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Sie nannten es Arbeit – für uns ist es unser Leben: Manifest für ein neues Arbeiten

Sie nannten es Arbeit – für uns ist es unser Leben: Manifest für ein neues Arbeiten

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Warum wir uns jetzt zu Wort melden.

Wir haben keine Lust mehr auf Arbeiten von gestern. Wir lehnen starre, unflexible Arbeitsverhältnisse ab. Wir können nichts mit festen Hierarchien anfangen, die naturgegeben scheinen, aber mit natürlicher Autorität nichts zu tun haben. Und wir wollen auch nicht länger mit der Technik und den Werkzeugen von gestern arbeiten. 

Wer wir sind.

Wir sind Wissensarbeiter – Spezialisten mit technischem, natur-, geisteswissenschaftlichem oder kaufmännischem Hintergrund. Wir sind zum Beispiel Maschinenbau-Ingenieure, Verfahrenstechniker oder IT-Spezialisten. Wir arbeiten als Experten für Rechnungswesen, Personalmanagement oder im Marketing. Und wir tragen mit unserem Wissen wesentlich zur Wertschöpfung der Unternehmen bei. Wir arbeiten gerne, motiviert und engagiert, stoßen aber täglich an Grenzen, die wir nicht länger akzeptieren.

Wie wir uns Arbeit vorstellen.

Wir beobachten, wie IT die Arbeitswelt revolutionieren kann. Wir halten die Werkzeuge dafür in der Hand. Wir haben diese Werkzeuge überhaupt erst mitgebracht zur Arbeit. Und wir sind es, die damit die Arbeitswelt revolutionieren werden.

Wir wollen nicht länger am Schreibtisch festgehalten werden, wenn wir doch alles, was wir zum Arbeiten brauchen, in der Hosen- oder Aktentasche mit uns rum tragen. Wir wollen in virtuellen Teams gleichzeitig an gemeinsamen Projekten arbeiten, egal, an welchem Ort und in welcher Zeitzone sich die Mitarbeiter und Kollegen gerade aufhalten.

Wir wollen unsere Kollegen und Mitarbeiter treffen, auch wenn wir selber zuhause, mit unseren Kindern auf dem Spielplatz oder in der Pause auf der Wiese sitzen. Und wir wollen nicht mit festen Chefs zusammenarbeiten. Chef soll gerade sein, wer die Projekte betreut, in denen wir produktiv sind.

Wir wollen keine 9to5-Jobs machen, aber auch nicht solche, bei denen wir unsere Lebenspartner und Kinder nicht zu Gesicht bekommen. Was spricht dagegen, Arbeit und Freizeit, Freizeit und Arbeit miteinander zu mischen und dann produktiv, kreativ und rekreativ zu sein, wenn es möglich oder nötig ist? Es spricht alles dafür!

Wir fordern:

• ein Recht auf Arbeit, so wie wir sie wollen

• ein Recht auf selbstbestimmte Freizeit

• die Abschaffung von künstlichen Hierarchien

• Strukturen, in denen wir vertrauensvoll, frei und produktiv kommunizieren können

• Verantwortung für uns selbst und für unsere Arbeit

Wir wollen nicht nur die Arbeit ändern. Wir wissen, dass wir uns auch selber ändern müssen. Nicht jeder von uns kann sofort mit allen Freiheiten umgehen, die neue Formen von Arbeit uns bieten. Ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Arbeit und Leben gibt es auch nicht automatisch. Hierarchie- und angstfreies Arbeiten ist nicht selbstverständlich, wenn man über Jahre und Jahrzehnte in engen und fremdbestimmten Verhältnissen tätig war. 

Wir werden lernen, wie wir am besten mit modernen Werkzeugen, Arbeitsverhältnissen und Verantwortlichkeiten umgehen. Und wir freuen uns auf das, was uns erwartet, wenn wir Grenzen überschreiten, neue Räume schaffen und der Angst vor Unbekanntem mit Mut und Vertrauen in unsere eigenen Fähigkeiten begegnen. 

Wir werden dabei kreativer und produktiver sein, als unsere Eltern und Großeltern. Weil wir selbstbestimmt unsere persönlichen Produktivitätsphasen nutzen und mehr Eigenverantwortung übernehmen. Weil wir mit unseren Kollegen und Mitarbeitern kommunizieren, egal, wo wir uns gerade befinden. Weil wir uns Anregungen und Input von außen holen können. Weil wir abschalten können, wenn wir es brauchen und mitarbeiten, wenn andere schon abgeschaltet haben. 

Sie nannten es Arbeit – für uns ist es unser Leben.

#einfachmachen

Weitere Information zur Vorstellung des Manifestes für das neue Arbeiten gibt es in unserer Pressemitteilung.

Posted by Thorsten Hübschen
Business Group Lead Microsoft Office Division

Comments
  • Liebe Microsoft-Deutschland,

    die Veröffentlichung des “Manifest für ein neues Arbeiten” durch Ihr Haus hat einige „geweckt“ und große Aufmerksamkeit erzeugt.
    Kein Wunder, denn das Thema “Zukunft der Arbeit” geht alle an. Es wird nicht nur zukünftig massiv die wirtschaftlichen Entwicklungen weltweit beeinflussen, wir brauchen möglichst viele Elemente dieser „Zukunft der Arbeit“ so schnell wie möglich, heute, jetzt! 

    Heute schon zeigen Studien und die Erfahrungen erster Unternehmen, dass ein neues Verständnis von gemeinsamer Arbeit, wie wir es in vielen Netzwerken diskutiert und propagiert wird, enorme positive, langfristige und nachhaltige Auswirkungen auf den gemeinsamen - insbesondere auch wirtschaftlichen - Erfolg von Organisationen hat.

    Gleichzeitig werden die Überlegungen und Resultate dieser Entwicklungen jeden von uns - ob mittelbar oder unmittelbar selbst erwerbstätig - auf sehr persönlicher Ebene, in “Work” und “Life”, und bei der Integration vom einen im anderen, stark betreffen. Wir haben alle verstanden, dass “Work” und “Life” keine ausgleichsbedürftigen Gegensätze mehr sind.

    Um dies und ein paar andere wichtige Konzepte im Kontext “Zukunft der Arbeit” deutlicher herauszustellen, würde ich Sie gern dazu einladen, ihr Manifest an einigen Stellen weiter zu schärfen. Anregungen dazu habe ich mit Bezug auf Ihre 33 Thesen im Folgenden formuliert.

    1) “Früher wollten Kunden Produkte besitzen. Heute geht es ihnen um Erlebnisse und Zugang.”
    Die „neue“ Shareconomy (es gab sie ja früher in Krisenzeiten schon häufiger) trifft heute auf eine Gesellschaft, die erlaubt sie auch in neue Arbeitswelten einfließen zu lassen. So sind JobSharing und DeskSharing Modelle entstanden, aber auch die als enorm kraftvoll und motivierend empfundene Demokratisierung von Unternehmen spielt hier rein. Damit geht es in den neuen Arbeitswelten nicht nur um „Erlebnisse und Zugang“ von Kunden, sondern auch um Transparenz, Beteiligungs- und Gestaltungsmöglichkeit der Mitarbeiter.
    => Neue Arbeitswelten entstehen nur gemeinsam.

    2) “Früher mussten Unternehmen First Mover sein, um einen Markt zu erschließen. Heute müssen sie vor allem das beste Design und die beste Usability bieten.”
    Der Beziehungsaufbau zu allen Stakeholdern (Mitarbeitern, Management, Kunden, Investoren, Geschäfts- Kooperationspartner, Lieferanten, das regionale und soziale Umfeld) einer Organisation und die Beziehungspflege sind Langstreckenrennen. Nur wer „in den Schuhen des anderen gegangen“ ist und dessen Bedürfnisse nicht nur erkannt, sondern wirklich verinnerlicht hat, kann echte Beziehungen und damit gute Produkte schaffen. Unternehmen, die dies .....

    Das gesamte Dokument können Sie gerne als PDF-Datei herunterladen: http://www.bosbach.mobi/downloads/offener_brief_an_Microsoft.pdf

  • Lieber Herr Bosbach,

    herzlichen Dank für die offenen Worte zum Manifest. Ihre Anregungen und Kommentare finde ich spannend – schließlich stellen unsere aufgestellten Thesen und Regeln nur einen Anstoß für eine Debatte zum vernetzten Arbeiten der Zukunft in Deutschland dar.

    Aktuell sammeln wir zahlreiche Meinungen und Standpunkte zum „Arbeitsplatz der Zukunft“ und diskutieren, wie sich Unternehmen kulturell ändern müssen, um vielmehr wie ein Netzwerk zu arbeiten. Diese Statements sammeln wir via Twitter, über die Kommentare bei t3n, Heise & Co. und auch als Blog-Beiträge hier.

    Lassen Sie uns gerne im Austausch bleiben, ich freue mich darauf.

    Thorsten Hübschen

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