Windows 8 ist jetzt seit wenigen Tagen im Markt. Ich lese viel darüber in Medien aller Gattungen. Danke auch mal an dieser Stelle für das Interesse und die Zeit an die Kolleginnen und Kollegen von der schreibenden Zunft, sich Microsoft so intensiv zu widmen. Bei Microsoft sind seit Monaten fast alle der 90.000 Mitarbeiter weltweit auf Windows 8. Tatsächlich haben wir bereits die Consumer Preview Version, die im Mai zum Download bereit gestellt wurde, im produktiven Einsatz. Meine persönlichen Erfahrungen mit Windows 8 auf einem Non-Touch Dell Latitude und auf einem Samsung Tablet als mobilem Gerät sind rundum positiv. Bemerkenswert ist schon, dass die Batterielaufzeit mit W8 auf dem Laptop um ca. 30% verbessert wurde. Was die Stabilität angeht, war schon die Preview super. Mit der RTM hatte ich seit Start des produktiven Einsatzes nie einen Blue-Screen.

Die immer wieder geführte Behauptung, Windows 8 sei für die Bedienung mit Maus und Tastatur ungeeignet, legt den Verdacht nahe, da wird in Ermangelung eigener Erfahrungen die Vermutung zur vermeintlichen Gewissheit erhoben. Es gibt Einstellungen, die man besser ändert, wenn man ein Non-Touch Device nutzt, z.B. Standardprogramme für die Öffnung von Dateitypen wie PDFs oder Fotos, aber im Übrigen gibt es keinen Mangel. Aber klar: Windows 8 ist auf die Bedienung von Touch-Devices optimiert und folglich macht W8 schon auf dem für Windows 7 geschaffenen Samsung Tablet richtig Spaß.

Ich bin überzeugt, wir sind an der Schwelle zu einem neuen Zeitalter, was die Nutzung von PCs angeht. So, wie die Einführung von Windows 95 der grafischen Benutzeroberfläche den Weg geebnet hat (Ja, es gab schon gefühlte 500 Apple User, die sie vorher hatten), so wird Touch mit Hilfe von Windows 8 zur Standardbedienung von allen Formfaktoren (PC, Laptop, Tablet). Wer einmal mit einem Touch-Gerät gearbeitet hat, will nichts mehr anderes. In wenigen Jahren wird man – so meine persönliche Erwartung – nur noch Touch-Devices kaufen können, so wie bei Fernsehern kurze Zeit nach Marktstart des Flachbildschirms der guten alten Röhre die letzte Stunde geschlagen hatte. 

Ein anderes Thema, das kritisch beleuchtet wird, ist die Bereitschaft von Unternehmen, auf Windows 8 zu migrieren. Gartner sieht bis 2015 „kaum Windows 8 Installationen“ in den Unternehmen. Man weiß häufiger nicht, was man von Analysten-Prognosen zu halten hat, so auch von dieser. Entweder es gibt den großen Trend zu Tablets - und das würde ich aus meinen Gesprächen mit Kunden jederzeit unterschreiben - dann wird es auch signifikant Installationen von Windows 8 in Unternehmen geben. Oder die ganze Industrie wäre einer Fata Morgana aufgesessen. CIOs warten darauf, mit Windows 8 endlich ein die Sicherheits- und Administrationsanforderungen von Unternehmen erfüllendes System nutzen zu können. Ein Feature wie „Windows-to-Go“, mit dem man über einen Stick das komplette Image eines Windows 8 PCs inclusive aller Programme, Daten und Einstellungen auf einem beliebigen Windows 8 tauglichen PC booten kann, ist wie geschaffen für Firmen, die bereits voll auf „bring your own device“ setzen. Noch wichtiger ist aber das Alleinstellungsmerkmal, das Windows 8 Unternehmen bietet, ihre eigenen Anwendungen als App auf Windows 8 Devices zu verteilen und zu verwalten.  

 

Posted by Thomas Mickeleit

Director Communications