Neueste Entwicklungen werden „Internet der Dinge“ ermöglichen

Milchbauern und Zapfsäulen werden normalerweise nicht in einem Zusammenhang gesehen, doch haben sie etwas gemeinsam: beide profitieren von sogenannten „Embedded Systems“. Während der Milchbauer mit Embedded Systems und einem Sensor im Ohr der Tiere die Gesundheit seiner Viehherde einfacher und effizienter kontrolliert, setzen Tankstellen diese Technologien ein, um das Überfüllen des Tanks in Fahrzeugen zu verhindern.

Eingebettete Systeme gibt es zwar seit mehr als vierzig Jahren, aber erst im Laufe der letzten fünfzehn bis zwanzig Jahre sind sie zunehmend populär geworden. Microsoft beteiligte sich am Markt für eingebettete Systeme erstmals 1996 mit der Veröffentlichung von Windows CE 1.0. Seitdem wurden kontinuierlich eingebettete Plattformen und Technologien entwickelt und in Anwendungen sowohl im Privat- als auch im Unternehmensbereich integriert.

Das Analystenhaus IDC prognostiziert einen deutlichen Zuwachs von intelligenten Systemen in der Industrie und dem IT-Markt. Während derzeit 1,8 Milliarden Geräte mit eingebetteten Systemen ausgestattet sind, sollen bis 2015 nahezu 4 Milliarden Geräte diese Technologie nutzen. Damit verdoppelt sich der Umsatz auf mehr als 2 Billionen US-Dollar. Neben der ansteigenden Integration und Nutzung, sollen sich Embedded Systems darüber hinaus in Zukunft durch eine deutlich höhere Leistungsfähigkeit und erweiterte Funktionalitäten auszeichnen. „Die Nutzung der Daten, die durch die Milliarden von Geräten erfasst werden, ist bei weitem noch nicht ausgeschöpft“, betont Kevin Dallas, General Manager von Windows Embedded.


Brachliegendes Potenzial nutzen

Während im letzten Jahrzehnt Geräte unvernetzt und isoliert vom Netzwerk des Unternehmens genutzt wurden, geht der Trend heute dahin, dass die Geräte selbst, so wie die Mitarbeiter eines Unternehmens heute schon miteinander verbunden sind, durch Netzwerke miteinander kommunizieren. Diese Entwicklung geht auf die Idee vom „Internet der Dinge“ zurück, das Geräte miteinander und mit dem Netzwerk verbinden und darüber hinaus das Erfassen und Analysieren von Daten deutlich verbessern soll. Wenn auch das „Internet der Dinge“ in der Vergangenheit eine reine Vision war, ist man dieser Idee gerade in der letzten Zeit mit großen Schritten näher gekommen.

Der mobile Zugriff auf das Internet ist durch WLAN und Mobilfunknetze nahezu überall gegeben, große Datenmengen können dank Cloud Computing erfasst und analysiert werden und Hardware- und User-Interface-Technologien haben die Funktionsmöglichkeiten von Geräten erweitert.  Von der Glühbirne in der Fabrik, zum münzfähigen Spielautomaten in der Gaststätte, bis hin zum Überwachungsgerät für Kuhherden, sie alle lassen sich aufgrund ihrer IP-Fähigkeit über das Internet kontrollieren und steuern.

Darüber hinaus sind Daten, die von unterschiedlichen Abteilungen eines Unternehmens oder sogar den Kunden selbst gesammelt werden, insbesondere hinsichtlich langfristiger strategischer Ausrichtungen, für Unternehmen von Bedeutung. Einmal erfasst, können diese Daten an lokale oder Cloud-Rechenzentren übermittelt und analysiert werden, und stehen dann in Minutenschnelle als Basis für fundierte Business-Entscheidungen zur Verfügung.

„Der Markt für eingebettete Systeme hat sich durch die Kombination verschiedener Schlüsseltechnologien so weit entwickelt, dass intelligente Systeme Realität werden“, sagt Mario Morales, Program Vice President of Semiconductors and EMS bei IDC. „Intelligente Systeme erhöhen mit jeder Verknüpfung deutlich die Produktivität, allerdings ist es eine große Herausforderung für Unternehmen, klar zu definieren, welche Vorteile sich für sie am Ende ergeben. Führende Hersteller und Service-Anbieter müssen eine kritische Masse aufbauen, damit ihre Kunden trotz unsicherer Zeiten informiert entscheiden können, in diese Systeme zu investieren, um langfristig erfolgreich auf dem Markt präsent zu sein.“


Intelligente Systeme erfüllen Branchenbedürfnisse

Microsoft hat erkannt, dass sich der Bedarf an einfachen eingebetteten Systemen hin zu einem Markt für  intelligentere Systeme entwickelt hat, deshalb wurde im September 2010 der Windows-Embedded-Bereich in den Geschäftsbereich „Management and Security“ der Gruppe „Microsoft Server and Tools“ eingegliedert. Windows Embedded konnte auf diese Weise weiterhin von der Leistungsfähigkeit von Windows und dem umfangreichen Portfolio der Microsoft-Technologien, die für Sicherheit, Konnektivität und Management sorgen und von der Gruppe Server and Tools bereitgestellt werden, profitieren. Damit war Microsoft in der Lage, bei der Weiterentwicklung der Branche federführend zu sein.

Der Einzelhandel hat beispielweise bereits durch mobile Point-Of-Sale-Geräte, eKiosk-Systeme im Laden, digitale Schilder und tragbare Geräte ein neues Gesicht erhalten. Durch den Einsatz von Sensoren, Touchscreens und anderen Techniken profitieren die Kunden von mehr Interaktion beim Einkaufen: Schilder zeigen Werbebotschaften, die je nach Uhrzeit, Thema oder Geschlecht einer Person variieren. Außerdem können Käufer eine Touchscreen-Schnittstelle nutzen, um zusätzliche Auskünfte über ein Produkt einzuholen.

Mit Hilfe der Gerätemanagementtechnik von Microsoft können Unternehmen ohne Verzögerungen Inhalte, Sicherheitsprotokolle und allgemeine Software-Aktualisierungen digitaler Schilder und anderer Arten von Windows Embedded-basierten Geräten in allen Filialen managen.

Dank intelligenter Systeme können Einzelhändler auch Vorräte, Produktlebensdauer und andere Daten überwachen und sofort und angemessen reagieren, indem sie Vorräte an die betreffende Filiale liefern bzw. die Verkaufsförderungsbotschaften auf den digitalen Schildern anpassen.

 

Individuell zugeschnitten, in vertrautem Gewand: Eine ausgewogene Lösung finden

Die Stärken der Windows-Embedded-Plattform liegen in der Sicherheit  des Betriebssystems, in der Vertrautheit der Oberfläche und der Skalierbarkeit des Angebots.

„Spezialisierte Geräte sind der nächste Meilenstein der IT-Branche, denn sie können praktisch in jeder Nische eines Betriebs eingesetzt werden und dazu beitragen, das Potenzial des Business-Wissens optimal auszunutzen“, so Dallas. „Unser Ziel ist ein Gleichgewicht zwischen der Bereitstellung von Tools, Plattformen und Dienstleistungen auf Basis von Windows und der Entwicklung von Programmen, die der Kunde auf seine eigenen Bedürfnisse zuschneiden kann.“

Der Windows Embedded-Geschäftsbereich erreicht dieses Gleichgewicht durch enge Beziehungen mit anderen Gruppen innerhalb von Microsoft: Zum Beispiel mit dem Geschäftsbereich Original Equipment Manufacturer, dem European Microsoft Innovation Center (EMIC in Aachen), dem Microsoft Advanced Technology Center (Standort: China), den Geschäftsbereichen Windows Client und  Server and Tools. Daneben hat Windows strategische Branchenpartnerschaften aufgebaut und ist in Kontakt mit unabhängigen Software- und Hardwarelieferanten, Großhändlern und Systemintegratoren, die Mitglieder des Windows-Embedded-Partnerprogramms sind.

                                                                                                                     

Intelligente und zuverlässige Systeme entwickeln

Seit der Veröffentlichung des Windows Embedded Device Manager im März dieses Jahres konnten weitere Fortschritte erzielt werden. Die Nutzung des Microsoft System Center Configuration Manager ermöglicht dem IT-Personal, ihre Systeme über eine einzige Verwaltungskonsole zu überwachen.

In den nächsten zwei Jahren liefert Microsoft eine Reihe von Produkten aus, die diesem Ziel dienen. Zum Beispiel entwickelt das Unternehmen einen modernen Machine-to-Machine (M2M) Verbindungsmanager mit dem Code-Namen „Pontecchio“, um den Aufwand zu reduzieren, mit dem Geräte sich mit Netzwerkdiensten verbinden, sodass Datenströme vorhersagbarer und effizienter werden. Zudem investiert Microsoft in Sicherheit und Identitätsmanagementtechnik, um die nahtlose Überführung von Daten in die Private- oder Public-Cloud  zu gewährleisten.  

Außerdem stellt Microsoft eine robuste Plattform und die API zur Verfügung, die es Entwicklern ermöglichen, individuell zugeschnittene Anwendungen für die unterschiedlichen Branchen zu erstellen.

 

Das Internet der Dinge: Eine Plattform für cloud-basierte Dienstleistungen

Mit diesen Investitionen hat Microsoft eine intelligente Plattform geschaffen, die das Potenzial des „Internets der Dinge“ wirklich ausschöpfen kann und damit eine optimale Basis bereitstellt, um die Weiterentwicklung von Software und Dienstleistungen voranzutreiben.

Das EMIC hat bereits einen neuen Service erstellt, der Teil des Microsoft SQL Server 2008 R2 ist. Unter dem Namen StreamInsight befähigt er Unternehmen, mehrere Datenströme zu überwachen und die Daten in Echtzeit zu analysieren. Langfristig geht Microsoft davon aus, dass es in der heutigen Geschäftswelt bereits viele spezielle Geräte gibt, die mit der Cloud als Teil einer breiten intelligenten Systemstrategie verbunden sind, sodass die einzelnen Unternehmen branchenspezifische Dienstleistungen und Datenanalysekapazitäten einsetzen können, die ihr Geschäftswissen verbessern.                                                                                                                                 

„Wir sehen einige bemerkenswerte Fortschritte beim Bau von spezialisierten Geräten, die neue Anknüpfungspunkte für die Datenerfassung im ganzen Unternehmen verfügbar machen“, so Kevin Dallas. „Cloud Computing durchdringt dieses Konzept, das wir das Internet der Dinge nennen und zeigt neue Wege auf, Daten zu erfassen, auszutauschen und zu nutzen.“

 

Die fehlenden Teile des Puzzles „Internet der Dinge“

Obwohl viele der Grundbausteine für intelligente Systeme entwickelt worden sind, gibt es noch Nachholbedarf, um die Technologie einer breiten Unternehmensfront anbieten zu können. Gründe dafür sind:

 

  • Die Netzwerkkonnektivität ist de facto ein Flickenteppich von Local Area Networks, Wi-Fi, Mobilfunk und Machine-to-Machine-Kommunikationsprotokollen. Die nicht unterbrechungsfreie und unbeständige Art der Signale kann es schwierig machen, einen kontinuierlichen Datenstrom aufrechtzuerhalten.
  • Die Gerätemanagementprogramme sind in ihrer Fähigkeit beschränkt, die Häufigkeit und Art der Datenerhebung zu kontrollieren – dies kann zu hohen Verbindungsgebühren und einer Flut von bedeutungslosen Informationen führen.
  • Smartphones und andere mobile Geräte spielen eine große Rolle bei der Erhebung und Verbreitung von Daten, aber die Nutzung privater Geräte auf Unternehmensnetzwerken erschwert nach wie vor das Management von Identitäten und die Sperrung des Netzwerkzugriffs.

 

Weitere Informationen zum Windows Embedded Partner Programm können unter http://www.microsoft.com/windowsembedded/en-us/partners/wepp-find-windows-embedded-partner.aspx.

Ausführliche Hintergrundinformationen zum EMIC-Projekt StreamInsight finden Sie unter http://www.microsoft.com/sqlserver/en/us/solutions-technologies/business-intelligence/complex-event-processing.aspx.

Informationen zum „Internet der Dinge“ finden Sie unter http://intelligent.mit.edu/.

Die Grafik "Intelligence Systems" kann unter http://www.microsoft.com/germany/presseservice/news/bilddatenbank.mspx?id=4143 heruntergeladen werden.

Aus dem Englischen
Posted by Thomas Baumgärtner
Communications Manager Security & Green IT