Vor 30 Jahren stellte IBM seinen ersten Personal Computer (PC) vor: den IBM 5150. Mit dabei: der 16-Bit-Prozessor 8088 von Intel und ein DOS von Microsoft. Der Begriff PC sorgte damals des Öfteren für Verwirrung. Viele waren der Ansicht, das Gerät wäre nur für den Einsatz am Arbeitsplatz gedacht. In den 80ern übersetzte mancher Deutsche das englische „Personal“ nämlich mit „Angestellte(r)“ oder „Arbeiter“, und nicht, wie eigentlich richtig, mit „persönlich“ oder „privat“. Ein PC ist ein sogenannter Einzelplatzrechner, der von einer einzelnen Person bedient wird – im Gegensatz zum Großrechner. Und egal, wo und zu welchem Zweck. Doch das ist uns heute – nach 30 Jahren innigster Begegnung mit diesen Rechenmaschinen – bestimmt allen klar.

Allerdings erfand IBM das Rad auch nicht neu. Vor unserem Geburtstagskind gab es mit verschiedenen Rechnern von Commodore, Apple und Hewlett schon Mitte der 70er marktfähige PCs, die sich mit heutigen Geräten vergleichen lassen. So richtig los im Geschäft ging’s aber erst 1981 mit dem IBM-PC 5150. Er brachte den großen Stein zum Rollen, der seither die Arbeitslandschaft prägt. In Deutschland sitzen heutzutage zwei Drittel der arbeitenden Bevölkerung vor einem Flimmerkasten und geben Befehle ein. Mal funktionieren sie und mal nicht. Mal erleichtern sie uns das Leben, mal rufen sie den Gorilla in uns hervor. Aber wenn wir ehrlich sind: ohne würde es doch auch nicht mehr gehen, oder?

Doch wie schaffte es gerade der IBM-PC so schnell zum Standard?
Der Büromaschinenhersteller IBM wollte auf dem Markt für Mikrocomputer mithalten. Schon seit 1977 räumte der große Konkurrent Apple mit seinem Apple II das Feld von hinten auf. IBM musste Gas geben. Innerhalb eines Monats wurde unter dem Codenamen „Chess“ das 5150-Modell aus zugekauften Teilen entwickelt. Eine Premiere für IBM, bis dahin hatte man jede Komponente selbst entwickelt. Die Firma setzte erstmals auf handelsübliche Bauteile sowie einen modularen Aufbau: neue Komponenten wurden – wie auch beim Apple II – einfach mit Steckkarten nachträglich hinzugefügt. Konkurrenten hatten ein leichtes Spiel: die Rechner konnten durch ihre simple Architektur ohne Lizenz schnell nachgebaut und als billige „IBM-kompatible“ PCs verkauft werden. Das kostete IBM Marktanteile, machte den IBM-PC aber schnell zum inoffiziellen Standard. Im Nachhinein war das der eine Clou.

Der andere ist eher durch einen Notfallplan entstanden, hat aber eine kleine Garagenfirma beinahe über Nacht zum größten Softwareunternehmen der Welt gemacht: Die Innenarchitektur des 5150 bestand aus Mikroprozessoren von Intel in Kombination mit einem Betriebssystem von Microsoft. Eine bis heute erfolgreiche Partnerschaft.

Lesen Sie morgen, wie Microsoft den Einstieg ins große PC-Geschäft schaffte. 
 

Für Informationen für diesen und die weiteren Beiträge der Reihe fanden u. a. folgende Quellen Verwendung: http://www.bitkom.org/files/documents/BITKOM_Presseinfo_PC_Aera_29_07_2011.pdf
http://www.faz.net/artikel/C31851/serie-wie-wir-reich-wurden-24-bill-gates-revolutioniert-die-computerwelt-30090453.html
http://www.pc-magazin.de/news/ms-dos-wird-30-jahre-alt-1165279,326.html
http://www.heise.de/newsticker/meldung/30-Jahre-MS-DOS-1286525.html
http://www.monitor.co.at/index.cfm/storyid/13997_MONITOR_-_ein_Fachmagazin_der_ersten_Stunde-Vor_30_Jahren_kam_die_PC-Welt_in_Schwung
http://derstandard.at/1311802153777/Happy-Birthday-MS-DOS-30-Jahre-und-ein-klein-wenig-leise
http://cm-muenchen.de/dictionary/history/dos.html

Hier finden Sie Informationen zum Urururururenkel von DOS: Windows 7.