Der interoperablen Gestaltung von IT-Systemen kommt im Cloud-Zeitalter ein immer höheres Gewicht zu. Dies gilt für nahezu alle Unternehmen vom Internet-Startup bis hin zum Großkonzern. So stellt speziell die neue Generation von Applikationen vollkommen neue Anforderungen hinsichtlich Interoperabilität, Skalierung, mobiler Bereitstellung und Verknüpfung mit sozialen Netzwerken und anderen Webservices.

Microsoft spielt bei der Gestaltung von Interoperabilität aufgrund seiner Marktpräsenz und der Verbreitung seiner Technologien eine besondere Rolle. Seit einigen Jahren hat Microsoft im Rahmen seiner „Offenheitsstrategie“ eine Reihe von Initiativen gestartet, um Entwicklern und IT-Anwendern eine verbesserte Interoperabilität über Produkt- und Technologiegrenzen hinweg zu ermöglichen. So betreibt Microsoft beispielsweise mit Codeplex eine Hosting-Plattform auf der über 20.000 aktive Open Source-Projekte entwickelt werden. Auch wurden in Europa im Zuge der Partnerschaft mit Novell bereits über 55.000 SuSE Linux-Support-Zertifikate mit Anwendern abgeschlossen, um die Interoperabilität zwischen Windows und Linux zu sichern.

Ich schätze daher Microsofts Bestrebungen, die auf die Unterstützung der Entwickler- und Partner-Community abzielen, als sehr relevant ein. Denn gerade die Entwicklung neuer, hochskalierender und mobiler Applikationen setzt eine offene Architektur sowie technologische Interoperabilität voraus.

Allerdings existieren noch weitere Möglichkeiten, um das Microsoft-Cloud-Ökosystem offener und somit attraktiver zu machen. So ließen sich die Registrierungs-, Anmelde- und Nutzungsprozeduren für neue Entwickler mit anderem technologischen Hintergrund einfacher und transparenter gestalten. Hier haben bestehende Microsoft-Kunden bzw. Microsoft-Partner eindeutig Vorteile. Ich gehe deshalb davon aus, dass Microsoft auch zukünftig sein Engagement hinsichtlich offener Cloud-Architekturen weiter ausbauen wird. Denn die Ansprache anderer Entwickler-Communities im Open Source-, Apple- und Android-Umfeld wird nur gelingen, wenn die Microsoft-Produkte und Betriebsplattformen (à la Windows Azure) offen gestaltet sind.

In einem aktuellen Research Paper finden Sie hier eine Übersicht und Bewertung ausgewählter aktueller Initiativen, die Microsoft zur Interoperabilität seiner Cloud-Angebote kürzlich lanciert hat und die ihre Praxistauglichkeit in lokalen Anwendungsszenarien schon unter Beweis stellen konnten.

Posted by Dr. Carlo Velten, Senior Advisor Experton Group AG