Es gibt sicher nicht allzu viele Orte hierzulande, an denen wir die Interaktion von Mensch & Maschine aufgreifen können. Temporär findet sich jedoch ein solcher Ort in Kassel: dOCUMENTA (13) -  eine der weltweit bekanntesten Ausstellungen für zeitgenössische Kunst.

Wir haben Blogger aus Tech und Kultur eingeladen, der Frage nachzugehen, wie Technologie und dOCUMENTA (13), zwei Konzepte, die auf den ersten Blick nur wenig miteinander gemein haben, zusammenpassen. Zugegebenermaßen haben wir dafür in der Berliner Blogger Szene Verwunderung bis Neugierde geerntet. Bei nährerer Betrachtung einzelner künstlerischer Positionen wurden jedoch Verbindungen auf einer abstrakten Ebene sichtbar. Zahlreiche Künstler bedienen sich moderner Technologien, sei es für die Planung ihres Projekts oder die Durchführung.

So erlebten wir in Kassel,

wie das Künstlerpaar Janet Cardiff & Georges Bures Miller den Betrachter ihrer multimedialen Arbeit mittels Nutzung eines Smartphones zum Hauptbestandteil ihrer Video-Walk Performance machte

wie die Künstlerin Renata Lucas sich spielerisch mit den vorherrschenden Definitionen von Raum auseinandersetzte

warum die verschiedenen Formen der Interaktion zwischen Mensch und Maschine eine ausschlaggebende Rolle im Werk von Dr. David Link spielen.

 

Haben Maschinen ein Herz?

Lezterer gab den Bloggern in der Orangerie eine persönlich Einführung in seine Arbeit. Link beschäftigt sich mit Computer generierten Texten. Seine Installation LoveLetters_1.0., die auf den ersten Blick wie eine antiquierte Schaltzentrale anmutet, produziert über einen Algorithmus Liebesbriefe. Per Zufallsgenerator werden zuvor eingespeiste Wörter nach einer bestimmten grammatikalischen Vorgabe zu Liebesbriefen zusammengesetzt.

Dass eine Maschine immer wieder neue schwülstige Zeilen wie

DEAR DUCK,

MY DEVOTION ARDENTLY ADORES YOUR SYMPATHY: MY ADORATION EAGERLY ADORES YOUR TENDERNESS: YOU ARE MY DEVOTED EAGERNESS: MY SWEET APPETITE: MY SWEET ENCHANTMENT CURIOUSLY LONGS FOR YOUR WISTFUL ENTHUSIASM: YOURS FONDLY MUC

ausspuckt, hat für uns eine klaren Kontrast zur Technologie gebildet. Gleichzeitig haben uns die herzerwärmenden Worte einen emotionalen Zugang zu den Anfängen des Computers und seinen ersten Programmen vermittelt. Denn Links Arbeit geht auf ein Programm zurück, welches in den späten 1940er Jahren an der University of Manchester entwickelt wurde.

Der Schlüssel zu Technologien liegt im Zugang

Egal mit welcher Lesart man dem Werk von Link begegnet, so verleiht doch die Vernküpfung von Maschine und Liebesbriefen einen Eindruck, warum der Schlüssel zur Technologie im Zugang liegt. Denn sie erschließt sich uns wohl am besten, wenn wir ihr mit Emotionen oder einer natürlichen Interkation begegenen können. Ebenen einem solchen Zugang zur Maschine sind wir auf einer Metaebene auf der dOCUMENTA (13) nachgegangen.

Microsoft arbeitet seit mehr als zehn Jahren daran, Technologien zu entwickeln, die eine noch natürlichere Interaktion erlauben. Für uns spielt dabei das Interface als Schnittstelle zum Nutzer eine entscheidende Rolle. Es bestimmt die Art und Weise, wie Menschen mit komplexen Technologien interagieren.

Posted by Irene Nadler

Communications Manager Consumer