Vor ein paar Tagen ging die CES zu Ende und mit ihr ein Feuerwerk an neuesten Produktentwicklungen der ITK- und CE-Branche. Was bezeichnend in der Berichterstattung war: kaum ein Artikel kam ohne das Wort „Innovation“ aus, wobei ich mich teilweise ein wenig über den inflationären Gebrauch des Wortes wundere. Jedes neue Produktfeature wird zur Innovation. Dabei sind wirkliche Innovationen mehr als nur einfache Produkte. Sie geben Antworten – auf die großen und kleinen menschlichen und gesellschaftlichen Bedürfnisse und Herausforderungen.

Gestern war ich Gastgeber des Microsoft Innovation Day in München, auf dem wir unsere Arbeit und unser Innovations-Verständnis vorstellten. So öffneten Bill Dunlap, Direktor des „Advanced Technologies Lab Europe“ (ATLE), und Thore Graepel von Microsoft Research (MSR) Cambridge die Tore zu ihren Forschungszentren und zeigten, wie Forschungseinrichtungen, Branchen von Automotive bis hin zur Lebensmittelindustrie und am Ende der Nutzer von der Grundlagen (MSR)- und Industrieforschung (ATLE) profitieren.

Neben neuen Entwicklungen im Umgang mit “big data”, in der Mensch-Maschine-Kommunikation, kollektiver Intelligenz und bei Natural-User-Interfaces, ging es auch um die gesellschaftliche Relevanz von Innovationen und welche Herausforderungen durch IT in unserer Gesellschaft gelöst werden können. Klar wurde dabei auch, dass Innovationen ein Standortthema sind, denn Innovationen entfalten ihre ganze Kraft durch das Zusammenspiel von Wirtschaft, Politik und Gesellschaft, was unsere weiteren Referenten aufzeigten. Darunter das Studententeam majisolutions von der TU Dresden, die mit ihrem Projekt zur Optimierung der Trinkwasserversorgung in Tansania den nationalen ImagineCup 2011 für sich entschieden und Prof. Dr. Dr. Radu Popescu-Zeletin von der TU Berlin und Institutsleiter des Fraunhofer-Instituts für Offene Kommunikationssysteme FOKUS.

Daneben haben mich die Projekte des Studententeams Zebresel von der FH Erfurt und das Programm von Prof. Dr. Doeben-Henisch von der FH Frankfurt begeistert. Das Team Zebresel zeigte, wie man mit Kinect-Steuerung ein Fluggerät über das Internet von jedem Ort der Welt steuern kann. Denkbar wäre hierbei der Einsatz des Systems in Krisengebieten, sodass Experten nicht direkt vor Ort sein müssen, um sich ein Bild von der Lage zu machen.

Prof. Dr. Doeben-Henisch hat im Rahmen des Studiengangs „Barrierefreie Systeme“ an der FH Frankfurt das Projekt „LYSA“ (Learning System for Autistic Children) ins Leben gerufen. Hier wird ein  System entwickelt, was primär autistische (aber auch andere) Kinder beim Spracherwerb unterstützt. Das System basiert auf einem neuen, dualen Lernkonzept des „intelligenten Tutors“. Hierbei lernt sowohl das Kind vom System, als auch das System vom Kind. Durch den Einsatz von Kinect werden die Eigenschaften des Kindes aufgenommen. Als berührungslose Schnittstelle mit Kamera, Mikrofonen und Tiefensensor eignet sich Kinect dabei hervorragend, um Mimik und Gestik zu deuten und gesprochene Worte aufzunehmen. Ein wirklich beeindruckendes Beispiel, wie Innovationen durch moderne IT gesellschaftliche Herausforderungen bei Bildung und Gesundheit lösen. Wir werden dieses Projekt daher auch im Rahmen unserer Initiative Chancenrepublik Deutschland weiter begleiten.

Die Relevanz von Innovationen für den Menschen und die Gesellschaft  - dafür stand der Microsoft Innovation Day 2012 in besonderer Weise. Und wir konnten zeigen, dass Innovationen mehr als bloße „Erfindungen“ sind. Getrieben von moderner IT entstehen sie durch das Zusammenfügen von Wissen und Ideen in neue oder verbesserte Produkte, Prozesse und Services. Sie entstehen nicht mehr nur hinter verschlossener Tür, sondern sie sind Produkt von Kooperation, Hinhören, der Auswertung von Kunden- und Anwenderfeedbacks auswerten, Neugier, konzentrierter Forschung und technologischer Offenheit. Ein Ergebnis dieses Innovationsverständnisses bei Microsoft ist unser neues Metro-Design. Dabei steht der Begriff Design auch für das integrierte Zusammenspiel unserer Produkte und für die Innovationen, die Dritte auf unseren Technologien und offenen Plattformen aufbauen. Oliver Scheer, Senior Development Evangelist bei Microsoft Deutschland, zeigte auf, wie Microsoft mit „Metro“ erstmals eine unverwechselbare Designsprache definiert hat, die vom Windows Phone über Xbox 360 bis hin zum kommenden Windows 8 auf Tablets und PCs ein durchgängiges Microsoft-Erlebnis über alle Plattformen verspricht. Beim Design sind für uns drei Faktoren entscheidend, die den Nutzer so konsequent wie nie zuvor in den Mittelpunkt rücken: die Ästhetik des Erlebnisses, die Klarheit der Funktion und die Intelligenz des Bauplans, der unseren Lösungen zugrunde liegt. Einfachheit, Klarheit, Transparenz und Offenheit sind der Schlüssel zu Innovationen und Technologien, die Herausforderungen in Gesellschaft und Wirtschaft lösen können. Auf der CeBIT werden wir unter dem Motto „Microsoft Heartbeat – The Power of Design“ viele große und kleine Innovationen zeigen und beweisen, dass bei uns das Wort nicht inflationär gebraucht wird. Sie sind herzlich eingeladen, sich vor Ort ein Bild zu machen – und zum Beispiel den Mikrokopter von Team Zebresel live zu erleben.

Morgen finden Sie auf unserem Blog ein Video zum Innovation Day 2012.

Posted by Ralph Haupter
Microsoft Deutschland Chef