„Microsoft ist nicht länger der Feind (von Apple) – Apples eigentliche Gefahr ist Apple selbst!“ Diese These hat Brent Simmons, Web-Entwickler und bekennender Apple-Anhänger, vor einigen Tagen in der MacWorld veröffentlicht. Aber warum ist Apples größte Bedrohung nicht (allein) unter seinen Mitbewerbern zu suchen, sondern im eigenen Unternehmen selbst? Schließlich hat Apple großartige Entwicklungen auf den Markt gebracht – die Erfolge vom iPod, dem iPhone oder auch dem  iPad sprechen für sich. 

Die Erklärung lautet für mich: Großartige Produkte oder Services sind für einen dauerhaften Markterfolg nicht ausreichend. Genauso wichtig ist es, die Bedürfnisse der Konsumenten zu verstehen. Und diese möchten Wahlfreiheit, sie möchten Produkte und Lösungen intelligent und sicher miteinander verknüpfen, ohne irgendwelchen Restriktionen ausgesetzt zu sein. Essentiell darüber hinaus: Man muss sich als Unternehmen weiterentwickeln.  

Auch wir bei Microsoft mussten dies erst (schmerzhaft) lernen – wie Brent Simmons es so treffend sagt, haben wir quasi entdeckt, dass eine Welt außerhalb von Redmond existiert. Wir sind nicht mehr ein reines Softwareunternehmen, sondern vor allem ein Dienste- und Devices-Unternehmen. Wir haben uns an die geänderten Marktbedingungen angepasst, in denen sich der Markt von einem Verkäufer- in einen Käufermarkt wandelt und der Konsument zum IT-Entscheider avanciert. Wir forcieren die Wahlfreiheit und Offenheit. Beispiele dafür sind u.a. unsere Cloud-Plattform Windows Azure mit ihren offenen Schnittstellen oder aber das neue Betriebssystem Windows 8, das Anwendern eine geräteübergreifendes Nutzererlebnis bietet, ohne dabei auf Sicherheit und Komfort zu verzichten.

Für uns läutet dieser Wandel eine „Neuen Ära“ ein. Dies macht uns zwar nicht gleich zu einem Feind, aber zu einem ernstzunehmenden Mitbewerber.

Posted by Werner Leibrandt
Markt- und Wettbewerbsstrategie Microsoft Deutschland GmbH