Der jährlich stattfindende europaweite Eurovision Songcontest gilt für viele junge Musiker nach wie vor als Sprungbrett in den „Musikolymp“. Die ehemaligen Sieger Abba und Celine Dion starteten beide nach dem Urteil der Eurovision Jury ihre internationalen Karrieren und für alle, die es diesen gleichtun wollen, gilt: es braucht das gewisse Etwas, ein Quäntchen Glück, ausreichend Stil, bestmöglich einen „Mörder-Song“ und zu guter Letzt eine Prise Charme, um die Jury der rivalisierenden Länder für sich zu stimmen. Schenkt man Microsoft Glauben, soll das im Finale 2013 besonders den dänischen Wettbewerbern gelingen.

Der Microsoft Research Ökonom, David Rothschild, springt erneut mit seinem Projekt „PredictWise“ in die Prognose-Bresche und sagt wieder einmal die Zukunft voraus, mit Hilfe neuester Technologie, mit derer er und sein Team Abermillionen von Daten sammeln. Seine Vorhersagen sind die Ergebnisse differenzierter Analysen massiver Datenmengen, in dieser Form einzigartig und brillierten bereits bei vorangegangenen Großveranstaltungen. „PredictWise“ arbeitet mit einer Big Data- Aggregation, die im letzten Jahr die Ergebnisse der US-Präsidentschaftswahl aller Staaten, mit Ausnahme von Florida, korrekt vorhersagte als auch 19 der 24 Kategorien während der Academy Awards 2013.

Die Vorhersagen für den Eurovision Songcontest generiert Rothschild vor allem von Glücksspiel- Sites wie Betfair oder PaddyPower sowie von Youtube-Videos und Nennungen auf Social Media Kanälen, insbesondere Twitter.

Neu ist die Auswertung der Youtube-Kanäle. Spannend hierbei ist, dass momentan die Video-Views Rangliste von einem Wettbewerber mit besonders kleinen Gewinnchancen geführt wird. Montenegros Igranka Video wurde bereits über 1,3 Millionen Mal gesehen. Bei Dänemark (900.000 Aufrufe) und der Ukraine (1,2 Mio. Aufrufe) korrelieren die Prognosen jedoch mit den Views. Mit nur einer Ausnahme sind die Top 10 der wahrscheinlichsten Gewinner innerhalb der Top 15 der meist gesehen Videos.

Rothschild schrieb in seinem Blog, dass diese Methoden „besonders gut für die Vorhersage des Eurovision Songcontest geeignet sind, da die Märkte sehr robust sind und in Europa ein kollektives Wissen über die Jury und die Abstimmung der Eurovision Wahlblöcke herrschen. Für einen US-Amerikaner wie mich - mit fundierten Kenntnissen über die Märkte, aber wenig Hintergrundwissen über den Eurovision Songcontest - bedeutet das, dass selbst ich signifikante Vorhersagen machen kann.“

Zum aktuellen Zeitpunkt der Vorhersage macht Dänemarks Emmelie de Forest das Rennen mit Ihrem Song „Only Teardrops“, ihr wird eine knapp 50-prozentige Chance für den Sieg zugesprochen. Norwegen und die Ukraine folgen jeweils mit einer Wahrscheinlichkeit von 11 Prozent. Bis zur Abstimmung am Samstag in Malmö, wenn rund 125 Millionen Zuschauer gebannt das Finale mitverfolgen, wird die Vorhersage wohl noch einige Male variieren. 

Der Mehrwert der Untersuchung liegt nicht in dem tatsächlichen Ergebnis des Eurovision-Wettbewerbs, sondern vor allem in der Möglichkeit, mit Hilfe des Ereignisses skalierbaren Prognosen zu verbessern und somit zukünftig Ergebnisse genauer voraussagen zu können. Die eigentliche Kunst beziehungsweise Wissenschaft besteht darin, mit demselben Untersuchungsdesign, demselben Einsatz, denselben Fähigkeiten und vor allem denselben Technologien verschiedenste Bereiche und Themen, sei es die Politik, die Oscars oder auch der Eurovision, untersuchen zu können. Die zukünftige Forschung und Entwicklung wird Wegbereiter für neue Technologien sein, mit denen man mühelos verschiedenste Vorhersagen, sei es zu gesellschaftlichen oder wirtschaftlichen Fragestellungen, prognostizieren kann.

Auf dem Microsoft Research Blog erfahren Sie mehr über David Rotschilds Vorhersage Techniken und am Samstagabend, wenn der Sieger feststeht, wird sich zeigen, ob er wieder einmal Recht hatte mit seiner Prognose.

Posted by Barbara Steiger
Communications Manager Entwicklungssoftware und Innovation