Für heutige Verhältnisse sind Spezifikationen und Preis des IBM-PCs von 1981 kaum mehr vorstellbar: die Intel-CPU hatte 4,7 MHz, der Arbeitsspeicher belief sich auf entweder 16 oder 64 kB, sämtliche Daten mussten auf 5,25 Zoll großen Disketten gespeichert werden, und auch das Betriebssystem gab‘s nur auf Diskette. Dafür zahlte man den stattlichen Preis von 3.000,- US-Dollar (bzw. 6.000,- US-Dollar mit Farbgrafik).

In der Arbeitswelt verbreitete sich der PC mit MS-DOS dank Office-Software, z. B. dem Tabellenkalkulations-Programm Lotus 1-2-3, jedoch sehr schnell. Das Package IBM bzw. IBM-kompatibel + Intel + MS-DOS wurde bald weltweit zum Standard und das Konkurrenzsystem CP/M aus dem Rennen geworfen. Das lag vor allem am günstigen Preis für MS-DOS. IBM verlangte für CP/M 240 US-Dollar, für MS-DOS nur 40. Zudem vergab Microsoft das System an Computerhersteller noch günstiger, wenn sie es zusammen mit einem neuen PC verkauften. So eroberte Microsoft die Massen. Das wiederum machte es für Entwickler attraktiver, Software für MS-DOS zu entwickeln. Ein Kreislauf entstand, und innerhalb von 14 Jahren hatte Microsoft mit Windows 95 einen Marktanteil von 90 Prozent erreicht.

MS-DOS konnte seine Daseinsberechtigung ganze 20 Jahre lang verteidigen. Bis2001 bildete es die Grundlage für die Microsoft-Betriebssysteme Windows. Windows Millennium Edition war 1999 das letzte Windows, das noch auf DOS aufsetzte. Mit XP musste DOS seine Eigenständigkeit jedoch aufgeben. Seitdem ist es nur noch in Überbleibseln als schwarzes Kommandozeilenfenster oder als Eingabeaufforderung zu finden. Doch zu Grabe tragen müssen wir die Microsoft-DOS-Variante noch nicht: in der Industrie führt sie zum Beispiel noch ein Nischendasein, da es für bestimmte Probleme keine windowstauglichen Programme gibt. Ebenso verweigert manch alte Software, auf die der ein oder andere einfach nicht verzichten will, den Betrieb auf Windows 7 und Co. Hier kommen dann DOS-Emulatoren wie die DOSBox zum Einsatz.


Zum Geburtstag:

Liebes MS-DOS,

auch wenn du heute 30 wirst (in unserem extrem schnelllebigen Technologiezeitalter ein Greisenalter) und die Teenies von heute dich vielleicht nicht mehr kennen, wir werden dich nie vergessen: Deine weiße Schrift auf schwarzem Hintergrund steht schließlich für die Anfänge eines neuen Zeitalters – eines Zeitalters der menschlichen Abhängigkeit von PCs.

Aus diesem Grund: Herzlichen Glückwunsch, MS-DOS und danke für deine jahrelange Treue und Ergebenheit – selbst in Zeiten von Gorillaausbrüchen oder Heulkrämpfen, in denen wir als deine Befehlsgeber einfach zu dumm für dich waren!

Deine Rebecca Schickel

 
Hier finden Sie Informationen zum Urururururenkel von DOS: Windows 7.

Lesen Sie Teil 1 von 30 Jahre PC, 30 Jahre MS-DOS: Microsofts Weg zum Imperium und
Teil 2 von 30 Jahre PC, 30 Jahre MS-DOS: Microsofts Weg zum Imperium.