Sprache ist das direkteste Mittel zur Kommunikation und mit das wichtigste Werkzeug, um durch den privaten und beruflichen Alltag zu kommen. Sprechen zwei die gleiche Sprache, ist das auch problemlos möglich – aber wenn es keine gemeinsame sprachliche Basis gibt, kann es schnell zu Verständigungsschwierigkeiten kommen.

Auf der ganzen Welt werden zwischen 2.000 und 7.000 Sprachen gesprochen – ganz genau kann das keiner sagen, denn es gibt immer noch unentdeckte Sprachinseln. In Europa gibt es immerhin an die 200 Sprachen, derer am 26. September mit dem Tag der Europäischen Sprachen gedacht wird.

Dieser Tag soll zur Wertschätzung der Sprachen und Kulturen Europas beitragen, er soll den Menschen die Vorteile von Sprachkenntnissen aufzeigen und individuelle Mehrsprachigkeit fördern.

Leider ist es so, dass die Anzahl der Sprachen abnimmt – die Sprecher, vor allem von kleinen, exotischen Sprachen sterben sozusagen aus. Um eine Sprache lebendig zu erhalten, braucht sie vor allem eines: aktive Sprecher. Microsoft Research hat sich mit dem Translator Hub unter anderem in dieses Forschungsfeld begeben – dabei geht es vor allem um das Übersetzen von und in Sprachen, die nicht von der breiten Masse gesprochen werden.

Sprache ist etwas Lebendiges und ein sich ständig veränderndes Konstrukt – und Sprachforschung spannender denn je. Man muss kein Linguist sein, um festzustellen, dass sich sprachliche Strukturen verändern und je nach Situation unterschiedlich eingesetzt werden. Bestes Beispiel sind hierfür Tweets: Einen Sachverhalt in 160 Zeichen darzustellen, geht in manchen Sprachen besser, in anderen wiederum schlechter und manchmal werden schlichtweg Sprachen gemixt, sodass es unmöglich scheint, Tweets zu verstehen, wenn man nicht bilingual oder mit Jugendsprache vertraut ist. Ein Microsoft Research Forscherteam hat ein Programm entwickelt, mit dem es möglich ist, auch Sprachenmix und soziokulturelle Sprachphänomene zu identifizieren und zu übersetzen. Das Tool kann auch mit exotischen bzw. konstruierten Sprachen wie Klingonisch benutzt werden – wenn es vorher damit „gefüttert“ wurde, erkennt es das auch.

Bing und Microsoft Translator haben auch ein neues Projekt auf die Beine gestellt: das Bing Translator Widget. Es ist gut an Kundenwünsche anpassbar und kann auf Webpages benutzt werden – und diese sofort in mehr als 40 Sprachen übersetzen. Entwickler, Webmaster, Blogger und jeder, der eine Homepage besitzt, kann das Widget nutzen, um ein breiteres Publikum zu erreichen.

P.S.: Windows 8 gibt es in mehr als 30 Sprachen – das ist eine beachtliche Zahl, wenn man bedenkt, dass etwa die Hälfte der Weltbevölkerung eine der zehn meistgesprochenen Sprachen spricht.

 

Posted by Barbara Steiger
Communications Manager Entwicklungssoftware und Innovation