Registrierung hinzufügen. Die verbesserte Protokollierung wird bei der Autoregistrierung für Benutzer und Computer unabhängig aktiviert.
So aktivieren Sie die Autoregistrierungsprotokollierung für Benutzer:1. Erstellen Sie in der Registrierung einen neuen DWORD-Wert mit dem Namen AEEventLogLevel im Schlüssel HKEY_CURRENT_USER\Software\Microsoft\Cryptography\Autoenrollment.2. Setzen Sie den Wert auf 0. So aktivieren Sie die Autoregistrierungsprotokollierung für Computer:1. Erstellen Sie in der Registrierung einen neuen DWORD-Wert mit dem Namen AEEventLogLevel imSchlüssel HKEY_LOCAL_MACHINE\Software\Microsoft\Cryptography\Autoenrollment.2. Setzen Sie den Wert auf 0. Hinweis: Alle Fehler werden automatisch protokolliert. Sie müssen die Registrierungsschlüssel für die Fehlerprotokollierung nicht aktivieren.
So aktivieren Sie die Autoregistrierungsprotokollierung für Benutzer:1. Erstellen Sie in der Registrierung einen neuen DWORD-Wert mit dem Namen AEEventLogLevel im Schlüssel HKEY_CURRENT_USER\Software\Microsoft\Cryptography\Autoenrollment.2. Setzen Sie den Wert auf 0.
So aktivieren Sie die Autoregistrierungsprotokollierung für Computer:1. Erstellen Sie in der Registrierung einen neuen DWORD-Wert mit dem Namen AEEventLogLevel imSchlüssel HKEY_LOCAL_MACHINE\Software\Microsoft\Cryptography\Autoenrollment.2. Setzen Sie den Wert auf 0.
Hinweis: Alle Fehler werden automatisch protokolliert. Sie müssen die Registrierungsschlüssel für die Fehlerprotokollierung nicht aktivieren.
Weitere Informationen sind in den folgenden Dokumenten verfügbar:
Die Präsentation zum TechNet Seminar: "Aufbau einer Infrastruktur öffentlicher Schlüssel (Public Key Infrastructure)" steht ab sofort zum Download bereit.
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