Mit geradezu poetischer Bildgewalt liefert der Bundesverband deutscher Banken seine Einschätzung der Konjunkturaussichten für 2010 und 2011: „Die Erholung der deutschen Wirtschaft gleicht der Überwindung eines sehr strengen Winters. Die Tage werden wieder heller und länger und ab und zu kommt auch die Sonne durch, aber insgesamt dominiert noch das nasskalte und regnerische Wetter. Gleichwohl fühlt man, dass der Frühling nicht mehr weit ist.“

Die ökonomische Badehose kann man trotzdem fürs Erste getrost im Schrank lassen. Gerade der Euro-Raum wird sich nach Einschätzung des Bankenverbands „nur langsam aus der Rezession herausarbeiten“ und gegenüber den USA weiter an Boden verlieren. Auch wenn der Verband die Währungsunion und den Euro nicht für „akut gefährdet“ hält, bringen die Sorgenkinder des Euro-Raums die Banker ins Grübeln: „Die strukturellen Probleme in Ländern wie Spanien, Griechenland, Portugal und Irland stellen … enorme Herausforderungen dar.“

Sie plädieren deshalb für strenge und kontinuierliche Kontrollen der Haushalte und eine nicht minder strenge Diätvorschrift für die betroffenen Länder: „Zu lange haben einige Länder des Euro-Raums über ihre Verhältnisse gelebt. Die nun anstehende Heilfastenkur ist notwendig, um ökonomische Giftstoffe und Schlacken nachhaltig aus den Volkswirtschaften zu entfernen.“ Solche Vorschläge werden passionierte Völlerei-Anhänger in der EU sicher nur begrenzt begeistern können.

die Prognose des Bankenverbands als PDF-Download